Schlagwort: WLAN

  • „SPD kauft 20 Router. Damit weitere Freifunk Wolken aufsteigen“

    „SPD kauft 20 Router. Damit weitere Freifunk Wolken aufsteigen“

    „Wir waren sofort begeistert von dem Engagement der jungen Freifunker“ so Sven Wolf. „Als erstes werden wir 20 Router kaufen, die uns der Freifunkverein mit der eigenen Software versorgt. Die Router bieten wir unseren Mitgliedern an, so dass mindestens an zwanzig weiteren Orten in Remscheid die ersten kleinen Freifunkwolken aufsteigen. Auch die Geschäftsstellen der SPD wird ins Freifunknetz einsteigen. Das gelingt sogar aus der vierten Etage. Dann wird im Umfeld um unser Büro an der Elberfelder Straße kostenloses Surfen im WLAN möglich.“

    „Ich gebe zu, dass ich aus meiner beruflichen Erfahrung im IT-Bereich doch anfänglich etwas skeptisch war“ wirft Thomas Kase sein. „Die beiden IT-Experten haben mich aber überzeugt. Zumindest solange es so engagierte Mitglieder in dem Verein gibt, wird das Projekt laufen. Daher werden wir nun in unsere Ratsfraktion das Thema weiter aktiv begleiten.“

    Die Freifunker berichteten der SPD-Ratsfraktion über ihre bisherigen Projekte etwa in Leverkusen-Opladen, Hückeswagen oder Radevormwald. Besonders erfreut waren die SPD-Mitglieder, dass auch erste Gespräche mit der Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße geführt wurden und die Freifunker der ISG nun konkrete Angebot machen wollen, um auch die Remscheider Fußgängerzone mit offenem WLAN zu versorgen. „Wenn wir dabei helfen können, steht die SPD-Ratsfraktion gerne bereit“ ist sich Sven Wolf sicher.

    In der Remscheider Innenstadt gibt es rund 24 Freifunkzellen oder Freifunk-Wolken. Die Freifunker sind in einem eingetragenen Verein organisiert. Der Verein für das Bergische Land (Verbund freier Netzwerke Nordrhein-Westfalen e.V.) hat rund 250 Mitglieder und einen siebenköpfigen Vorstand. Der Verein will selbst keinen Gewinn erwirtschaften, sondern finanziert sich über die Mitgliedsbeiträge oder Spenden. Der Verein hilft bei der Einrichtung von offenem WLAN und stellt Software für die Einrichtung der eigenen Router bereit. Diese Router werden selbst für Preise um die 15 Euro im Fachhandel gekauft. Wer sich beteiligt, darf in seinem Geschäft oder Büro mit dem Aufkleber Freifunk werben. Der Verein selbst hat den Status eines Providers und tunnelt die Nutzerinnen und Nutzer direkt über einen eigenen Server ins Internet. Das ganze vollkommen getrennt vom eigenen Router des Geschäfts oder Büros. Gefahren, dass die Nutzerinnen und Nutzer des offenen WLANs auf dem internen Router landen, bestehen also nicht.

    100xWLAN für NRW

    Passend dazu hat sich auch die NRW-Landesregierung mit ihrem Projekt 100xWLAN in NRW dazu entschieden, zunächst auf 100 Landesbehörden offenes WLAN durch die Freifunker einrichten zu lassen. Den Anfang macht dabei die Staatskanzlei in Düsseldorf. Dies soll zeigen, dass inzwischen auch die letzten rechtlichen Bedenken überwunden werden konnten.

    Minister Franz-Josef Lersch Mense Foto: Land NRW / M. Hermenau
    Minister Franz-Josef Lersch Mense,
    Foto: Land NRW / M. Hermenau

    Medienminister Franz-Josef Lersch-Mense: „Die Landesregierung hat 148 Gebäude identifiziert, die für dieses Projekt grundsätzlich infrage kommen. Jetzt sind die Freifunk-Vereine im ganzen Land dazu aufgerufen, sich zu melden und gemeinsam mit der Landesregierung eine Auswahl zu treffen, an welchen dieser Gebäude sie freies WLAN anbieten können. Damit wollen wir den großartigen ehrenamtlichen Einsatz der Freifunker in Nordrhein-Westfalen weiter unterstützen.“ Weiter Informationen finden sich hier.

     

  • Eine gute Woche für offenes WLAN: Störerhaftung und Filesharing

    Eine gute Woche für offenes WLAN: Störerhaftung und Filesharing

    „Es wurde aber auch Zeit diese rechtliche Unsicherheit zur Störerhaftung auf Bundesebene zu beenden. Der Bundesgerichtshof ist in den letzten Jahren seiner Linie treu geblieben und hat zum Filesharing klar gestellt: wer sein WLAN für Gäste öffnet, haftet nicht für das, was dort hochgeladen wird“ so Sven Wolf zur aktuellen Rechtsdebatte. „Es ist gut, dass sich die SPD auf der Bundesebene mit der Forderung durchgesetzt hat, die sogenannte Störerhaftung abzuschaffen.“ ergänzt Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

    Vogt-Presse
    Alexander Vogt MdL, medienpolitischer Sprecher SPD-Landtagsfraktion NRW

    „Damit wird der Weg für die zukünftige Entwicklung von offenen WLAN-Netzen frei. Insbesondere der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich gegen eine vernünftige Regelung gewehrt, die in vielen anderen europäischen Ländern üblich ist. In NRW setzt sich die SPD-geführte Landesregierung seit mehreren Jahren für die Förderung von freien WLAN-Netzen ein. Der Landtag hat dazu verschiedene eindeutige Beschlüsse gefasst. Durch die Entscheidung auf Bundesebene wird unseren Forderungen endlich nachgekommen.

    Freie und offene Internetzugänge sind für uns Voraussetzung einer modernen Infrastruktur. Darum fördern wir Projekte in den Kommunen auch finanziell. Mit der heutigen Einigung können nun mehr offene WLAN-Zugänge von privaten und nebengewerblichen Anbietern geschaffen werden. Es wird Rechtssicherheit geschaffen, von denen auch Café- und Restaurantbetreiber mit offenen Netzen profitieren.“

    Beim Thema Filesharing ist es inzwischen auch klar, dass nicht anlasslos eine Haftung besteht. Der BGH hat das mit Urteil vom 12. Mai nunmehr deutlich gemacht. Er führt hierzu aus: „Den Inhaber eines Internetanschlusses, der volljährigen Mitgliedern seiner Wohngemeinschaft, seinen volljährigen Besuchern oder Gästen einen Zugang zu seinem Internetanschluss ermöglicht, trifft keine anlasslose Belehrungs- und Überwachungspflicht.“ Damit bleibt der BGH seiner Linie treu und hat die Haftung für die Internetnutzung durch Dritte nochmal eingeschränkt. Die vollständige Pressemitteilung des BGH findet sich hier.