Schlagwort: Krankenhausplanung

  • Sven Wolf: Krankenhausplan muss öffentlich debattiert werden

    Sven Wolf: Krankenhausplan muss öffentlich debattiert werden

    Vor dem Hintergrund der heutigen (09.12.2020) Anhörung zum Gesetzentwurf „Drittes Gesetz zur Änderung des Krankenhausgestaltungsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (17/11162)“ erklärt Sven Wolf, Landtagsabgeordneter für Remscheid und Radevormwald.

    „Die Sachverständigenanhörung hat deutlich gemacht, wie intransparent sich das bisherige Gesetzgebungsverfahren für den neuen Krankenhausplan Nordrhein-Westfalens darstellt. Der Prozess läuft hinter geschlossenen Türen ab. Eine Einbindung aller relevanten Akteure und Verbände fand von Anfang an nicht statt. Auch die Bürgerinnen und Bürger, die maßgeblich von einer Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft betroffen sein werden, wurden nicht mit einbezogen.

    Das weitere Verfahren muss zwingend öffentlich debattiert werden, damit die Bevölkerung mitgenommen wird. Völlig unverständlich ist mir auch, dass die neue Krankenhausplanung schnell durchgepeitscht werden soll, obgleich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Versorgungssystem in keiner Weise ausgewertet wurden und sich im Gesetzentwurf auch nicht wiederfinden.

    Zurecht haben einige der Sachverständigen darauf hingewiesen, dass der Plan viel zu verfrüht kommt und die Krankenhausstruktur von NRW nicht mitten in der Pandemie umgeworfen werden kann. Schließlich wurde die Reform der Krankenhauslandschaft auch mit einem vermeintlichen Kapazitätsüberhang in ländlicheren Regionen wie etwa Radevormwald begründet, aber auch die Kliniklandschaft in Remscheid kann davon betroffen sein. Corona zeigt aber gerade in der 2. Welle, dass Kapazitäten schnell erschöpft sind und im Ernstfall von größter Relevanz werden können.

    Wir unterstützen daher die Volksinitiative „Gesunde Krankenhäuser in NRW – für ALLE!“, die ein patientenorientiertes, barrierefreies, wohnortnahes und bedarfsgerechtes, gemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen fordert.“

  • Corona-Krise zeigt: Moratorium zur Krankenhausplanung muss kommen

    Corona-Krise zeigt: Moratorium zur Krankenhausplanung muss kommen

    Hierzu erklären Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende, und Josef Neumann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Die Corona-Krise zeigt, dass die von NRW-Gesundheitsminister Laumann auf einem Gutachten basierende Krankenhausplanung zur Umstrukturierung und Zentralisierung der Krankenhauslandschaft auf Eis gelegt werden muss. Die Maßstäbe, die zur Planung herangezogen wurden, haben sich im Lichte der Pandemie grundsätzlich verändert. Die Situation verlangt, dass wir nach Überwindung der Corona-Krise über die Zukunft der Krankenhäuser mit Blick auf die jetzt gewonnenen Erfahrungen neu diskutieren. Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig eine nachhaltige Krankenhausstruktur für die Daseinsvorsorge ist. Daher fordern wir ein Moratorium für die aktuelle Krankenhausplanung der Landesregierung.“

     

  • Landesregierung muss mehr für die Prävention von Diabeteserkrankungen tun

    Landesregierung muss mehr für die Prävention von Diabeteserkrankungen tun

    Im Alter von 80 bis 84 Jahren leidet fast jeder dritte Mensch in Nordrhein-Westfalen an Diabetes. Aber auch Jüngere sind zunehmend betroffen. Den größten Anstieg der Erkrankungen haben wir bei den 40- bis 44-Jährigen. Hier gab es einen Anstieg um 61 % in den Jahren von 2008 bis 2017.

    Mit einer Großen Anfrage im Landtag haben wir die maßgeblichen Daten und Fakten von der Landesregierung erfragt. Wir sagen: Mit einem bloßen „Weiter so“ kann sich die Politik sich nicht abfinden. Das reicht uns als SPD nicht aus. Wir brauchen einen Diabetesplan für Nordrhein-Westfalen, der Prävention, Früherkennung und Behandlung in den Mittelpunkt stellt und auch die vermehrte Krankheitslast in bestimmten Regionen berücksichtigt.

    Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz für Diabeteserkrankte bei der Krankenhausplanung und bei der geplanten Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft – über die Fachrichtungen hinweg.

    Wie es auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft fordert, wollen wir, dass im Medizinstudium und in der Weiterbildung die Diabetologie viel mehr Bedeutung bekommt – insbesondere in der Kindermedizin.

    Die Vergütung der Fachärzte ist zu gering und bietet daher auch keinen Anreiz für junge Mediziner. Aber man muss auch die interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit weiter stärken und ausbauen. Ganz dringend müssen die beratenden Berufe in der Diabetologie gestärkt werden.

    Neben der Behandlung der Krankheit ist zweite Standbein die Prävention. Dazu gehört auch die Verhinderung von Folgeerkrankungen und Reduzierung der Krankheitslast für die Betroffenen.

    Bereits in Schulen und Kitas muss der Fokus vermehrt auf gesunde Ernährung und Ernährungsbildung gelegt werden. Die SPD-Landtagsfraktion hat bereits einen Antrag „Gesundes Essen ist Kinderrecht“ zur gesunden Schul- und Kitaernährung vorgelegt.

    Die Kenntnisse über die Krankheit Diabetes sind in der breiten Bevölkerung noch zu gering. Unsere Sprecherin hat auf die Möglichkeiten hingewiesen, der Lobby der Zuckerindustrie Grenzen zu setzen durch eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln oder auch durch eine höhere Besteuerung von Softgetränken.

    Auf Bundesebene wird vom Landwirtschaftsministerium derzeit ein Antrag blockiert, in dem es unter anderem um die Forderung geht, dass Lebensmittel, die als Lebensmittel für Kinder deklariert sind, einem dem von der WHO erstellten europäischen Nährwertprofil entsprechen müssen, sowie um die Reduzierung von Zucker in Getränken.

    Die Landesregierung muss hier mehr tun und eine landesweite koordinierte breite Vorsorge- und Gesundheitsversorgung gewährleisten. Wir werden das weiter einfordern.