Schlagwort: Schule

  • Jugendliche schlüpfen in die Rolle von Landtagsabgeordneten

    Jugendliche schlüpfen in die Rolle von Landtagsabgeordneten

    Foto: Danielle Behmenburg

    Im Jugendlandtag versetzen sich Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren in die Rolle eines Abgeordneten. Drei Tage lang diskutieren sie über politische Themen in Fraktionen, Ausschüssen, und Anhörungen, dabei bereiten sie sich auf den Höhepunkt, die Plenarsitzung vor.

    Der Landtag nimmt die Jugendlichen ernst und die im Jugendlandtag verabschiedeten Anträge werden nun an den Hauptausschuss weitergeleitet. Die intensiven Tage im Parlament hätten die jungen Menschen zu Botschaftern und Botschafterinnen der Demokratie gemacht, so der Landespräsident André Kuper, mit denen sich die Jugendlichen unter anderem austauschen konnten. Ebenfalls Teil des Programms ist der Parlamentsabend, auf dem eine Vielzahl an Aktivitäten angeboten wird, wie Kicker, Dart, oder Tischtennis etc., begleitet von Live Musik. Hier hatten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich untereinander und die Abgeordneten besser kennenzulernen, sowie in einen Austausch mit der Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Dr. Barbara Dauner-Lieb zu treten.

    Dieses Jahr standen die Themen „Mehr Praxisnähe und Finanzbildung in der Schule“ und „Mentale Gesundheit“ ganz oben auf der Agenda. Aber auch die Radikalisierung von jungen Menschen über Social-Media-Kanäle hat den Jugendlandtag beschäftigt und wurde ganz zu Beginn im Rahmen einer Aktuellen Stunde diskutiert.

    Ich möchte mich herzlich bei Philip Schulze, Mitglied der Jusos Remscheid,  bedanken, der mich in diesem Jahr vertreten hat. Er sagt, er habe die Simulation der echten Arbeit eines Landtagsabgeordneten als äußerst realistisch empfunden und habe dabei viel lernen können. Besonders die Zusammenarbeit in den Ausschüssen mit den anderen Fraktionen habe ihm wertvolle Einblicke in die unterschiedlichen politischen Positionen gegeben, sowie ein besseres Verständnis für diese. Dadurch verstehe er nun besser, warum politische Entscheidungsprozesse manchmal so lange dauern können. „Es war eine insgesamt tolle Erfahrung. Der Zusammenhalt in der SPD-Jugendlandtagsfraktion war super und ich konnte tolle Menschen kennenlernen.“, lautet Philips Fazit.

    Text: Unsere Praktikantin Anouk Rüsche

  • Landesregierung soll „Woche der Demokratie“ in allen Bildungsstätten ausloben

    Landesregierung soll „Woche der Demokratie“ in allen Bildungsstätten ausloben

    Hierzu erklärt Sven Wolf, Sprecher der SPD-Fraktion im Hauptausschuss des Landtags NRW:

    „Wir leben in einer Zeit von Kriegen, Krisen und Unsicherheiten. Extremistische Gruppen von links, von rechts, islamistischer oder antisemitischer Art werden größer oder werden zumindest lauter und verbreiten immer mehr Hass und Hetze. Umso wichtiger ist es, dass wir Demokratinnen und Demokraten noch mehr für unsere Demokratie einstehen. Aber Demokratisch agieren kann nur, wer Demokratie versteht, wer sie gelernt und eingeübt hat. Deswegen fordern wir die Landesregierung auf, eine landesweite „Woche der Demokratie“ in allen Bildungsstätten auszuloben.

    In dieser Zeit sollen in den Kitas, Schulen, Berufskollegs und Hochschulen die Grundfeste unserer Demokratie im Mittelpunkt stehen. Die Woche soll ein Anstoß sein für weitere Projekte, Gespräche, die Entwicklung von Sensibilität hinsichtlich der Feinde der Demokratie und die Wichtigkeit des Gegensteuerns. Wir laden alle demokratischen Fraktionen ein, diese Idee gemeinsam mit uns weiter zu entwickeln und schließlich unsere Demokratie noch stärker zu machen.“

    Unser Antrag

     

  • Wolf besucht Remscheider Grundschulen zum Vorlesetag

    Wolf besucht Remscheider Grundschulen zum Vorlesetag

    Foto: Metin Kaynak

    „Ich selbst lese gerne und lese unglaublich gerne vor. Lesen regt die Phantasie an und gerade Kinder sind dabei wirklich begeistert.“

    Aber auch die Gespräche am Rande des Vorlesetags sind genauso wichtig wie das Vorlesen selbst. „Der Vorlesetag ist für mich immer wieder ein toller Anlass, um mit den Schulen und den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.“, erklärt der Landtagsabgeordnete. „An der Schule am Steinberg wurde mir dann auch direkt der Schulhof gezeigt, denn der ist etwas trostlos und nur ein großes Klettergerüst steht dort. Die beiden Schülerinnen baten mich, kümmere Dich! Ehrensache, dass ich das mache.

    Denn auch in der Geschichte, die ich vorgelesen habe, ging es um einen Spielplatz. Ein Haus hatte Geld im Kreuzworträtsel gewonnen und nun mussten alle Bewohner gemeinsam diskutieren und entscheiden, was damit gemacht wird. Am Ende der Geschichte überzeugten die Ideen der Kinder und das Geld wurde für einen schönen neuen Spielplatz genutzt.“

    Wolf las aus dem Buch „Was ist eigentlich Demokratie? Toni aus der Orangenkiste“ von Tina Ruthe und Sally Lisa Starken.

  • Jarne begleitete mich einen Tag im Landtag

    Jarne begleitete mich einen Tag im Landtag

    Morgens stand eine Debatte zum Thema Medikamentenversorgung auf der Agenda, dann eine Diskussionsrunde mit 44 Schülerinnen und Schülern des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums aus Remscheid, ein Gespräch mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung über Arbeitsbedingungen, Mindesteinkommen und Werte. Und dann wieder Debatten und Fragestunden. Viel reden, aber noch wichtiger viel zuhören.

    „Ich selbst diskutiere schon mit, wenn es wichtige Themen sind, aber rede auch nicht bei jedem Thema viel,“ meint Jarne. Berufserkundungstage sind dafür da, einen Beruf einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Und was meint Jarne zum Beruf eines Politikers? „Es war schon so, wie ich es erwartet habe“.

     

    Eigentlich interessiert ihn eher Wirtschaft. „Ich bin aber noch nicht festgelegt, was ich beruflich machen möchte, Deshalb schaue ich mir verschiedene Berufe an. Im Juni bin noch ich bei einem Architekten, einer IT-Firma und in einer Schule.“

     

    Berufserkundungstage finde ich sehr wichtig. In meinem Berufsalltag wechseln sich spannende Momente und weniger spannende ab. Klar, gibt es auch mal zähe langwierige Gespräche wie Fragestunden im Plenum. Dafür aber auch manchen sehr lebendigen Austausch mit ganz vielen Menschen am Rande der Plenartage. 

     

  • NRW im Abi-Super-Gau – Ministerin Feller muss katastrophales Kommunikationsverhalten in Sondersitzung erklären

    NRW im Abi-Super-Gau – Ministerin Feller muss katastrophales Kommunikationsverhalten in Sondersitzung erklären

    Foto: Taken auf pixabay

    Hierzu erklärt Dilek Engin, schulpolitische Sprecherin:

    „Was für ein Abi-Super-Gau der Schulministerin. Wie konnte man gestern eine ganze Schullandschaft so lange im Unklaren darüber lassen, wie es nach den Download-Schwierigkeiten weitergeht? Über Stunden war die Ministerin abgetaucht. Das war wirklich katastrophales Kommunikationsverhalten von Frau Feller. Von der viel zitierten Verwaltungserfahrung war gestern nicht viel zu spüren. Dass sie in dieser Krisensituation so lange ,auf stumm geschaltet‘ hat, ist mir wirklich ein Rätsel. Dabei müsste sie doch längst gelernt haben, dass in solchen Momenten nichts so wichtig ist wie eine schnelle und klare Information der Betroffenen.

    Ausbaden müssen es jetzt die Lehrkräfte und die Abiturienten. Im Übrigen insbesondere die Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens, die am Freitag das Zuckerfest feiern. Und ob bei dem angekündigten Bahn-Streik am Freitag überhaupt ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden kann, ist auch noch völlig offen. Das gilt auch für die Frage nach dem Umgang mit den gestern hoch geladenen Prüfungsaufgaben. Eigentlich können sie nicht mehr verwendet werden, da eine Geheimhaltung nicht hundertprozentig sichergestellt werden kann.

    Ich erwarte, dass die Ministerin umgehend in einer Sondersitzung des Schulausschusses dem Landtag erklärt, wie sie ein rechtssicheres Abitur gewährleisten will.“

  • Sophie-Scholl-Gesamtschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

    Sophie-Scholl-Gesamtschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

    Foto: Metin Kaynak

    „Sehr geehrter Herr Pötters,
    sehr geehrter Herr Hoffmann,
    liebe Schülerinnen und Schüler,

    herzlichen Dank für die Einladung zur heutigen Veranstaltung – heute wird der Sophie-Scholl-
    Gesamtschule die Plakette „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.

    Für mich ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis, diese tolle Schule zu besuchen. Denn eine Sache
    fällt mir hier immer wieder auf: die Schülerinnen und Schüler der „Sophie-Scholl“ sind unheimlich
    engagiert. Sei es der SoWi-Kurs, der mich als eine ersten Schülergruppen vor wenigen Wochen nach
    der Corona Unterbrechung wieder im Landtag besuchte. (Lehrer Alexander Schenk und Bence
    Mauritz)

    Das gilt aber auch für den Geschichte-Projektkurs, der dieses großartige Projekt auf den Weg
    gebracht hat – ein Besuch an dieser Schule und ein Austausch mit Euch, den Schülerinnen und
    Schülern ist, für mich immer bereichernd.
    Als der Projektkurs Geschichte von Herrn Hoffmann mich gebeten hat, die Schirmherrschaft für das
    Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu übernehmen, war ich unglaublich stolz.
    Nicht nur darauf, dass die Schülerschaft sich gerade für mich entschieden hat, sondern besonders
    darauf, dass Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung auch unseren jungen Mitmenschen sehr am
    Herz liegen.

    Dafür ein herzliches Dankeschön!

    Gerne will ich Euch bei Eurer künftigen Arbeit eine Schule ohne Rassismus und eine Schule mit
    Courage zu werden unterstützen.

    Toleranz, Gleichberechtigung, Courage – das sind Worte, mit denen Sophie Scholl, und alle die mit ihr
    gemeinsam gekämpft haben, bis heute in unser aller Erinnerung weiter lebt.

    Ihren selbstlosen Einsatz gegen das menschenverachtende NS-Regime hat sie letztlich mit ihrem
    jungen Leben bezahlt. Sie hat uns aber fast 80 Jahre nach ihrem Tod etwas wichtiges hinterlassen:
    Mut, den Mut, sich und seine Stimme gegen Ungerechtigkeit, Rassismus und Intoleranz zu erheben!
    In den jungen Jahren unserer heutigen Bundesrepublik gab es diese Wertschätzung und diese
    Achtung gegenüber diesem Mut nicht. Ganz im Gegenteil bis in die 1960er Jahre wurde dieser
    Widerstand von vielen und besonders von alten Nazis, die immer noch in wichtigen Positionen
    unseres Staates saßen, diffamiert.

    Ein unrühmliche Berufsgruppe waren die Juristen in unserem Land. Einen Beruf den ich vor vielen
    Jahrzehnten mit großer Leidenschaft selbst ergriffen habe. Aber erst in den letzten 20 Jahren reden
    wir Jurist*innen immer die Verantwortung unserer Berufskollegen am funktionieren des NS-Regimes.
    Allzu leicht stellten sich Juristen in den Dienst der Nazis oder waren selbst glühenden Anhänger
    dieser menschenverachtenden Ideologie.

    Erst nach Ende des zweiten Weltkriegs begannen Juristen wie der Rechtsphilosoph Gustav Radbruch,
    Grundsätze zu entwickeln und künftigen Generationen mitzugeben, um solche staatliche Willkür und
    staatlich organisierten Massenmord zu verhindern.

    Ein leuchtendes Beispiel ist der jüdische Staatsanwalt Dr. Fritz Bauer, der es sich trotz massiven
    Gegenwinds und Repressionen in den 1960/1970er Jahre zur Aufgabe gemacht hatte, die „Herrschaft
    des Rechts“ nach Ende der NS-Diktatur wieder herzustellen und Täter vor Gerichten zur
    Verantwortung zu ziehen. Mit seinem Namen sind die ersten großen Prozesse über die Verbrechen
    im KZ-Auschwitz und die Ergreifung eines der Hauptorganisators des Holocaust Adolf Eichmann
    untrennbar verbunden.

    Zwar ist diese Schule zu jung, um Zeuge schrecklicher nationalsozialistischer Willkür gewesen zu sein.
    Trotzdem ist hier die Überzeugung, so etwas nie wieder zuzulassen, allgegenwärtig zu spüren.
    Ich bin stolz darauf, dass Sophie Scholl dieser Schule nicht nur ihren Namen weitergegeben hat,
    sondern auch die Werte, für die sie lebte.

    Diese heutige Plakette ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern bringt auch eine Verantwortung mit
    sich.

    Rassismus, Sexismus und Homophobie verbreiten sich immer mehr in unserer eigentlich vielfältigen
    und toleranten Gesellschaft. Davon bleiben die Schulen nicht verschont. Dabei sollten gerade
    Schulen Orte des Miteinanders und des Respekts sein. Ohne Ausgrenzung, ohne Vorurteile, ohne
    Angst. Aber dafür mit Courage und mit Zusammenhalt.

    Um diesen Zusammenhalt weiterhin zu sichern, habt Ihr Euch heute tausenden deutschen Schulen
    angeschlossen und stellt euch nun Seite an Seite gegen Hass und Diskriminierung.

    Ich bin unglaublich glücklich, so viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer aber vor allem auch die
    mutigen Schülerinnen und Schüler zu sehen, die so ein tolles Beispiel für unsere Gesellschaft sind!
    Liebe Schülerinnen und Schüler, bitte behaltet den Willen und den Mut, Eure Stimme gegen
    Ungerechtigkeiten zu erheben, Euer Leben lang. Vergesst niemals die Erinnerung an Eure
    Namenspatronin Sophie Scholl und wofür sie gekämpft hat. Ein größeres Geschenk wird euch diese
    Schule trotz der großartigen Lehre nicht geben können.

    Vielen Dank.“

  • Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Foto: Pixabay

    Wie aus heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gibt es rund 14 Prozent weniger Lehramtsabsolventinnen und -absolventen als vor zehn Jahren. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen liegt laut einer aktuellen Statistik des Landesbetriebs IT-NRW im Jahr 2020 bei 6.794. Im Jahr 2010 waren es noch 7.862 Absolventen gewesen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Statt der versprochenen ‚weltbesten Bildung‘ legt die Landesregierung kurz vor Ende der Legislatur den nächsten Negativ-Rekord im Schulbereich vor. Gute Bildung steht und fällt mit den Lehrkräften. Doch genau die fehlen in NRW. Das zeigt sich beispielsweise auch beim deutlich gestiegenen Unterrichtsausfall.

    Unsere Schulen leiden unter Personalmangel. Der Landesregierung ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, diesem Trend entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Zum Ende der Legislatur ist die Bilanz der Landesregierung dramatisch. Bis zum Jahr 2025 werden mindestens 26.000 Absolventinnen und Absolventen allein für das Grundschullehramt fehlen.

    Wir brauchen dringend eine wirksame Personaloffensive, um der drohenden Bildungskatastrophe abzuwenden. Es wäre ein erster wichtiger Schritt, wenn die Landesregierung endlich die versprochene Angleichung der Bezahlung der Lehrkräfte umsetzen würde: Alle Lehrkräfte haben unabhängig von der Schulform eine Bezahlung von A13 verdient. Bislang verdient eine Grundschullehrerin etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist schlichtweg ungerecht. Wir müssen außerdem den Seiteneinstieg über alle Schulformen hinweg erleichtern und attraktiver machen. Um mehr Absolventinnen und Absolventen zu bekommen, müssen auch mehr Ausbildungsplätze angeboten werden. Deshalb sollten die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in die erste Phase der Ausbildung von neuen Lehrkräften eingebunden werden.“

  • Der Ärger ist gerade an den Grundschulen unbeschreiblich groß

    Der Ärger ist gerade an den Grundschulen unbeschreiblich groß

    Foto: Pixabay

    Die Befürchtung, dass Schulministerin Yvonne Gebauer zunehmend überfordert ist, hat sich nun bestätigt. Trotzdem wird weiterhin auf Sicht gefahren. Und das auf Kosten der Schülerinnen und Schüler sowie der engagierten Lehrkräfte und Eltern.

    Auch vor Ort bei uns in Remscheid wurden von Vielen Sorgen und Bedenken an mich herangetragen, zuletzt in guten und ausführlichen Gesprächen mit der Stadtschülervertretung und der Stadtelternvertretung. Dabei wurde deutlich, dass gerade an den Grundschulen der Ärger unbeschreiblich groß ist. Herr Neldner von der Stadtelternvertretung berichtete mir, dass manche Eltern fragten, warum das Verfahren für die Einzeltests wie an den weiterführenden Schulen nicht auch auf die Grundschulen ausgeweitet werde.

    Eltern und Schüler fühlen sich ohnmächtig. Auch an den Remscheider Grundschulen sah man an verschiedenen Standorten weiße Fahnen aus den Fenstern hängen. Die Schulleitungen kapitulieren vor der derzeitigen Situation. Nicht weil es an Einsatz mangelt, sondern an Unterstützung und rechtzeitiger Information seitens des Ministeriums. Das Chaos ist perfekt.

    Ende letzter Woche erreichte mich auch ein offener Brief der GEW in Remscheid. Darin wurde nochmal eindrücklich der erhebliche Zeitaufwand und die Belastung für das Lehrpersonal und die Schülerschaft beschrieben, die aus der derzeitigen Testsituation entstehen. Ich appelliere an die Schulministerin, dass schnell und klug auf die berechtigten Sorgen von Schülern, Eltern und Lehrern eingegangen wird. Eine pragmatische Lösung vor Ort könnte es beispielsweise sein, mobile Teststationen auf den Schulhöfen einzusetzen, wie es die GEW in ihrem Schreiben fordert.

  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    Bei den Grundschulen wird der Unterrichtsausfall an den Schulen Adolf-Clarenbach und Steinberg besonders deutlich. 5,3 % und 4,6 % des Unterrichts sind in den Schuljahren 2018/19 und 2019/2020 an der Grundschule Steinberg und 6,1 % bzw. 6,5 % in diesen Jahren an der Grundschule Adolf-Clarenbach ersatzlos ausgefallen. Auch die Freiherr-vom-Stein-Schule und die Grundschule Dörpfeld hatten jeweils ein Schuljahr mit hohem Unterrichtsausfall von 7,4 % und 7,5 %.

    Die Hauptschule Hackenberg macht mir am meisten Sorge. Dort fiel 10,8 % des Unterrichts im Schuljahr 2018/19 aus. Damit lag unsere Hauptschule leider im Schlussfeld von 9 Hauptschulen in NRW, deren Unterrichtsausfall prozentual zweistellig ist. In 2019/20 war es mit 9,2 % kaum besser. Man muss sich das einmal vorstellen: Wenn eine Schülerin oder ein Schüler 30 Stunden Unterricht in der Woche hat, fallen davon im Schnitt immer 3 h aus. Wie sollen da Lernziele erreicht werden?

    Bei den Realschulen sieht es nicht so schlecht aus wie in anderen Städten, aber auch an den Gesamtschulen fiel deutlich zu viel Unterricht aus. Auch hier zeigten die Daten im Schuljahr 2018/19 bei der Albert-Einstein-Schule einen Unterrichtsausfall von 7,7 % in 2018/19 und 8,2 % in 2019/20 und bei der Sophie-Scholl-Schule von 8,1 % in 2018/19 und 5,9 % in 2019/20. Auch an der EMMA und dem Röntgen-Gymnasium liegt der Unterrichtsausfall in beiden Jahren deutlich über 5 %. Die Zahlen in der Antwort des Ministeriums spiegeln die Situation vor der Corona-Pandemie wieder. Denn für die besonders kritische Pandemie-Zeit liegen uns Daten nicht vor.

    Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor. Die Zahlen zeigen aber eins: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Auffällig ist in der Erhebung auch die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten NRW-weit häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch Schulen in benachteiligten Vierteln seien häufiger von Unterrichtsausfall betroffen. Wir wollen deshalb einen echten schulscharfen Sozialindex. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die komplette Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen GG Mannesmann 3,5 % 1,0 %
    GG (Verb.) Dörpfeld 4,6 % 7,5 %
    GG Hasten 0,3 % 0,0 %
    GG Kremenholl 4,2 % 4,3 %
    GG Daniel-Schürmann 2,3 % 2,3 %
    GG am Stadtpark 1,0 % 1,4 %
    GG Freiherr-vom-Stein-Schule 7,4 % 1,6 %
    GG Steinberg 5,3 % 4,6 %
    GG Siepen 2,8 % 1,4 %
    GG Walter-Hartmann-Schule 2,6 % 3,4 %
    GG Eisernstein 1,6 % 2,9 %
    GG Hasenberg 1,4 % 2,7 %
    GG Reinhagen 1,8 % 0,9 %
    GG (Verb.) Adolf-Clarenbach 6,1 % 6,5 %
    KG Franziskus 1,9 % 4,0 %
    KG Menninghausen 3,4 % 2,1 %
    GG Hackenberg 1,8 % 0,3 %
    Hauptschulen GH Hackenberg 10,8 % 9,2 %
    Sekundarschulen SK Nelson-Mandela 1,8 % 1,7 %
    Realschulen RS Alexander-von-Humboldt 2,9 % 2,9 %
    RS Albert-Schweitzer 2,5 % 3,5 %
    Gesamtschulen GE Albert-Einstein Schule 7,7 % 8,2 %
    GE Sophie-Scholl 8,1 % 5,9 %
    Gymnasien Gym Leibniz-Gymnasium 3,8 % 5,1 %
    Gym Gertrud-Bäumer 4,4 % 4,2 %
    Gym Ernst-Moritz-Arndt 6,4 % 5,5 %
    Gym Röntgen 5,5 % 7,1 %
    Förderschulen FÖ Heinrich-Neumann 1,3 % 1,5 %
  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    An der Grundschule Stadt sind im Schuljahr 2018/19 demnach beispielsweise 3,4 Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen. An der Sekundarschule Radevormwald waren es 5,7 Prozent im Schuljahr 2018/19, die auch im Schuljahr 2019/20 nur leicht auf 5,5 Prozent zurückgegangen sind. Am Theodor-Heuss-Gymnasium lag die Unterrichtsausfallquote mit 5,1 Prozent im Schuljahr 2018/19 ebenfalls hoch. Hier verbesserte sich die Ausfallquote im Gegensatz zur Sekundarschule jedoch deutlich auf 3,7 Prozent im Schuljahr 2019/2020. Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

    Die Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Besonders auffällig ist in der Erhebung die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen. Dies bestätigen auch die Zahlen für Radevormwald. Für mich ist die Erhebung daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass NRW umgehend einen echten schulscharfen Sozialindex benötigt. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört  neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die vollständige Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen KG Lindenbaum 3,6 % 2,5 %
    GG (Verb,) Berghof 1,3 % 0,2 %
    GG Stadt 3,4 % 2,8 %
    Hauptschulen GH Geschwister-Scholl-Schule 4,3 %
    Sekundarschulen SK Hermannstraße 5,7 % 5,5 %
    Realschulen RS Hermannstr. 4,3 % 3,8 %
    Gymnasien Gym Theodor-Heuss 5,1 % 3,7 %