Schlagwort: Studierende

  • Weniger Studierende im Lehramt – die Alarmglocken schrillen

    Weniger Studierende im Lehramt – die Alarmglocken schrillen

    Foto: stocksnap auf pixabay

    Hierzu erklärt Dilek Engin, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Die Landesregierung muss endlich aufwachen und die Lage so ernst nehmen wie sie ist. Wenn weniger junge Menschen ein Studium für das Lehramt aufnehmen, dann wird der Lehrkräftemangel auf Dauer automatisch größer. Dabei ist die Lücke schon jetzt riesengroß. Schwarz-Grün müsste also alles daran setzen, den Beruf der Lehrkraft so attraktiv wie möglich zu gestalten. Die Anhörung zum Handlungskonzept der Landesregierung gestern im Landtag hat allerdings so deutlich wie selten gezeigt: Das tut sie nicht. A13 für alle ist eben nicht genug, um mehr junge Menschen für diesen so wichtigen Beruf zu begeistern.

    Was es vor allem jetzt braucht, sind kurzfristige Entlastungen auf allen Ebenen. Und dazu gehören insbesondere eine Entschlackung der Lehrpläne sowie neue Prüfungsformate, um Klassenarbeiten zu reduzieren. Davon ist im Handlungskonzept jedoch keine Rede. Offenbar hat Schulministerin Feller für die Sorgen und Nöte im Bildungssystem kein Gespür. Die Alarmglocken schrillen, aber die Landesregierung hat Hörschutz auf den Ohren. Und so lautet ihre Devise weiter ,beschönigen, beschwichtigen, beruhigen‘.“

  • Appell an die Landesregierung: Studierende endlich nachhaltig vor den Folgen durch Corona schützen

    Appell an die Landesregierung: Studierende endlich nachhaltig vor den Folgen durch Corona schützen

    janeb13-auf-Pixabay

    Für das Plenum in dieser Woche beantragt die SPD-Fraktion im Landtag NRW für Studierende den erleichterten Zugang zum BAföG und Hilfsangebote in Form von materieller als auch psychologischer Hilfe. Dazu fordert die SPD-Landtagsfraktion die Verbesserung der technischen Infrastruktur an Hochschulen, ein Rückholprogramm für Studienabbrecher*innen, eine Kompensation für den Mobilitätsbeitrag und die Übernahme der KfW-Kredite.

    Hierzu erklärt Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:

    „Für die Studierenden beginnt gerade das dritte Semester im Distanzunterricht. Die Situation der Studierenden hat sich in dieser Zeit erheblich verschlechtert. Die Landesregierung ist nicht willens, die verschlechterte Situation von Studierenden zu erkennen und entsprechend zu handeln. Es ist ein Versäumnis der Ministerin, über 13 Monate hinweg nicht mehr der Studierendenschaft gesprochen zu haben.

    Jetzt stehen wir am Beginn des Wintersemesters. Erste Schuldenberge türmen sich auf und bereits jetzt sind physische und psychische gesundheitliche Folgen nachgewiesen. Durch die Corona-Maßnahmen kann außerdem eine Zunahme der sozialen Spaltung beobachtet werden. Es ist notwendig, dass wir als Politik jetzt im Sinne der Studierenden handeln.

    Am wichtigsten ist es, die finanziellen Nöte der Studierenden aufzufangen und abzumildern. Deswegen müssen beispielsweise die aufgenommenen KfW-Kredite durch das Land übernommen werden. Zusätzlich brauchen wir einen erleichterten Zugang zum BAföG-System.

    Gleichzeitig müssen wir die soziale Komponente des Studiums stärker in den Fokus rücken. Wir brauchen dazu eine verbesserte Infrastruktur für die Studierenden im Homeoffice, die sonst Präsenzangebote in den Lehrräumen ihrer Universität wahrgenommen haben. Außerdem muss der Austausch unter Studierenden technisch gefördert und die psychologischen Hilfsangebote finanziell und personell stark aufgestockt werden.

    Zudem muss sich das Land der Herausforderung stellen und wieder Studienanfängerinnen und Studienanfänger aus dem Ausland anwerben. Studierende, die ihr Studium nicht zuletzt aufgrund der Pandemie abgebrochen haben, müssen wir zur Wiederaufnahme des Studiums zurückgewinnen. Ansonsten droht vielen jungen Menschen hinter den unterschiedlichen Statistiken ein trauriges Schicksal.“

    Antrag: „Appell an die Landesregierung: Soziale Auswirkungen von Corona auf Studierende endlich ernstnehmen – Flächendeckende Hilfsangebote für Studierende an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen aufbauen, ausbauen und ausfinanzieren“

  • Wie sieht das Jurastudium von morgen aus?

    Wie sieht das Jurastudium von morgen aus?

    Wir sprechen mit den #Studierenden, Fachschaften, Lehrkörpern der Universitäten und den Verbänden zu den geplanten neuen Regelungen im Juristenausbildungsgesetz JAG NRW.

    Erinnere mich noch gut an mein Studium. Am Anfang wissen, was am Ende wirklich zählt ist wichtig. Dann gelingt das Studium mit Lernen, Praktika und Vorbereitung auch. Bisher heißt Jura-Studium: Viel Stoff in wenig Zeit lernen.

    Dabei dürfen Methodik und rechtsethische und rechtsphilosophische Fragen nicht zu kurz kommen. Denn wir wollen auch morgen Juristinnen und Juristen mit gutem Wissen, klarer Haltung und einem klaren Kompass für unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie.

  • Die Landesregierung muss mehr für bezahlbaren studentischen Wohnraum tun

    Die Landesregierung muss mehr für bezahlbaren studentischen Wohnraum tun

    Das Wohnen für Studenten wird zum Start des Wintersemesters 2019/ 20 schon wieder teurer. Ich selbst kann mich noch gut an meine Unizeit in Köln erinnern. Damals waren die Preise schon so hoch, dass ich mir nur ein kleines Zimmer mit gemeinsamer Dusche und Küche auf dem Flur leisten konnte.

    Plätze in Studentenwohnheimen werden auch immer knapper – auch weil den Studierendenwerken die finanziellen Mittel fehlen, um bestehende Wohnanlagen zu sanieren oder neue zu bauen. Die Grundfinanzierung wird im Landeshaushalt zum dritten Mal in Folge nicht erhöht. Die Landesregierung lässt die Studentenwerke hängen.

    Eine Studie des Moses-Mendelsson-Instituts unterstreicht, dass das Wohnungsangebot mit den wachsenden Studierendenzahlen nicht Schritt hält. Nur 6,5 Prozent der Studierenden erhalten demnach einen Wohnheimplatz. Lange Wartezeiten sind vorprogrammiert.

    In keinem Bundesland sind mehr Studierende an einer Hochschule eingeschrieben als in Nordrhein-Westfalen – im Wintersemester des letzten Jahres waren es mehr als 770.000. Darauf können wir stolz sein. NRW blickt auf eine lange Geschichte als europaweit erfolgreicher und bei den Studierenden beliebter Studien- und Forschungsstandort zurück.

    Mich freut besonders, dass künftig auch Remscheid dabei sein wird mit dem neuen Standort für die Fachhochschule. Wenn wir möchten, dass mehr Menschen sich ein Studium leisten können, müssen wir aber auch für bezahlbaren Wohnraum sorgen.

    Wir haben das heute zum Thema der aktuellen Stunde gemacht. Die Debatte hat gezeigt: Die Landesregierung nimmt die soziale Realität in unserem Land nicht zur Kenntnis. Die studentische Wohnungsnot zur Semesterbeginn wird als naturgegebenes, wiederkehrendes Phänomen einfach so zur Kenntnis genommen. Konkrete Antworten darauf, was die gewählte Landesregierung für mehr bezahlbaren Wohnraum tun möchte, blieb sie schuldig. Sie hat keine Konzepte, wie eine Verdrängung der Studenten und Studentinnen aus den mittlerweile unbezahlbaren Innenstädten der beliebten Uni-Städte Einhalt geboten werden kann.

  • Anhörung Hochschulgesetz im Landtag / Kundgebung vor der Tür

    Anhörung Hochschulgesetz im Landtag / Kundgebung vor der Tür

    „Was ist mit den Studierenden?“ lautet die Überschrift der Stellungnahme der Asten zur Anhörung. Anstatt mit ihnen in einen wirklichen Dialog zu treten, wurden sie von der Landesregierung erst nach der Festschreibung der Eckpunkte konsultiert. Die Sorgen und Befürchtungen der Studierenden fanden kein Gehör, beschweren sie sich.

    Hauptkritikpunkte: Trend zu einer Verschulung des Studiums, mehr Anwesenheitspflichten, verbindliche Studienverlaufsvereinbarungen, verpflichtende Online-Self-Assessments in Jura, WiWi und den MINT-Fächern, dabei aber keine Verpflichtung für die Hochschulen, die Tests genau auf die Studiengänge abzustimmen. O-Ton Ministerium laut Asten-Stellungnahme: „Gute mathematische Kenntnisse korrelieren mit einem guten Studienabschluss – egal in welchem Fach, auch in Jura.“ Außerdem wird die demokratische Mitwirkung der Studierenden eingeschränkt und der Einfluss Externer auf die Hochschulen stärker, kritisieren die Asten.

    Die Landesasten meinen zu Recht: Hier findet eine Erhöhung des Drucks auf Studentinnen und Studenten statt einer Erhöhung der Qualität.

    Ein Studium muss auch weiterhin möglich sein, wenn man sich nebenbei den Lebensunterhalt durch Arbeit finanzieren muss, Kinder großzieht, chronisch krank ist oder Angehörige pflegt. Es kann auch nicht sein, dass die Landesregierung gute Errungenschaften bei der Mitbestimmung und der guten Arbeit an Hochschulen wieder abschafft.

     

  • Angehende Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler zu Gast im Landtag

    Angehende Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler zu Gast im Landtag

    “Natürlich haben wir auch über aktuelle Themen diskutiert – zum Beispiel den sozialen Wohnungsbau und die Wirksamkeit der Mietpreisbremse. Gerade in den Universitätsstädten mit Sogwirkung, den „Schwarmstädten“, sind die Mietpreise ein Problem. Die Mietpreisbremse greift noch nicht so, wie sie müsste – ohne sie wäre die Situation aber noch kritischer, haben uns die Experten in der letzten Anhörung bestätigt. Manches ist nicht so einfach realisierbar, etwa die Auskunft über die Höhe der vom Vormieter gezahlten Miete. Es ist nicht so ganz realitätsnah zu glauben, dass eine solche Auskunft zeitnah eingeholt wird, wenn noch 99 Mitbewerber die gleiche Wohnung besichtigt haben. Da könnte noch nachgebessert werden.“  

    Ein weiteres Problem sei die Zunahme von Wohnraum, der nicht mehr zur dauerhaften Vermietung bereitgestellt wurde, sondern stattdessen für Airbnb-Angebote. „Es ist eine schöne Grundidee, jungen Leuten zu ermöglichen, per Coach-Surfing für wenig Geld andere Städte zu besuchen. Problematisch wird das da, wo Mietwohnungen dem Wohnungsmarkt entzogen werden, weil mit solchen Angeboten schnelleres Geld gemacht werden kann, ohne sich vertraglich zu binden. Dann stellt sich auch die Frage, ob diese Anbieter ihre Einnahmen angeben und den baulichen Standard und Hygiene-Standard bieten, der für das Gastgewerbe angemessen ist. Es greift dann auch kein entsprechender Schutz für die Gäste. Da ist dann doch die Politik gefragt, steuernd einzugreifen.“

    Auch Olympia 2032 in der Rhein-Ruhr-Region war natürlich ein Thema für die Düsseldorfer Gruppe. Dabei sprachen die Studierenden mit dem Abgeordneten über Chancen und Herausforderungen, die Reaktionen und auch negativen Abstimmungen in der Vergangenheit seitens der Bevölkerung von Regionen, die sich bewerben wollten.

    „Wichtig ist, die Sportstätten in erster Linie für die Bürgerinnen und Bürger zu bauen und auszurichten, die die Sportstätten dann auch hinterher weiter nutzen“, meinte Sven Wolf. „Die Menschen von Anfang an einzubeziehen ist sicher besser als zu sagen: hier haben wir ein Konzept und jetzt jubelt mal bitte! Wenn die Spielstätten an die Bedürfnisse in den Städten angepasst sind und nicht nach den Spielen vereinsamt auf einer Wiese stehen, dann macht das Sinn und hat Aussicht auf eine breite Zustimmung. Dafür erhalten die Städte dann auch einen dauerhaften Mehrwert für ihr Engagement.“

    bdvb Campus Hochschulgruppe Düsseldorf

  • Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

    Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

    Am Mittwoch wurde unser Antrag auf mehr sozialen Wohnungsbau noch einmal im Plenum debattiert. Ganz oben muss – und das hat uns auch die Anhörung im Ausschuss gezeigt – das Ziel der Sicherung und Neuschaffung bezahlbaren Wohnraums stehen. Im Bund, im Land und in den Kommunen.

    Der Trend ist: Viele Menschen wollen in den Städten wohnen und dort auch im Alter wohnen bleiben. Dazu müssen genügend auch mit einer kleineren Rente bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen.

    Viele junge Familien wollen in den Städten wohnen und nicht draußen auf dem Land. Eltern wollen nicht kilometerweite Fahrtwege zur Arbeit auf sich nehmen, sondern nah bei den Kindern sein. Auch um unvorhergesehene Überraschungen vom erkrankten Kind bis zum Streik in der KiTa schnell regeln zu können, ohne sich gleich einen ganzen Tag Urlaub nehmen zu müssen. Die moderne Familie – besonders auch Alleinerziehende und Patchwork-Familien – will nah bei den nächsten Verwandten und dem Freunde-Netzwerk sein, die vielfältigen kulturellen Angebote und Bildungs-Angebote nutzen und sich mit ÖPNV und Fahrrad fortbewegen.

    Auch Studierende wollen UNI-nah wohnen. Und nicht kilometerweit in die Universitätsstädte fahren oder auf dem Campingplatz gastieren, weil es an bezahlbaren „Studentenbuden“ fehlt.

    Wir haben die aktuellen Probleme im Fachausschuss intensiv diskutiert: Wohnraummangel in den Städten, Leerstände im ländlichen Bereich, explodierende Mieten in den Schwarmstädten, Werteverfall der Immobilien im ländlichen Raum, Bau auf der grünen Wiese am Bedarf vorbei, Zersiedelung, Verkehrsstau in die Städte hinein, nicht einmal 30% Abruf der Eigenheimfördermittel in der Vergangenheit.

    Es kann nur einen logischen Schluss geben: die Wohnraumförderung muss dem Bedarf folgen!

    Das heißt: Fortsetzen der bisherigen guten Wohnraumförderkonzepte. Konzentration auf den mietpreisgebundenen Geschoßwohnungsbau. Anknüpfen und Weiterführen der sehr guten Zusammenarbeit im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen.

    Die Landesregierung ist uns bisher die Antworten auf viele Fragen schuldig geblieben, die Kommunen und Investoren dringend brauchen:

    Wie werden die Förderrichtlinien aussehen? Was ist mit den bisher gewährten Tilgungsnachlässen? Was versteht die Landesregierung unter „bedarfsgerechter“ Förderung? Bisher ist das alles reichlich nebulös. Ministerin Scharrenbach muss nun dringend liefern.

    Nach einem Jahr Regierungstätigkeit bleibt unter dem Strich: Die Landesregierung stellt 1,5 Mrd. Euro weniger für den öffentlich geförderten Wohnungsbau zur Verfügung. CDU und FDP wollten das in einem Entschließungsantrag festmauern – das haben wir abgelehnt.

    Wir müssen stattdessen die Städte und Gemeinden wieder in die Lage versetzen, aktive Baupolitik zu machen.

  • „Nehmen es einem die Abgeordneten aus der eigenen Fraktion übel, wenn man Kontakt zu Abgeordneten anderer Fraktionen hat?“

    „Nehmen es einem die Abgeordneten aus der eigenen Fraktion übel, wenn man Kontakt zu Abgeordneten anderer Fraktionen hat?“

    dsc_5373kleinEine Berufsschulklasse des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung Remscheid besuchte am 27. September 2013 den Landtag NRW. Vor der großen Leinwand der Landespressekonferenz nahmen die zwanzig angehenden Bankkauffrauen und -männer die Reihen der Journalisten ein und stellten ihre Fragen.
    Sven Wolf ließ zunächst die vergangene Minderheitsregierung von Rot-Grün bis zur Auflösung des Landtages und den Neuwahlen 2012 Revue passieren. Hierbei stellte er vor allem die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit der Opposition in den Vordergrund. Beispiele für einen fraktionsübergreifenden Konsens waren der Stärkungspakt Stadtfinanzen mit der Fraktion der FDP, der Schulkonsens mit der Fraktion der CDU und die Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen mit den Stimmen der Fraktion die Linke.
    Ein junger Mann wollte wissen, welche Gründe Sven Wolf dazu bewegten, sich politisch zu engagieren und der SPD im Alter von 22 Jahren beizutreten. Er antwortete darauf: „Ich war schon immer ein politisch interessierter Mensch. Mein Studium der Rechtswissenschaften hat mir die Politik noch näher gebracht. Schon als Student setzte ich mich dafür ein, die Studienbedingungen für Studentinnen und Studenten an der Universität zu Köln zu verbessern. Ich protestierte mit anderen Studierenden, da uns das Studium durch den Mangel an Lehrbuchliteratur in den Bibliotheken erschwert wurde. Als Protestaktion liehen wir im Kollektiv alle Lehrbücher aus, um Gehör in der Öffentlichkeit zu finden. Wir schafften es sogar in einen Beitrag in der Tagesschau“.