Schlagwort: Testen

  • Corona-Notbremse für den Oberbergischen Kreis

    Corona-Notbremse für den Oberbergischen Kreis

    Foto: Alexandra Koch auf Pixabay

    Es ist kaum zu glauben, dass seit Montag die Schulen wieder öffnen, ohne dass dafür die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind. Selbst die Schulministerin kann nicht garantieren, dass es in der kommenden Woche zu flächendeckenden Testungen an den Schulen kommt. Dass die Landesregierung hierbei so viel Zeit verschlafen hat und keinerlei Vorbereitungen für eine funktionierende Testinfrastruktur getroffen hat, ist ein echtes Versäumnis und geradezu fahrlässig.

    Vor allem sollte die Landesregierung die Ängste und Sorgen vor Ort auch ernst nehmen. Wenn eine Kommune für sich entscheiden will, bei nicht vorhandenen Tests und steigenden Inzidenzwerten über 100 die weiteren Schulöffnungen vorerst noch auszusetzen, dann sollte sie im Sinne der aktuell geltenden Beschlüsse diesen Bedenken auch stattgeben.

    Bedauerlicherweise ist im Oberbergischen Kreis genau das Gegenteil passiert. Die Schulleitungen der Oberbergischen Gymnasien hatten sich zunächst mit der Bitte an Landrat Jochen Hagt gewandt und Ihr Besorgnis anlässlich einer Ausweitung des Präsenzunterrichtes geäußert. Als der Oberbergische Kreis dieses Anliegen an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales herantrug, lautete die unmissverständliche Antwort, dass Schulschließungen erst als letztes, unausweichliches Mittel der Pandemiebekämpfung in Betracht kämen.

    Einmal mehr zeigt sich auch im Oberbergischen Kreis, dass diese Landesregierung nicht vorausschauend handelt und nicht adäquat auf die berechtigten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort eingeht.

    Der Handlungsbedarf ist also groß. Der Landtag muss daher umgehend zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über die nötigen Konsequenzen aus den aktuellen Entwicklungen zu beraten. Wir müssen jetzt gemeinsam dafür sorgen, das Vertrauen der Bevölkerung in die Maßnahmen zu stärken. Vor allem müssen wir unsere Anstrengungen beim Testen massiv intensivieren. Solange wir nicht impfen können, müssen wir mehr testen, testen, testen.

  • Testen statt Lockdown – mit wissenschaftlichem Ansatz für eine Test-Infrastruktur Öffnungen möglich machen

    Testen statt Lockdown – mit wissenschaftlichem Ansatz für eine Test-Infrastruktur Öffnungen möglich machen

    Foto: Régis OBYDOL auf Pixabay

    Hierzu erklärt Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Solange wir mit der Verimpfung der Bürgerinnen und Bürger nicht schneller vorankommen, brauchen wir wirksame Mittel, um die weitere Verbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Ein Lockdown kann dafür jedoch keine dauerhafte Lösung sein. Wir brauchen deshalb endlich langfristige Perspektiven, um angesichts aktueller und möglicher zukünftiger Herausforderungen durch pandemische Lagen wieder gesellschaftliche Normalität zu erlangen.

    Ich bin Herrn Prof. Dr. Welfens, Herrn Prof. Dr. Markowetz und Herrn PD Dr. Brinks für ihren heute präsentierten Vorschlag sehr dankbar. Dieser sieht u.a. eine umfangreiche Teststrategie mit perspektivisch bis zu 8,5 Millionen Tests pro Tag vor. Bisher werden in Deutschland jedoch lediglich 1,6 Millionen Menschen pro Woche getestet. Im Vergleich zu anderen Ländern wie beispielsweise Dänemark befinden wir uns hierzulande in einer Testwüste. Mit den nun verfügbaren Selbsttests ist die Möglichkeit da, an diesem Zustand endlich etwas zu ändern. Und nicht nur das: In Kombination mit digitalen Freitest-Zertifikaten für negative Getestete besteht die Chance auf virusfreie Handlungsräume, mit denen sich flächendeckende Lockdowns auf Dauer vermeiden und pandemische Lagen unter Kontrolle halten lassen.

    Als SPD-Fraktion weisen wir schon seit Monaten darauf hin, dass ,testen – testen – testen‘ ein zentraler Baustein im Kampf gegen das Virus sein muss. Jetzt liegt es an der Landesregierung, diesen wissenschaftlichen Vorstoß aufzugreifen und umzusetzen. Jeder Monat Lockdown kostet die Bundesrepublik rund 34 Milliarden Euro. Eine umfangreiche Teststrategie, wie sie heute vorgeschlagen wurde, kostet über 70 Prozent weniger – sie bringt auch mehr als ein anhaltender Lockdown mit ungewisser Länge. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen eine Perspektive. Mit diesem Ansatz kann eine solche Perspektive geboten werden.“

    Hinweis: Das Konzeptpapier für eine umfassende Test-Strategie von Prof. Dr. Paul J.J. Welfens, Prof. Dr. Alexander Markowetz und PD Dr. Ralph Brinks finden Sie hier:

    Konzeptpapier