Schlagwort: öffentlich gefördert

  • NRW.Gespräche in Radevormwald: Wohnen ist ein Menschenrecht

    NRW.Gespräche in Radevormwald: Wohnen ist ein Menschenrecht

    „Wohnen ist ein Thema, das uns derzeit allen unter den Nägeln brennt. Wir brauchen dringend eine Modernisierungsoffensive“, machte Dietmar Stark in seiner Begrüßungsrede deutlich. Wie dringend der Handlungsbedarf zu sein scheint, zeigte besonders eindrücklich das Eingangsstatement von Pfarrer Dr. Dieter Jeschke: „Sie fragen sich sicher, warum hier oben ausgerechnet ein Pfarrer sitzt, um über das Thema Wohnen zu sprechen. Ich gehe in die Problemhäuser und sehe, unter welchen Bedingungen viele Menschen in unserer Stadt leben müssen. Eines dürfen wir nicht vergessen: Wohnen ist eine Frage der Menschenwürde“, appellierte  Pfarrer Jeschke.

    Bürgermeister Johannes Mans betonte in der Diskussion vor allem, dass die Stadt etwa mit der Erschließung des Neubaugebietes Karthausen ihr Möglichstes tue. Trotzdem verfüge man nicht über die finanziellen Möglichkeiten, um das Problem alleine zu stemmen: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Radevormwald eine Kommune in der Haushaltssicherung ist. Wir brauchen also Schützenhilfe vom Land – aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Johannes Mans.

    Da kann ich dem Bürgermeister nur zustimmen. Sicherlich ist Radevormwald gerade mit der Idee einer Neugründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft oder mit dem Beschluss, beim Neubaugebiet in Karthausen eine 30-prozentige Quote an Sozialwohnungen festzulegen, auf einem guten Weg. Das allein wird jedoch nicht ausreichen, um den hohen Bedarf an gefördertem Wohnraum zu decken. Denn bis 2021 werden in Radevormwald knapp 450 Wohnungen aus der Sozialbindung herausfallen.

    In den beliebten Metropolregionen in unserem Land ist die Lage noch viel dramatischer. Leider lässt die jetzige Landesregierung nicht erkennen, wie sie das Thema anpacken will. 2016 war NRW mit knapp 9.300 geförderten Wohnungen noch „Deutscher Meister bei der Wohnraumförderung“. Zwei Jahre später hat die neue Regierung diese Spitzenposition verspielt und die Zahl hat sich halbiert. Statt Champions League spielt NRW beim Wohnungsbau jetzt auf den Abstiegsplätzen. Das alles wird noch dramatischer vor dem Hintergrund, dass noch im Jahr 2016 die NRW.BANK prognostizierte, dass wir in NRW bis zum Jahr 2020 400.000 neue Wohnungen brauchen, also rund 100.000 Wohnungen pro Jahr. 2016, im Spitzenjahr, wurden 47.000 neue Wohnungen gebaut.

    Wenn ein Markt – wie der Wohnungsmarkt in NRW – so vollkommen aus dem Gleichgewicht gekommen ist, dann brechen nicht nur die Preise immer wieder neue Rekorde, sondern auch der Umgang mit Mieterinnen und Mietern ufert aus. Kaum eine Mieterin oder ein Mieter traut sich dann noch eigene Rechte geltend zu machen.

    Die Landesregierung muss hier dringend gegensteuern. Die Neugründung einer landeseigenen Wohnungsgesellschaft – wie es meine Fraktion seit einiger Zeit fordert – wäre ein erster und überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Eine solche Gesellschaft könnte dann dort auftreten, wo es in Kommunen – wie etwa in Radevormwald – keine eigene Gesellschaft gibt.

     

     

  • Gut und günstig wohnen in Radevormwald – im Gespräch mit Experten aus Düsseldorf

    Gut und günstig wohnen in Radevormwald – im Gespräch mit Experten aus Düsseldorf

    Sven Wolf, der den Kontakt zu Alexander Rychter vermittelte, begrüßt das Vorhaben der Stadt:

    „Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wird in den nächsten Jahren auch jenseits der Metropolen mit Sicherheit groß bleiben. Bei dem Neubaugebiet in Karthausen auf ein 30-prozentiges Ziel an öffentlich geförderten Wohnungen zu setzen und auch die Überlegungen zu einer Neugründung einer eigenen Gesellschaft in Radevormwald sind da sicherlich gute Ansätze, damit auch künftig jeder eine gute und bezahlbare Wohnung finden kann“, erklärte Sven Wolf.

    Gleichzeitig müsse der Schritt zu einer neuen Wohnungsgesellschaft auch gut überlegt sein. Die Stadt befindet sich deshalb gerade noch in einer ausführlichen Analyse-Phase, bei der die Umsetzbarkeit des Vorhabens und mögliche Alternativmodelle abgewogen werden sollen.

    „Wenn sich die Stadtverwaltung zu so einem Schritt entscheidet, dann ist das ein Thema, mit dem die Stadt die nächsten 20 bis 30 Jahre beschäftigt sein wird. Das Vorhaben muss nicht nur kommunalpolitisch gerechtfertigt sein, sondern der der örtliche Wohnungsmarkt muss die entsprechenden Rahmenbedingungen ermöglichen.“, erklärte Alexander Rychter.

    Gerade was die Planungskapazitäten und das notwendige Know-how angeht, spüre man in Radevormwald noch stark die Auswirkungen der Insolvenz der letzten städtischen Wohnungsgesellschaft vor zehn Jahren. Bürgermeister Johannes Mans hält deshalb auch eine Kooperation mit  anderen Wohnungsgesellschaften außerhalb von Radevormwald oder einem anderen langfristig orientierten Partner für sinnvolle Umsetzungsmöglichkeiten.

    Dem Vorschlag, die Möglichkeiten einer solchen Kooperation auszuloten, zeigte sich auch der Landtagsabgeordnete Sven Wolf aufgeschlossen:

    „Ich denke, zu einem ausführlichen Gespräch wird man in Remscheid sicherlich bereit sein. Allerdings sollten wir auch im Hinterkopf behalten, dass etwa die Remscheider GEWAG schon einmal in Radevormwald Wohnungen besaß und sich vor Jahren von diesen Wohnungen trennen musste“, erklärte Sven Wolf.

     

  • Diskussion mit Mitgliedern des VdK über bezahlbares Wohnen

    Diskussion mit Mitgliedern des VdK über bezahlbares Wohnen

    Eine sehr gute Diskussion über diese Themen habe ich mit dem VdK Ortsverband Neuss-Norf anlässlich eines von Heidi Lake-Beermann organisierten Besuchs im Landtag geführt. Der Sozialverband VdK vertritt und berät bundesweit über 1,7 Millionen Mitglieder – Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und deren Angehörige, arbeitslose Menschen, Menschen, die Grundsicherung beziehen, und viele Rentnerinnen und Rentner.

    „Mit dem Vorsitzenden des VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge, hatte ich bereits auf Fachebene einen guten Austausch. Das Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern im Landtag hat noch einmal konkrete Probleme und Einzelschicksale deutlich gemacht. Auch mit kleiner Rente muss man sich eine gute Wohnung leisten können. Unsere Antwort auf die zunehmenden Probleme auf dem Wohnungsmarkt lautet: mehr öffentlich geförderte Wohnungen. Diese können nicht nur zweckmäßig, sondern auch sehr schön sein.“

    Die Kritik der SPD-Landtagsfraktion an der neuen Landesbauordnung teilte die Gruppe des Ortsverbands VDK Neuss Norf ausdrücklich. Insbesondere die Barrierefreiheit von Wohnungen ist ein unverzichtbarer Punkt.

    „Rollstuhlfahrer waren vielfach vorher Fußgänger, die durch Krankheit, Gebrechlichkeit oder Unfall – manchmal auch plötzlich und nicht vorhersehbar – auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Je mehr barrierefreie Wohnungen es gibt, desto weniger Schwierigkeiten bereitet eine solche Umstellung auf ein Alltagsleben mit dem Rollstuhl den Betroffenen.“

    Website des VdK NRW