Schlagwort: Menschenrechte

  • #FairGehtMehr – Lieferkettengesetz – was schaffen wir damit?

    #FairGehtMehr – Lieferkettengesetz – was schaffen wir damit?

    2016 hat die Bundesregierung den NAP – einen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte beschlossen. Danach sollen Unternehmen die Menschenrechte entlang ihrer Lieferkette beachten. Bis 2020 erfolgt das noch als Appell an die Unternehmen. Im Koalitionsvertrag heißt es aber: „Falls die wirksame und umfassende Überprüfung des NAP 2020 zu dem Ergebnis kommt, dass die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreicht, werden wir national gesetzlich tätig und uns für eine EU-weite Regelung einsetzen.“

    In den letzten Jahren sind die Rufe nach diesen „Verkehrsregeln“ für die globalisierte Wirtschaft lauter geworden. Klare gesetzliche Regelungen auf Bundes- und EU-Ebene bringen uns entscheidend voran. Wenn faire Lieferbedingungen herrschen, haben in letzter Konsequenz die Vielen mehr davon. Damit honorieren wir auch die vorbildlichen Unternehmen aus NRW, die es sich nicht ganz so „billig“ gemacht haben..

    Dafür brauchen wir ein Lieferkettengesetz, mit dem Unternehmen dazu verpflichtet werden, sich an Menschenrechte und Umweltstandards zu halten. Wir finden: NRW muss dafür nun auch die Initiative im Bundesrat ergreifen und auf eine europaweite Lösung drängen.

  • Demokratiekompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern

    Demokratiekompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern

    Politikunterricht fällt zudem am häufigsten aus und wird am stärksten nebenbei in fachfremden Fächern unterrichtet. Deshalb setzen wir uns für eine Stärkung des Politikunterrichts ein.

    Eine intensive Diskussion der Grund- und Menschenrechte im Politikunterricht trägt dazu bei, die Stützpfeiler unseres Staats- und Rechtssystems zu verstehen. Er kann Schülerinnen und Schüler zu Argumentationsstärke verhelfen gegenüber rechtsextremen und rassistischen Ideologien, menschenverachtenden Haltungen und verfassungsfeindlichen Äußerungen.

    Es darf auch nicht von der Schulform abhängen,  in welchem Ausmaß Urteilfähigkeit und politische Kompetenz gefördert werden. Demokratiebildung muss für alle gleichermaßen wichtig sein. Alle Menschen müssen gleichermaßen die Möglichkeit haben, als mündige Bürgerinnen und Bürger an gesellschaftlichen Vorgängen und Ereignissen teilzunehmen und sie mitzugestalten. Die Schule als ein Ort gelebter Demokratie sollte die Grundregeln auch optimal vermitteln können. Dafür muss genug Unterrichtszeit da sein und genügend fachlich ausgebildete Lehrkräfte. Die Einrichtung eines Fachs Wirtschaft darf auf jeden Fall nicht zu Lasten des Politikunterrichts gehen!

    Wir brauchen Fachunterricht, einen größeren Anteil politischer Themen im Unterricht und Möglichkeiten, sich selbst in der Schule demokratisch zu engagieren: Partizipation in Schulangelegenheiten, Besuch von politischen Institutionen, Gedenkstätten, Erinnerungskulturstätten und eine stärkere Unterstützung politischen und gesellschaftlichen Engagements von Schülerinnen und Schülern in ihrer Freizeit.

    Unser Antrag dazu: Mehr Demokratie wagen!

  • Verdienstorden für Helma Ritscher

    Verdienstorden für Helma Ritscher

    Zum zweiten Mal hat somit der Bundespräsident sie für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet – im Jahr 2001 erhielt Helma Ritscher bereits die Verdienstmedaille. Im Jahr 2010 wurde ihr großer Einsatz auch mit dem „Jan Mitra Award“ der indischen Menschenrechtsorganisation „People’s Vigilance Committee on Human Rights“ (PVCHR) gewürdigt.

    Seit nahezu 30 Jahren ist sie mit großem Engagement für die Deutsch-Indische Gesellschaft und die Verständigung zwischen den Menschen beider Nationen im Einsatz. Ihrem Engagement ist die soziale und kulturelle Prägung des Vereins zu verdanken. Sie konnte andere Menschen begeistern, so dass Partnerschaften und zahlreiche Projekte im Sozialbereich und im Bildungsbereich realisiert werden konnten.

    Die Deutsch-Indische Gesellschaft  e.V. (DIG) unterstützt Not leidende Menschen in Indien und fördert den Austausch zwischen den Ländern. Helma Ritscher hat sich besonders für den Bau einer Schule für die besonders benachteiligte Kaste der Dalit eingesetzt und  durch Projekte an Remscheider Schulen junge Menschen auf die besonderen Verhältnisses dieser Gruppe in der indischen Gesellschaft hingewiesen.

  • Dienstag im Leibniz-Gymnasium: Grundrechte und Menschenrechte

    Dienstag im Leibniz-Gymnasium: Grundrechte und Menschenrechte

    Die Klasse war durch ihren Lehrer Florian Reuters prima vorbereitet und hat mich bereits im Vorfeld mit kniffeligen Fragen gelöchert. Zur Vorbereitung habe ich dann sicherheitshalber einmal einen Blick in meine Lehrbücher von der Uni geworfen, um die Fragen auch richtig beantworten zu können.

    Warum gibt es Menschenrechte und Bürgerrechte im Grundgesetz?

    Keine leichte Frage, auf die es auch keine leichte Antwort gab. Das Grundgesetz unterscheidet nämlich zwischen Jedermannsrechten, die keine Eingrenzung in persönlicher Hinsicht enthalten. Wie Art. 2 (Allgemeine Persönlichkeitsrecht wie die freie Entfaltung der Person oder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) oder Art. 14 (Eigentum). Daneben gibt es aber auch ausdrücklich Deutschenrechte in unserer Verfassung wie Art. 8 (Versammlungsfreiheit) oder Art. 9 (Vereinigungsfreiheit).

    Eine Unterscheidung, die nicht nur von vielen Staats- und Verfassungsrechtlern, sondern auch von den Schülerinnen und Schülern kritisch gesehen wurde. In der Praxis heißt das aber nicht, dass Ausländer sich nicht auch auf die diese Grundrechte berufen dürfen, denn viele Grundrechte enthalten im Kern den Gedanken der Menschenwürde nach Art. 1, der für alle Menschen in unserem Land gilt. Daneben gibt es aber auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) z.B. ein Recht auf Versammlungsfreiheit.

    Strafe für Verletzung der Menschenrechte?

    Bei dieser Frage waren wir dann schon direkt bei der internationalen Politik und dem Völkerrecht, das sich nach dem Ende des kalten Krieges deutlich weiter entwickelt hat. Ein sichtbares Zeichen hierfür ist der Internationale Strafgerichtshof, der seit 2002 seiner Arbeit in Den Haag nachgeht. Dazu habe ich einige aktuelle Fälle geschildert, wie die Verurteilung der kongolesischen Armeeführers Thomas Lubange der Kindersoldaten in den Krieg schickte, die nicht älter waren als die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse.

    Daneben gibt es auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der sich um die Menschenrechtsverletzungen in Europa kümmert. Auch hier habe ich einen Fall vorgetragen der im Jahr 2003 sich in Frankfurt ereignete: die Entführung und Ermordung eines elfjährigen Bankierssohns. Der Entführer wurde gefasst, wollte aber das Versteck seines Opfers nicht preisgeben. Der Polizeivizepräsident sah sich in einer ausweglosen Situation und ließ dem Täter mit Gewalt drohen. Diese sagte sodann aus. Nach Urteil des Gerichtshofs war diese Drohung mit einer Misshandlung durch die Polizei ein Verstoß gegen die Menschenrechte und eine unmenschliche Handlung nach Art. 3 der EMRK.

    Was meinen Sie zur großen Koalition?

    FotoAber auch die aktuelle Politik kam nicht zu kurz. Den Schülerinnen und Schülern brannte natürlich die Frage nach meiner Meinung zur großen Koalition unter den Nägeln. Das war eine gute Gelegenheit, der Klasse meine Wahlunterlagen für die Mitgliederbefragung zu zeigen und zu erklären, warum ich mit ‚Ja‘ stimmen werde. Besonders zum Thema Rente mit 63 Jahren nach 45 Jahren im Beruf, gab es viele gute Beispiele der Schülerinnen und Schüler, wer bestimmt nicht mit 67 Jahren noch arbeiten sollte wie Feuerwehrleute, Altenpflegerinnen oder Polizisten.

    An dieser Stelle nochmals Dank an Herrn Reuters und die 8. Klasse des Leibniz, die mir mit ihren Fragen und der interessierten Art eine abwechslungsreiche Stunde bescherten.