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  • Die Verfassung muss jeder verstehen können

    Die Verfassung muss jeder verstehen können

    Was ist eine Verfassung? Und warum heißt das so? Eine Verfassung ist das wichtigste Gesetz in einem Staat. Es enthält die wichtigsten Rechte, also was man darf, und Pflichten, also was man muss. Es wird geregelt, wie die vielen Menschen zusammenleben. Dieses Gesetz wurde aufgeschrieben. Das nennt man auch verfassen.

    In Deutschland gibt es eine Verfassung. Sie heißt: das Grundgesetz. Deutschland ist auch ein Bundesstaat. Es gibt nämlich mehrere Bundes-Länder. 16 Bundes-Länder sind es. Jedes hat auch ein eigenes wichtigstes Gesetz. Eine Landes-Verfassung.

    Nordrhein-Westfalen ist unser Bundesland. Kurz gesagt: NRW. NRW hat eine Landes-Verfassung. Die gibt es jetzt in einfacher Sprache. Dann können sie alle verstehen. Wer nicht gut lesen kann. Oder keine langen Texte. Wer nur wenig Deutsch spricht. Wer jetzt eingereist ist. Gesetze sind sonst in schwerer Sprache. Und ganz schön lang.

    Warum ist das wichtig? In der Verfassung steht, welche Rechte man hat. Daran müssen sich alle halten. Wenn nicht, kann man sich beschweren. Das geht nur, wenn man die Rechte kennt. Zum Beispiel: Jeder darf so leben, wie er möchte. Solange er keine anderen Menschen stört. Alle sollen gerecht behandelt werden. Und noch viele andere Rechte. Wir haben alle diese Rechte. Das ist gut.

    Die Menschen können zur Wahl gehen. Und bestimmen, wer in NRW regiert. NRW hat eine Verwaltung. Das sind Menschen, die dafür arbeiten. Die Verwaltung kann Menschen helfen. Sie hilft, wenn einem jemand was wegnimmt. Dann kann man zur Polizei gehen. Kinder bekommen auch Schutz. Kinder können zur Schule gehen und das kostet nichts. Für die Schulen sorgt die Verwaltung.

    Die Verfassung gibt es hier

    Nicht alle schwierigen und einzelnen Sachen sind da drin. Wenn Sie Fragen haben, helfe ich gerne.

  • Artgerecht, individuell, regional und einfach

    Artgerecht, individuell, regional und einfach

    Ein Gespräch mit Melanie Scholz, Existenzgründerin und Inhaberin des Remscheider Unternehmens „frischfüttern“

    Die Geschäftsidee der studierten Biologin, Informatikerin und Geografin lässt sich auf folgende Formel bringen: „Frisches Futter für Hund und Katze, artgerecht, individuell, regional und einfach“. Damit scheint Melanie Scholz einen Nerv getroffen zu haben. „Es lässt sich in vielen Bereichen ein neues Verbrauchverhalten beobachten. Viele Menschen haben genug vom industriellen Einheitsbrei“, erzählte sie mir. Und das nicht ohne Grund: Viele Tiere hätten Probleme mit der Industrienahrung, was zu Verunsicherung führe.

    In engem Kontakt mit den Tierhaltern erstellt sie dann einen individuell auf das Tier angepassten Ernährungsplan ­– stets aus frischen Zutaten, die sie von Kleinbauern aus dem Rheinisch-Bergischen Umland bezieht.

    Doch bis hierhin war es ein langer Weg. „Wenn man nicht gerade reich geerbt hat oder anderweitig über das nötige Kleingeld verfügt, dann ist die Existenzgründung in Deutschland schon sehr schwierig“, berichtete mir Frau Scholz. Oft würde bei der Förderung von Unternehmen zu einseitig auf innovative Start-Ups geachtet. Innovation sei sicherlich wichtig und notwendig, doch dürfe man nicht vergessen, dass in vielen Arbeitsprozessen Maschinen die gute alte, menschliche Handarbeit einfach nicht ersetzen können. Das ist auch aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt: Eine nachhaltige und innovative Entwicklung kann nur gelingen, wenn wir mehr Fachkräfte ausbilden. Dazu gilt es auch, die altbewährten Ausbildungsberufe in Industrie und Handwerk als attraktive Ausbildungsplätze wieder stärker bei den Jugendlichen in Erinnerung zu rufen.

    Auf der anderen Seite werde gerade an den Schulen die Digitalisierung verschlafen, meinte Frau Scholz. „Ich würde Informatikkenntnisse gleichsetzten mit dem Beherrschen einer Sprache. Wir müssen aufpassen, dass nicht analog zur gebildeten Klasse im Mittelalter, die im Gegensatz zum Großteil der Bevölkerung Lesen und Schreiben konnte, in der heutigen Zeit eine digital-gebildete Klasse entsteht“, so Melanie Scholz. Kritisch sehe sie auch, dass in den Schullehrplänen das Thema Wirtschaft nur am Rande vorkomme und das Lebensmodell „Existenzgründer“ so praktisch nicht infrage komme.

    Ich denke, digitales Know-How und Wirtschaftskenntnisse, aber auch das Wissen über unsere Pflichten und Rechte als Verbraucher und als Handelnde im Internet gehören heute in den Unterricht. Aber neben dem theoretischem Wissen sollte auch nicht zu kurz kommen, dass Schülerinnen und Schüler gerade im Rahmen von Praktika in Unternehmen auch viel von den Menschen im Unternehmensalltag lernen können und hier tatkräftige Vorbilder für ihre Berufswahl, aber auch für den Alltag kennenlernen können. Vorbilder wie Melanie Scholz.