Schlagwort: Lehrkräftemangel

  • Weniger Studierende im Lehramt – die Alarmglocken schrillen

    Weniger Studierende im Lehramt – die Alarmglocken schrillen

    Foto: stocksnap auf pixabay

    Hierzu erklärt Dilek Engin, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Die Landesregierung muss endlich aufwachen und die Lage so ernst nehmen wie sie ist. Wenn weniger junge Menschen ein Studium für das Lehramt aufnehmen, dann wird der Lehrkräftemangel auf Dauer automatisch größer. Dabei ist die Lücke schon jetzt riesengroß. Schwarz-Grün müsste also alles daran setzen, den Beruf der Lehrkraft so attraktiv wie möglich zu gestalten. Die Anhörung zum Handlungskonzept der Landesregierung gestern im Landtag hat allerdings so deutlich wie selten gezeigt: Das tut sie nicht. A13 für alle ist eben nicht genug, um mehr junge Menschen für diesen so wichtigen Beruf zu begeistern.

    Was es vor allem jetzt braucht, sind kurzfristige Entlastungen auf allen Ebenen. Und dazu gehören insbesondere eine Entschlackung der Lehrpläne sowie neue Prüfungsformate, um Klassenarbeiten zu reduzieren. Davon ist im Handlungskonzept jedoch keine Rede. Offenbar hat Schulministerin Feller für die Sorgen und Nöte im Bildungssystem kein Gespür. Die Alarmglocken schrillen, aber die Landesregierung hat Hörschutz auf den Ohren. Und so lautet ihre Devise weiter ,beschönigen, beschwichtigen, beruhigen‘.“

  • Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Foto: Pixabay

    Wie aus heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gibt es rund 14 Prozent weniger Lehramtsabsolventinnen und -absolventen als vor zehn Jahren. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen liegt laut einer aktuellen Statistik des Landesbetriebs IT-NRW im Jahr 2020 bei 6.794. Im Jahr 2010 waren es noch 7.862 Absolventen gewesen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Statt der versprochenen ‚weltbesten Bildung‘ legt die Landesregierung kurz vor Ende der Legislatur den nächsten Negativ-Rekord im Schulbereich vor. Gute Bildung steht und fällt mit den Lehrkräften. Doch genau die fehlen in NRW. Das zeigt sich beispielsweise auch beim deutlich gestiegenen Unterrichtsausfall.

    Unsere Schulen leiden unter Personalmangel. Der Landesregierung ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, diesem Trend entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Zum Ende der Legislatur ist die Bilanz der Landesregierung dramatisch. Bis zum Jahr 2025 werden mindestens 26.000 Absolventinnen und Absolventen allein für das Grundschullehramt fehlen.

    Wir brauchen dringend eine wirksame Personaloffensive, um der drohenden Bildungskatastrophe abzuwenden. Es wäre ein erster wichtiger Schritt, wenn die Landesregierung endlich die versprochene Angleichung der Bezahlung der Lehrkräfte umsetzen würde: Alle Lehrkräfte haben unabhängig von der Schulform eine Bezahlung von A13 verdient. Bislang verdient eine Grundschullehrerin etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist schlichtweg ungerecht. Wir müssen außerdem den Seiteneinstieg über alle Schulformen hinweg erleichtern und attraktiver machen. Um mehr Absolventinnen und Absolventen zu bekommen, müssen auch mehr Ausbildungsplätze angeboten werden. Deshalb sollten die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in die erste Phase der Ausbildung von neuen Lehrkräften eingebunden werden.“

  • Die Grundschulen kommen bei der Landesregierung zu kurz

    Die Grundschulen kommen bei der Landesregierung zu kurz

    Im Schnitt sind zurzeit ca. 14 Prozent aller neu eingestellten Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Für Remscheid und Radevormwald habe ich mit einer Kleinen Anfrage gerade kürzlich die aktuellen Zahlen für das Schuljahr 2018/19 abgefragt. Insgesamt sind in Remscheid 26, 1 Prozent und in Radevormwald 37, 5 Prozent der neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteiger. Schaut man sich das allerdings genauer an, fällt die Situation an den Grundschulen auf. Dort sind in Remscheid mit 54,5 Prozent Seiteneinsteigern über die Hälfte der Neueinstellungen mit Seiteneinsteigern besetzt worden. In Radevormwald sind von vier Neueinstellungen an Grundschulen drei Stellen mit Seiteneinsteigern besetzt worden. Das wären dann 75 Prozent.“

    Hinzu kommen in Remscheid 25 unbesetzte Stellen bei der sonderpädagogischen Förderung insgesamt an den Schulen, sowie acht vakante Schulleitungsstellen, davon wiederum fünf an den Grundschulen, so der Abgeordnete.

    „Ein vorrangiges Ziel der Landesregierung muss die Bekämpfung des Lehrkräftemangels sein, um eine stabile und ausreichende Personalversorgung zu sichern. Dazu muss auch die Zahl der Studienplätze und Studienstandorte erhöht werden. Den Grundschulen wurde vom Schulministerium die Erarbeitung eines Masterplans Grundschule versprochen. Bisher gibt es zum Masterplan nur große Ankündigungen, wie die eines Leitbildes einer Grundschule, die ‚leistungsstark –vielfältig –sozial‘ sein soll, die Vorstellung des konkreten Plans wurde mehrfach verschoben. Erst sollte er Ende 2018 kommen, dann Anfang 2019, dann vor den Sommerferien und jetzt vor Weihnachten. Inzwischen ist aber die halbe Legislaturperiode bereits um. Ankündigungen hätten längst Taten folgen müssen. Eine bessere Besoldung für die Lehrkräfte der Grundschule, die wir gefordert haben, könnte helfen, mehr Studierende zu motivieren, ein Grundschullehramt anzustreben. Leider zeigte sich die Landesregierung hier auch in der gestrigen Debatte uneinsichtig. Seiteneinsteiger und Wiederbeschäftigung von Pensionären – das kann keine Dauerlösung sein.“