Kategorie: Schulpolitik

  • Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

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    Wie aus heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gibt es rund 14 Prozent weniger Lehramtsabsolventinnen und -absolventen als vor zehn Jahren. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen liegt laut einer aktuellen Statistik des Landesbetriebs IT-NRW im Jahr 2020 bei 6.794. Im Jahr 2010 waren es noch 7.862 Absolventen gewesen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Statt der versprochenen ‚weltbesten Bildung‘ legt die Landesregierung kurz vor Ende der Legislatur den nächsten Negativ-Rekord im Schulbereich vor. Gute Bildung steht und fällt mit den Lehrkräften. Doch genau die fehlen in NRW. Das zeigt sich beispielsweise auch beim deutlich gestiegenen Unterrichtsausfall.

    Unsere Schulen leiden unter Personalmangel. Der Landesregierung ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, diesem Trend entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Zum Ende der Legislatur ist die Bilanz der Landesregierung dramatisch. Bis zum Jahr 2025 werden mindestens 26.000 Absolventinnen und Absolventen allein für das Grundschullehramt fehlen.

    Wir brauchen dringend eine wirksame Personaloffensive, um der drohenden Bildungskatastrophe abzuwenden. Es wäre ein erster wichtiger Schritt, wenn die Landesregierung endlich die versprochene Angleichung der Bezahlung der Lehrkräfte umsetzen würde: Alle Lehrkräfte haben unabhängig von der Schulform eine Bezahlung von A13 verdient. Bislang verdient eine Grundschullehrerin etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist schlichtweg ungerecht. Wir müssen außerdem den Seiteneinstieg über alle Schulformen hinweg erleichtern und attraktiver machen. Um mehr Absolventinnen und Absolventen zu bekommen, müssen auch mehr Ausbildungsplätze angeboten werden. Deshalb sollten die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in die erste Phase der Ausbildung von neuen Lehrkräften eingebunden werden.“

  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    Bei den Grundschulen wird der Unterrichtsausfall an den Schulen Adolf-Clarenbach und Steinberg besonders deutlich. 5,3 % und 4,6 % des Unterrichts sind in den Schuljahren 2018/19 und 2019/2020 an der Grundschule Steinberg und 6,1 % bzw. 6,5 % in diesen Jahren an der Grundschule Adolf-Clarenbach ersatzlos ausgefallen. Auch die Freiherr-vom-Stein-Schule und die Grundschule Dörpfeld hatten jeweils ein Schuljahr mit hohem Unterrichtsausfall von 7,4 % und 7,5 %.

    Die Hauptschule Hackenberg macht mir am meisten Sorge. Dort fiel 10,8 % des Unterrichts im Schuljahr 2018/19 aus. Damit lag unsere Hauptschule leider im Schlussfeld von 9 Hauptschulen in NRW, deren Unterrichtsausfall prozentual zweistellig ist. In 2019/20 war es mit 9,2 % kaum besser. Man muss sich das einmal vorstellen: Wenn eine Schülerin oder ein Schüler 30 Stunden Unterricht in der Woche hat, fallen davon im Schnitt immer 3 h aus. Wie sollen da Lernziele erreicht werden?

    Bei den Realschulen sieht es nicht so schlecht aus wie in anderen Städten, aber auch an den Gesamtschulen fiel deutlich zu viel Unterricht aus. Auch hier zeigten die Daten im Schuljahr 2018/19 bei der Albert-Einstein-Schule einen Unterrichtsausfall von 7,7 % in 2018/19 und 8,2 % in 2019/20 und bei der Sophie-Scholl-Schule von 8,1 % in 2018/19 und 5,9 % in 2019/20. Auch an der EMMA und dem Röntgen-Gymnasium liegt der Unterrichtsausfall in beiden Jahren deutlich über 5 %. Die Zahlen in der Antwort des Ministeriums spiegeln die Situation vor der Corona-Pandemie wieder. Denn für die besonders kritische Pandemie-Zeit liegen uns Daten nicht vor.

    Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor. Die Zahlen zeigen aber eins: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Auffällig ist in der Erhebung auch die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten NRW-weit häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch Schulen in benachteiligten Vierteln seien häufiger von Unterrichtsausfall betroffen. Wir wollen deshalb einen echten schulscharfen Sozialindex. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die komplette Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen GG Mannesmann 3,5 % 1,0 %
    GG (Verb.) Dörpfeld 4,6 % 7,5 %
    GG Hasten 0,3 % 0,0 %
    GG Kremenholl 4,2 % 4,3 %
    GG Daniel-Schürmann 2,3 % 2,3 %
    GG am Stadtpark 1,0 % 1,4 %
    GG Freiherr-vom-Stein-Schule 7,4 % 1,6 %
    GG Steinberg 5,3 % 4,6 %
    GG Siepen 2,8 % 1,4 %
    GG Walter-Hartmann-Schule 2,6 % 3,4 %
    GG Eisernstein 1,6 % 2,9 %
    GG Hasenberg 1,4 % 2,7 %
    GG Reinhagen 1,8 % 0,9 %
    GG (Verb.) Adolf-Clarenbach 6,1 % 6,5 %
    KG Franziskus 1,9 % 4,0 %
    KG Menninghausen 3,4 % 2,1 %
    GG Hackenberg 1,8 % 0,3 %
    Hauptschulen GH Hackenberg 10,8 % 9,2 %
    Sekundarschulen SK Nelson-Mandela 1,8 % 1,7 %
    Realschulen RS Alexander-von-Humboldt 2,9 % 2,9 %
    RS Albert-Schweitzer 2,5 % 3,5 %
    Gesamtschulen GE Albert-Einstein Schule 7,7 % 8,2 %
    GE Sophie-Scholl 8,1 % 5,9 %
    Gymnasien Gym Leibniz-Gymnasium 3,8 % 5,1 %
    Gym Gertrud-Bäumer 4,4 % 4,2 %
    Gym Ernst-Moritz-Arndt 6,4 % 5,5 %
    Gym Röntgen 5,5 % 7,1 %
    Förderschulen FÖ Heinrich-Neumann 1,3 % 1,5 %
  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

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    An der Grundschule Stadt sind im Schuljahr 2018/19 demnach beispielsweise 3,4 Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen. An der Sekundarschule Radevormwald waren es 5,7 Prozent im Schuljahr 2018/19, die auch im Schuljahr 2019/20 nur leicht auf 5,5 Prozent zurückgegangen sind. Am Theodor-Heuss-Gymnasium lag die Unterrichtsausfallquote mit 5,1 Prozent im Schuljahr 2018/19 ebenfalls hoch. Hier verbesserte sich die Ausfallquote im Gegensatz zur Sekundarschule jedoch deutlich auf 3,7 Prozent im Schuljahr 2019/2020. Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

    Die Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Besonders auffällig ist in der Erhebung die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen. Dies bestätigen auch die Zahlen für Radevormwald. Für mich ist die Erhebung daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass NRW umgehend einen echten schulscharfen Sozialindex benötigt. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört  neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die vollständige Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen KG Lindenbaum 3,6 % 2,5 %
    GG (Verb,) Berghof 1,3 % 0,2 %
    GG Stadt 3,4 % 2,8 %
    Hauptschulen GH Geschwister-Scholl-Schule 4,3 %
    Sekundarschulen SK Hermannstraße 5,7 % 5,5 %
    Realschulen RS Hermannstr. 4,3 % 3,8 %
    Gymnasien Gym Theodor-Heuss 5,1 % 3,7 %
  • Digitalstrategie der Schulministerin von Erfolgsgeschichte weit entfernt

    Digitalstrategie der Schulministerin von Erfolgsgeschichte weit entfernt

    Zur heute von Schulministerin Gebauer vorgestellten Digitalstrategie an Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen bis 2025 erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Die heute vorgestellte Digitalstrategie für die Schulen soll kurz vor der Bundestagswahl noch einmal Rückenwind aus Nordrhein-Westfalen geben. Leider wird hier aber eine Erfolgsgeschichte erzählt, die gar keine ist. In der Zeit des Distanzunterrichts saßen beispielsweise tausende Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler ohne digitale Endgeräte zu Hause. Die Pandemie hat das zögerliche und konzeptlose Handeln der Landesregierung offenbart. Es war am Ende auch die nordrhein-westfälische Schulministerin, die die Zusatzvereinbarung ‚Leihgeräte für Lehrkräfte‘ zum Digitalpakt als letzte unterschrieben hat. Wie bei vielen Versprechen des Koalitionsvertrags zeigt sich auch bei der Digitalisierung, dass die Landesregierung erst handelt, wenn der Bund in Vorleistung geht.

    Natürlich unterstützen wir die jetzt angekündigten Investitionen grundsätzlich. Allerdings bleiben wieder einmal viele Fragen beispielsweise bei der Organisation und landesweiten Standards offen und ungeklärt. Das betrifft unter anderem die Frage, wie die Wartung und der IT-Support der Hardware organisiert und weiter finanziert wird. Unsere Lehrkräfte müssen sich auf den Unterricht konzentrieren und können nicht noch nebenbei als IT-Fachkräfte eingesetzt werden. Wir brauchen dringend Unterstützung durch zusätzliches Personal, das Support-Aufgaben an den Schulen übernimmt.

    Offen bleibt auch die Problematik der Lehrkräftefortbildung. Die angekündigte Fortbildungsoffensive aus dem Koalitionsvertrag hätte in der Pandemie vielen Lehrerinnen und Lehrern den Einstieg in den Distanzunterricht erleichtert. Denn die Endgeräte können ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn die Lehrkräfte sie didaktisch gewinnbringend in den Unterricht einsetzen können. Auch die Problematik des Datenschutzes wurde bislang nicht angefasst. Hier brauchen wir echte Sicherheit für alle Beteiligten.

    Es zeigt sich wieder einmal: Geld ist absolut notwendig – reicht alleine aber bei Weitem nicht aus. Das zeigt sich schon bei der Frage, wer für die Anschaffung der Endgeräte zuständig ist. Aus unserer Sicht sind iPads und Laptops mit den Fachbüchern gleichzusetzen und fallen deshalb unter die Lernmittelfreiheit. Hier muss die Landesregierung endlich für Klarheit sorgen.“

     

  • Personalgewinnung für unsere Schulen – wir müssen jetzt neue Wege gehen

    Personalgewinnung für unsere Schulen – wir müssen jetzt neue Wege gehen

    Foto: Stefan-Meller-auf-Pixabay

    Der Lehrermangel als drängendstes Problem der Bildungspolitik ist immer noch ungelöst. Die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung greifen hier sichtlich zu kurz. Um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen beantragt die SPD-Fraktion in der Plenarsitzung am Mittwoch (16.06.2021) eine Personaloffensive für Schulen in Nordrhein-Westfalen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Der Lehrermangel ist nicht erst seit der Corona-Pandemie eine große Herausforderung für die Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Bemühungen der Landesregierungen sind bislang nicht erfolgreich gewesen. Bis zum Jahre 2025 werden mindestens 26.300 Absolventinnen und Absolventen für das Grundschullehramt fehlen. Aktuelle Berechnungen zeigen zudem, dass wir bis zum Jahr 2030 einen Zuwachs von circa 320.000 Schülerinnen und Schüler zu erwarten haben.

    Die steigenden Zahlen von Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite und schulformspezifischer Lehrermangel auf der anderen Seite müssen stärker in den Blick genommen werden. Deswegen müssen wir jetzt neue Wege bei der Personalgewinnung gehen. Vor allem bei den MINT-Fächern fehlen uns jedoch die Fachkräfte. Die bisherigen Maßnahmen von Ministerin Gebauer haben nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Ihren großen Versprechungen sind keine großen Taten gefolgt.

    Mit unserem Antrag für eine Personaloffensive legen wir nun einen umfangreichen Plan von der Lehrerausbildung bis zum Langzeitarbeitskonto vor. Innovative Anreize für den Lehrberuf sind nötig, um dem Personalmangel kurz- und mittelfristig entgegenzuwirken. Die Besoldung aller Lehrkräfte unabhängig von der Schulform auf A13 anzupassen wird einen solchen Anreiz schaffen. Außerdem müssen alle Lehrkräften die Möglichkeit haben, beruflich aufsteigen zu können. Ein Mangelfach kann zudem attraktiver werden, wenn man die Verbeamtung für eine bestimmte Zeit auf das 45. Lebensjahr hochsetzt. So können wir die dringend benötigten Lehrkräfte für den MINT-Bereich gewinnen.“

    Antrag: NRW braucht eine Personaloffensive für mehr Bildungsgerechtigkeit 

  • Aussetzung des Wechselunterrichts ist die richtige Entscheidung

    Aussetzung des Wechselunterrichts ist die richtige Entscheidung

    Foto: Alexandra Koch. Pixabay

    Anlässlich der kurzfristigen Zustimmung der Landesregierung zum Antrag des Oberbergischen Kreises auf Aussetzung des Wechselunterrichts für die Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf am der Rande der heutigen Sondersitzung des Landtags, als ihn die Nachricht über die Aussetzung des Präsenzunterrichts im Oberbergischen Kreis erreichte:

    „Endlich nimmt die Landesregierung die Sorgen der Menschen im Oberbergischen Kreis ernst und beendet ihren Blindflug. Wenn Landräte und Oberbürgermeister sich in ihrer Not an die Landesregierung wenden, dann sollte diese reagieren. Aber nicht, indem sie über Stadtoberhäupter wie den Dortmunder Oberbürgermeister Thomas Westphal wettert, sondern indem Sie auf die berechtigten Forderungen und Sorgen der Kommunen reagiert. Wenn wir nicht schneller impfen, dann brauchen wir eine umfassende Teststrategie. Das gibt Sicherheit und erst dann auch Spielräume für Öffnungen, aber nicht umgekehrt.

    Dass die Landesregierung nun dem Antrag des Oberbergischen Kreises auf Aussetzung des Wechselunterrichts zustimmt, ist die richtige Entscheidung. Trotzdem finde ich es bizarr, dass der Oberbergische Landtagsabgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende Bodo Löttgen in der heutigen Sondersitzung des Plenums einerseits über die Forderung nach Schulschließungen schimpft, andererseits aber im gleichen Moment das Gesundheits- und das Schulministerium genau dies für seinen Heimatwahlkreis beschließen.“

  • Schlechtes Jahrgangszeugnis für die Schulpolitik

    Schlechtes Jahrgangszeugnis für die Schulpolitik

    Es sei inhaltlich überhaupt nichts passiert, noch ließe sich überhaupt erkennen, dass außer Lippenbekenntnissen Taten folgen werden, zitiert Wolf aus dem Anschreiben, das ihm zusammen mit den Anträgen der GEW und des VBE von der Personalversammlung der Remscheider Grundschullehrkräfte am 11. Juni zugegangen ist. Lehrkräfte nutzten noch immer ihre eigenen Geräte, weil sich in punkto IT-Ausstattung noch nichts getan hätte. Auch die Bekämpfung des Unterrichtsausfalls, die Frage der Einbindung von Seiteneinsteigern in den Unterricht und Entlastungsmöglichkeiten für Lehrkräfte seien weiter drängende Themen.

    „Es hat sich unter dem Strich nichts getan, was die Situation der Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen wirklich verbessert. Der Frust bei den Grundschullehreinnen und -lehrern ist entsprechend groß, die Kritikpunkte sind zahlreich. Leider sind unsere konstruktiven Vorschläge und guten Argumente abgebügelt worden. Auf diesem Ohr ist die Landesregierung taub und nimmt keine Ratschläge entgegen. Wir setzen weiterhin Themen auf die Agenda und versuchen, die Verbände mit Anhörungen im Landtag frühzeitig in die Diskussion einzubeziehen.

    Wir haben auch kritisiert, dass die Landesregierung die Bildungskonferenz nicht fortgeführt hat, die eine gute Einbeziehung von Schülern, Eltern, Lehrerverbänden und Kommunalen Spitzenverbänden in die Schulpolitik des Landes sicherstellte. Alle Beteiligten saßen dort an einem Tisch und konnten so miteinander statt übereinander sprechen. Die Ministerin hat leider deutlich werden lassen, dass diese Art der Beteiligung nicht mehr erwünscht ist. Stattdessen beruft sich die Regierung auf die Mindestanforderungen des Schulgesetzes bei der Beteiligung. Das ist für uns kein Engagement für Beteiligung, das ist Dienst nach Vorschrift und insofern lediglich ein ‚stets bemüht‘.“

  • „Schattenspiel“ im Landtag

    „Schattenspiel“ im Landtag

    Seine Eindrücke fasst der Schüler der achten Klasse des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums zusammen: „In den Plenarsaal selbst durfte ich nicht – der Zugang ist nur für Abgeordnete. Zuerst habe ich deshalb die Debatte von der Tribüne aus erlebt. Man hat mal mitbekommen, wie die hohe Politik abläuft. Schon beeindruckend, dass die Politiker so laut geworden sind. Ich dachte, die wären etwas netter zueinander.“

    Zum Berufsfelderkundungstag berichtete Tom Leander: „Viele gehen erst einmal mit in die Firma ihrer Eltern“. Er hat sich aber für etwas anderes entschieden – einen Shadow-Day bei einem Berufspolitiker. Im Politikunterricht beschäftigt sich die Klasse von Tom Leander Sattelmaier mit den Themen Mitbestimmung, Grundrechte und Versammlungsfreiheit, Demokratie und Eigenverant­wortung.

    „Da waren die Unterrichtung der Landesregierung über den Anschlag vom 19. Dezember in Berlin und seine Folgen und die anschließende Diskussion dazu ganz passend zu den Unterrichtsinhalten“, meint Sven Wolf. „Wir haben beim gemeinsamen Mittagessen darüber gesprochen, wie schwierig es ist, in einem Rechtsstaat aufgrund bloßer Verdachtsmomente jemanden festzusetzen. Und wie schwierig die Einschätzung des Gefährdungspotentials ist. Es ist ein weites Feld, in dem alles vertreten sein kann – von einem wirklichen Gefährder bis zu jenem, der sich mit seinem Ankündi­gungen nur im Umfeld wichtigmachen will.“

    Danach ging es mit Sven Wolf in eine Arbeitsbesprechung. Auch bei einem Telefoninterview mit einer Journalistin war der Schüler dabei. „Ich habe viel gelernt“ meinte Tom Leander. Zwei weitere Berufsfelderkundungstage hat Tom Leander noch vor sich. Den sogenannten „Boys-Day“ will er dann gern bei einem IT-Dienstleister absolvieren.

     

  • Gute Schule 2020 – NRW unterstützt die Städte bei Schulsanierungen

    Gute Schule 2020 – NRW unterstützt die Städte bei Schulsanierungen

    Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat Anfang Juli 2016 angekündigt, das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ zur Unterstützung der Investitionstätigkeit der kommunalen Schulträger aufzulegen. Das Förderprogramm soll in Form von
    Kommunalkrediten vollständig über die NRW.BANK abgewickelt werden.

    „Der Clou dabei ist, dass die beiden Städte für diese Förderkredite weder Eigenanteile noch Tilgung oder Zins erbringen muss“, so Wolf. Tilgung und Zinsen werden vom Land übernommen, das dafür erforderliche Gesetz ist in Vorbereitung und soll vom Landtag noch vor Ende des Jahres beschlossen werden. Darüber hinaus ist ein Begleiterlass des Ministeriums für Inneres und Kommunales vorgesehen, der Regelungen enthält, die es auch finanzschwachen Kommunen ermöglichen werden, die Kredite in Anspruch nehmen zu können.

    „Damit gibt es auch grünes Licht, um in den vier kommenden Jahren Mittel abzurufen.“ Wichtig sei ferner, eine unbürokratische Abwicklung zu ermöglichen. Die Kredite sollen sowohl für die Modernisierung, Sanierung und Investitionen als auch den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Schulen zur Verfügung stehen. „Damit können investive und konsumtive Maßnahmen finanziert werden. Hier bestehen große Nachholbedarfe, die nun angepackt werden können.“ Für jede Kommune soll eine festgelegte Summe für die gesamte Laufzeit des Förderprogramms zur Verfügung gestellt werden. Der Verteilschlüssel wird derzeit erarbeitet und soll die Schülerzahl sowie die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Gemeinde miteinander verbinden und abbilden.

    Wolf: „In diesem Monat werden die Weichen gestellt. Der Landtag wird voraussichtlich im Dezember entscheiden. Wir werden für diese Initiative stimmen, weil sie gut für unsere Städte und gut für unsere Schulen ist.“ 

     

  • Schulwettbewerb für mehr Respekt

    Schulwettbewerb für mehr Respekt

    Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte: „Für uns ist der gesellschaftliche Zusammenhalt ein zentrales Anliegen unserer Arbeit. Das kann nur gelingen, wenn die Menschen respektvoll miteinander umgehen. Wir sind stolz auf die Vielfalt und auf den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sie ist seit 70 Jahren typisch für unser Nordrhein-Westfalen. Deshalb besorgt es uns sehr, wenn die Menschen in unserem Land immer weniger Respekt im öffentlichen Leben wahrnehmen als früher. Wir wollen da als Landesregierung klar gegensteuern und den Respekt in unserer Gesellschaft fördern und einfordern.”

    Ein zentraler Bestandteil der „Woche des Respekts“ ist ein Schulwettbewerb. Es geht um die Fragen: Was bedeutet Respekt im schulischen Alltag? Wie kann jede, jeder Einzelne zu mehr Respekt, Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung beitragen? Gesucht werden dazu kreative Beiträge wie Theaterszenen, Tanzperformances, musikalische Beiträge, Fotos und Filme, illustrierte Texte, Collagen, Graphic Novels oder Web-Programmierungen.

    Ministerin Sylvia Löhrmann sagte: „Die Schule ist ein Ort, an dem junge Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen und sozialen Hintergründen täglich miteinander lernen und leben. Ein wertschätzender Umgang miteinander und gegenseitiger Respekt sind die Basis einer starken Schulkultur, die ein Klima gegenseitiger Akzeptanz ermöglicht und Raum für Individualität lässt. Es ist unerlässlich, das Thema Respekt in der Schule immer wieder aufzugreifen und die Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, sich mit ihrem Verständnis von Respekt auseinanderzusetzen.”

    Alle Schulen in Nordrhein-Westfalen sind daher eingeladen, am Schulwettbewerb für mehr Respekt teilzunehmen und ihre Ideen bis zum 7. Oktober 2016 unter www.respekt.nrw einzureichen. Mitmachen können Gruppen von mindestens fünf Schülerinnen und Schülern oder auch ganze Kurse, Klassen und Schulgemeinschaften – unabhängig von der Schulform und der Schulstufe. Auch klassen- oder jahrgangsübergreifende Beiträge sind willkommen.

    Aus den eingereichten Beiträgen wird eine Jury die Preisträgerschulen in den Kategorien Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II ermitteln.

    Die Schulen mit den kreativsten Ideen für mehr Respekt werden zu Beginn der „Woche des Respekts“ von Ministerpräsidentin Kraft und Schulministerin Löhrmann am 14. November 2016 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung ausgezeichnet.

    Den Gewinnerteams in den Kategorien Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II winkt ein attraktiver Preis. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro zur Verfügung, mit denen das Land für die erstplatzierten Schulen ein Schulfest ausrichtet oder zur Erfüllung eines besonderen Wunsches der Schule beiträgt. Außerdem soll ein Sonderpreis für ein Projekt vergeben werden, das die Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler und die respektvolle Begegnung miteinander berücksichtigt und besonders befördert.

    Aber nicht nur Schulen sind anlässlich der „Woche des Respekts“ aufgerufen, Ideen für ein respektvolles Miteinander zu entwickeln. Auch alle zivilgesellschaftlichen Gruppen sind eingeladen, eigene Veranstaltungen und Projekte in der Woche auf die Beine zu stellen und der Landesregierung zu melden. Unter www.respekt.de werden Anmeldungen angenommen und im Vorfeld der „Woche des Respekts“ auf der Internetseite veröffentlicht.

    Quelle: Pressemitteilung des Landes NRW