Schlagwort: Forderungen

  • Rettungsschirm im Landtag verabschiedet – Umsetzungsanträge abgelehnt

    Rettungsschirm im Landtag verabschiedet – Umsetzungsanträge abgelehnt

    Uns ist wichtig, dass die Hilfen bei denen ankommen, die es besonders trifft und die selbst keine Reserven haben. Wer auf Kurzarbeit ist, verliert 40 Prozent seines Einkommens. Da bleibt bei den meisten Menschen zu wenig übrig! Menschen am Rand des Existenzminimums fehlen Lebensmittel, weil die Tafeln geschlossen sind. Sozialverbände stehen vor dem Kollaps. Freiberufler und Künstler trifft es, weil kein Konzert, keine Messe, keine Reise, kein Event stattfindet.

    Der Staat muss handeln: Schnell, mutig und entschlossen. Deshalb hat die SPD-Fraktion einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der deutlich macht, wo aus unserer Sicht Hilfen jetzt dringend geboten sind. Wir wollen das Geld so einsetzen, dass Menschen ihre Jobs behalten, Solo-Selbstständige und Künstler überleben, mittelständische Unternehmen nicht pleitegehen und Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen behalten können.

    Zu allererst muss aber die Finanzierung und die Arbeitsfähigkeit unserer Krankenhäuser sicher gestellt werden – Intensivbetten und Beatmungsgeräte müssen angeschafft werden, Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Schutzausrüstungen für Arztpraxen, Rettungsdienste und Pflegeheime.

    Gerade jetzt ist die Arbeit der freien Träger für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft unverzichtbar. Sie helfen Menschen, die sich nicht selbst helfen können, sei es weil sie gebrechlich, krank, behindert oder arm sind. Wir haben gefordert, dass die Sozialen Dienste auch unter diesen Rettungsschirm kommen.

    Wir sollten auch den Familien helfen, indem die Gebühren für Kitas und Ganztagsschulen ausgesetzt werden und den Kommunen die Einnahmeausfälle erstattet werden.

    Das Kurzarbeitergeld muss auf mindestens 80 Prozent des letzten Nettogehalts steigen. Die Milliarden-Pakete des Bundes und des Landes müssen auch und vor allem ein Rettungsschirm für einfache Selbstständige und normale Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sein.

    Die Sozialdemokratie wird in dieser Krise an der Seite dieser Menschen stehen und ihre Interessen vertreten. Arbeitswillige und leistungsbereite Menschen dürfen nicht auf den Fluren des Arbeitsamts landen!

    Wir werden die Regierung unterstützen, wenn sie tut, was getan werden muss, um diese Krise zu überwinden. Wir fordern aber auch, dass das Geld dort ankommt, wo es nötig ist. Unsere Anträge wurden aber sämtlich von den Regierungsparteien im Haushaltsausschuss abgelehnt.

    Wann der Tag kommt, an dem die Gefahr gebannt und die Krise überwunden ist, kann heute niemand sagen. Thomas Kutschaty hat eins in seiner Rede auf den Punkt gebracht. „Es wird ein Tag der Erkenntnis sein, an dem wir alle begriffen haben, wer die echten Leistungsträger in diesem Land sind. Wir werden endlich verstehen, was diese Menschen leisten und was sie sind und schon immer waren: unentbehrlich und unabkömmlich.“

    Zum Schluss seiner klaren und bewegenden Worte machte Thomas Kutschaty aber auch Hoffnung und sagte: „Was auch immer diese Krise an Opfern verlangen wird, an ihrem Ende werden wir auch eine besondere Fähigkeit erworben haben.Wir werden das Normale vom Selbstverständlichen unterscheiden können.

    Und das wird ein großes Glück sein. Denn es bedeutet, dass wir wieder erfahren, wie kostbar Normalität ist. Wir werden wieder lernen, dass Freunde da sind, um ihre Hand zu halten, dass Oma und Opa da sind, um sie zu umarmen, und dass das Leben da ist, um es zu feiern. Das alles werden wir an einem nicht allzu fernen Tag wieder tun. Bis dahin brauchen wir drei Dinge: Mut – Zuversicht – und Solidarität. Glückauf für Nordrhein-Westfalen!“

  • Faires NRW #FairGehtMehr

    Faires NRW #FairGehtMehr

    https://www.facebook.com/spdfraktionnrw/videos/424422581845526/

     

  • Forderungen nach direkter Demokratie genau betrachten

    Forderungen nach direkter Demokratie genau betrachten

    Heute, unter den Bedingungen moderner Gesellschaften und großer politischer Einheiten, werden direktdemokratische Elemente nicht mehr im Gegensatz, sondern als Ergänzung repräsentativer Demokratie verstanden. Die Einführung direkter Demokratie und ihre konkrete Ausgestaltung sind stets Gegenstand wissenschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen gewesen. Neu ist das Thema jedenfalls nicht. Neu ist aber, dass die Forderung nach mehr direkter Demokratie nicht von eher progressiven Parteien erhoben wird, sondern nun von rechts propagiert wird. So hat auch die AFD-Fraktion im Landtag einen Antrag dazu vorgelegt.

    Auch weichgespielte Reden können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, worum es der AfD im Kern geht. Mein Fraktionskollege Dr. Rainer Bovermann hat im Landtag Nordrhein-Westfalen zu dem Antrag fundiert Stellung genommen.

    https://www.facebook.com/rainer.bovermann/videos/475497823259746/?__tn__=%2Cd%2CP-R&eid=ARBTB60LkDbB5nDXa4bIxbaAeHvsCAu-SSrRiNIFQRXOc5oYUGpXPmPv-oMP3STSyjZYvVQUod1YulKK

  • Die KiTas in Radevormwald und Remscheid müssen länger warten, bis die Finanzierung reformiert wird

    Die KiTas in Radevormwald und Remscheid müssen länger warten, bis die Finanzierung reformiert wird

    Auf Antrag der SPD-Fraktion wurde dem Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend im nordrhein-westfälischen Landtag am Donnerstag ein Bericht zum Stand bei der Revision des KiBiz vorgelegt.

    Die Landesregierung hat nach wie vor keine klare Linie in der KiTa-Politik. Während die SPD für eine Sockelfinanzierung eintritt, verweigerte der Minister im Ausschuss dazu jede Aussage. Es zeigt sich, dass ein Schnellschussverfahren beim KiBiz schon daran scheitert, dass eine solide Politik hier nur gemeinsam mit allen Beteiligten gemacht werden kann, nicht über die Köpfe von Trägern, Eltern und Kommunen hinweg. Das wurde von CDU und FDP jahrelang einfach nicht zur Kenntnis genommen  – nun erleben sie, dass das alles nicht so einfach ist, wie sie den Menschen weismachen wollten.

    Die Träger und auch die Beschäftigten, Eltern und Kinder müssten nun warten, bis der Minister seine vorigen vollmundigen Versprechungen in konkrete Vorschläge umsetze, so Wolf. Der Minister sei in der Ausschusssitzung einige Erklärungen schuldig geblieben. Vor allem habe er nicht erklären können, wie denn die gesetzliche Grundlage für das Kindergartenjahr 2019/2020 aussehen und wann das Parlament darüber informiert werden solle. 2019 laufen zahlreiche gesetzliche Förderungen aus. Wie es weitergeht, ist noch völlig offen.

     

  • SPD bringt Debatte zum Unternehmensstrafrecht erneut in den Landtag ein

    SPD bringt Debatte zum Unternehmensstrafrecht erneut in den Landtag ein

    Bereits zu Beginn des sogenannten Dieselskandals forderte das Manager Magazin im Oktober 2015 auch in Deutschland ein Unternehmensstrafrecht einzuführen. Die bisherigen Initiativen aus NRW in den vergangenen Wahlperioden sind am Widerstand der CDU im Bund gescheitert. Nach langer Debatte hat sich nunmehr in der Rechtswissenschaft und in der öffentliche Meinung ein Klima gebildet, dass bereit ist für diesen mutigen Schritt des Gesetzgebers.

    Deutschland nimmt damit auch weiterhin eine Außenseiterrolle ein. In fast allen Ländern Europas gibt es inzwischen ein Strafrecht, das sicherstellt, dass auch Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden können. Heute können Firmen und juristische Personen nur nach den Regeln des Ordnungswidrigkeitengesetzes zur Verantwortung gezogen werden. Kurz und knapp: Falsch parken oder ein Schaden für tausende Verbraucher und Käufer von Dieselfahrzeugen – für beides gibt es maximal ein Knöllchen. Das ist ein falsches Signal für die vielen ehrlichen Unternehmen in Deutschland.

    Die Fachdiskussion hierzu ist schon viele Jahre alt. Bereits in den 1950er Jahren hatte sich der Deutsche Juristentag mit dem Thema beschäftigt, ob sich auch juristische Personen strafbar machen können. Erst der frühere NRW-Justizminister Thomas Kutschaty hat dieses Thema wieder auf die Tagesordnung gebracht und mit einem eigenen NRW-Gesetzentwurf sich in die Debatte eingebracht. In vielen Vorträgen hat mein Kollege Thomas Kutschaty für diese Initiative geworben.

    Wir haben im Arbeitskreis Recht der SPD-Landtagsfraktion daher nochmal unsere Forderungen und Kritikpunkte formuliert und in die Diskussion eingebracht. Im Landtag haben wir daher erneut eine Debatte eingefordert und werden diese nunmehr im zuständigen Rechtsausschuss fortsetzen.