Schlagwort: Fachkräftemangel

  • Fachkräftegewinnung ist Nadelöhr für Chancengleichheit in der frühkindlichen Bildung

    Fachkräftegewinnung ist Nadelöhr für Chancengleichheit in der frühkindlichen Bildung

    Foto: Danielle Schäfer

    Hierzu erklärt Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Das reiht sich so jetzt schon seit Langem Monat für Monat aneinander. Besserung ist nicht in Sicht. Jedenfalls hat Familienministerin Paul bisher nur halbherzige Maßnahmen ergriffen, wie sie das Problem beheben will. Für die Kinder und ihre Eltern verheißt das nichts Gutes. Sie stehen immer wieder vor verschlossenen Türen und müssen die Kita ins Büro oder nach Hause verlegen. Das ist keine Lösung. Für alle Beteiligten bedeutet das nur Stress, und die Landesregierung schaut weiter zu.

    Die Fachkräftegewinnung ist der Flaschenhals schlechthin für die Chancengleichheit in der frühkindlichen Bildung. Leider schrumpft dieser Flaschenhals gerade zu einem Nadelöhr. Nach Berechnungen des Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung fehlen aktuell über 100.000 Plätze in Nordrhein-Westfalen, die Mehrzahl davon für Unterdreijährige. Im schlimmsten Fall droht zahlreichen Kindern also demnächst sogar die Warteschleife.

    Ministerin Paul muss jetzt umgehend gegensteuern. Wir wollen Erzieherinnen und Erzieher entlasten, indem wir den Kitas kurzfristig mehr Geld und zusätzliches Personal geben. So kann die Qualität und der Anspruch der Beschäftigten gestärkt werden. Wir wollen einen Anreiz für den Beginn einer Ausbildung setzen, indem die Erzieherinnen-Ausbildung von Beginn an vergütet wird. Hier muss das Land kurzfristig die Kosten komplett übernehmen.

    Die Landesregierung muss aber auch die Finanzierung der frühkindlichen Bildung gesetzlich auf neue Füße zu stellen – weg von der Kindpauschale hin zu einer einrichtungsbasierten Finanzierung, die auch Funktionsstellen für das Personal ermöglicht. So bekämen die Kitas zudem mehr Planungssicherheit und vor allem ausreichend Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern.“

     

  • Fachkräftemangel effektiv begegnen und den Wirtschaftsstandort NRW zukunftsfähig aufstellen

    Fachkräftemangel effektiv begegnen und den Wirtschaftsstandort NRW zukunftsfähig aufstellen

    Foto: JonKline pixabay Schweisser

    Hierzu erklären André Stinka, stellvertretender Vorsitzender, und Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    André Stinka:

    „Der Fachkräftemangel hat die nordrhein-westfälische Wirtschaft fest im Griff. Besonders betroffen ist das Handwerk. Das Fehlen wichtiger Arbeitskräfte bremst Unternehmen aus: Kunden müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen, den Betrieben entgehen Aufträge, die Energiewende ist ohne gut ausgebildete Fachkräfte nicht zu meistern. Dabei sind gerade die Handwerksbetriebe essenziell für eine erfolgreiche Energiewende.

    Die Energiewende wird tausende Jobs schaffen, welche von gut ausgebildeten Fachkräften besetzt werden müssen. Ein Mangel an Fachkräften führt dazu, dass die Energiewende ins Stocken gerät. So verliert der Wirtschaftsstandort NRW an Attraktivität. Das dürfen wir nicht zulassen. Doch auf die aktuelle Landesregierung kann beim Thema Fachkräftemangel niemand zählen. Sie vernachlässigt diese wichtige Herausforderung.

    Mit unserem Antrag wollen wir wichtige Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel auf den Weg bringen. Wir müssen Ausbildungs- und Studienabbrüche reduzieren. Jeder vierte neu abgeschlossene Ausbildungsvertrag wird vorzeitig gelöst. Durch eine Verminderung der aktuellen Abbruchquote um 10 bis 20% könnten rund 70.000 bis 140.000 Fachkräfte bis zum Jahr 2030 gewonnen werden.

    Wir müssen ein Programm „Gute Berufsschule 2030“ auflegen, um die Berufskollegs schnellstmöglich zu sanieren, zu modernisieren, zu digitalisieren und um dem Lehrkräftemangel an Berufsschulen entgegenzuwirken. Auch die Handwerkerbildungszentren wollen wir auf diese Weise stärken. Zudem müssen wir den Wandel der Wirtschaft durch Digitalisierung und Energiewende gestalten. Die Transformation gelingt nur mit ausreichend Fachkräften. Neben Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten müssen dabei auch neue und besonders benötigte Ausbildungsberufe gefördert werden.“

    Lisa-Kristin Kapteinat:

    „NRW darf keine weitere Zeit verlieren, Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel anzugehen. Wir wollen eine gute Perspektive für Beschäftigte und Unternehmen in NRW schaffen. Dafür brauchen wir eine landesweite Einführung der umlagefinanzierten Ausbildungsplatzgarantie. Diese ermöglicht allen Jugendlichen einen Zugang zu einer vollqualifizierenden Berufsausbildung.

    Wir müssen Schulabgänge ohne Abschluss reduzieren. Deswegen wollen wir das Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ausbauen und die finanziellen Mittel dafür erhöhen. Dazu müssen auch die Beratungs- und Vermittlungsangebote von zukunftsträchtigen Ausbildungsberufen gefördert werden.

    Darüber hinaus müssen wir auf eine Gleichstellung von Dualer Berufsausbildung und Studium hinarbeiten. Das geht beispielsweise durch eine Kostenvergünstigung und Leistungsverbesserung des Azubitickets und durch die Förderung des Baus von „Azubi-Wohnheimen“. Der Dualen Ausbildung kommt in der Bewältigung des Fachkräftemangels ohnehin eine zentrale Bedeutung zu. Wir brauchen einen umfassenden Ansatz in allen Politikfeldern, um die Duale Ausbildung zu stärken und als einen zentralen Baustein der Fachkräftegewinnung- und -sicherung zu erhalten und weiterzentwickeln. Mit diesen Maßnahmen des Antrags gelingt es uns, dem Fachkräftemangel in NRW endlich effektiv zu begegnen.“

  • Spannende und sachliche Diskussion über die KiBiz-Reform

    Spannende und sachliche Diskussion über die KiBiz-Reform

    Remscheid hat einen steigenden Bedarf an KiTa-Plätzen. Dem werden wir nur gerecht, wenn Bund, Land und Kommunen ihren Teil der Verantwortung übernehmen. Was vom Land kommt, ist aber viel zu wenig. Die SPD-Landtagsfraktion hat im Landtag für eine Sockelfinanzierung plädiert. Dem ist die Landesregierung leider nicht gefolgt.

    Dennis Maelzer gab einen guten Überblick über die Zahlen, mit denen in der Öffentlichkeit jongliert wird, und dem, was tatsächlich am Ende als „mehr“ in den KiTas ankommt. Dadurch, dass viele andere Aspekte in die Gesamtkraftpauschale mit hineinfließen – etwa Freistellung für Leitungsaufgaben und hauswirtschaftliche Kräfte – beliebt unter dem Strich nicht mehr viel für eine Qualitätsverbesserung. Das rechnete auch Dieter Möhring an einem konkreten Beispiel vor.

    Eine der größten Herausforderungen seien die flexiblen Betreuungszeiten betonte Ulrike Venn von ver.di., sie seien angesichts des Fachkräftemangels kaum zu stemmen. „Manches, wie die Flexibilisierung, ist keine Aktion, sondern nur eine bloße Reaktion auf die Handhabungen, die sich in der Praxis aus Notwendigkeiten bereits längst ergeben haben“, betonte Matthias Spaan vom Verein „Die Verlässliche“. Der Verein stellt sich der Herausforderung, Träger einer neuen KiTa zu werden.

    Nächste Woche geht der Gesetzentwurf in den Fachausschuss zur Beschlussfassung und soll vor Weihnachten von der schwarz-gelben Landesregierung durchgebracht werden. Kaum noch Zeit für einen breiteren Protest. Wie sollen aber die KiTA-Beschäftigten bei einer öffentlichen Sitzung des Landtags protestieren, wenn sie bei ihren Aufgaben in der KiTA unabkömmlich sind?

     

     

  • Berufliche Integration ist das richtige Werkzeug

    Berufliche Integration ist das richtige Werkzeug

    Der Landtagsabgeordnete Sven Wolf besuchte die P.F. FREUND & CIE. GmbH und maurerfreund GmbH

    Wie viele Schritte braucht es, bis ein Qualitätswerkzeug fertig ist? Wie wird dieses gelagert und versendet? Und wie kann es einem Werkzeughersteller gelingen, geflüchtete Menschen beruflich zu integrieren und zu Fachkräften von morgen machen? Spannende Fragen. Die hatte auch der bergische Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD). Und er bekam zahlreiche Antworten, als er sich bei der P.F. FREUND & CIE. GmbH an der Hahnerberger Straße in Wuppertal die Produktion anschaute und auch mal tatkräftig zur Hand ging. Insbesondere die Herstellung der Schieferhämmer für Dachdecker, eines der erfolgreichsten Produkte des Werkzeugherstellers, stieß bei Wolf auf großes Interesse.

    Aufmerksam geworden war der Politiker, für den die Integration eines der Kernthemen seiner Arbeit ist, bei der Eisenwarenmesse auf FREUND und maurerfreund GmbH. Die Cronenberger stellten dort nicht nur ihre Produktneuheiten für das Jahr 2018 vor, sondern berichteten auch davon, wie sie geflüchtete Menschen aktiv in ihre Arbeitsprozesse einbinden möchten.

    Klar, dass anfängliche sprachliche Barrieren eine der größten Herausforderungen sind, denen sich FREUND hierbei als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb stellt. Ein weiteres sind Unterschiede im Bildungsniveau zwischen Deutschland und dem jeweiligen Herkunftsland. „Und letztlich spielen ja immer auch die persönlichen Erfahrungen eine Rolle, die jeder einzelne bei seiner Flucht gemacht hat“, unterstreicht maurerfreund -Geschäftsführer Dominik Limbach. Er und seine Mitarbeiter nehmen sich daher viel Zeit, um die jungen Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren und persönlich auf sie einzugehen.

    Sven Wolf zeigte sich von dem Engagement sehr beeindruckt und will FREUND dabei aktiv unterstützen. Anknüpfungspunkte gibt es viele. Einer ist die deutsche Formularwüste mit ihren zahlreichen Multiple-Choice-Fragen im Amtsdeutsch. Wer soll diese mit wenig Deutschkenntnissen beantworten, geschweige denn verstehen? Was könnte hier vereinfacht werden? Einig waren sich Wolf und Limbach auch darin, dass geflüchtete Menschen bessere berufliche Perspektiven haben müssen. Denn gerade in der bergischen Wirtschaft nimmt die Zahl der Fachkräfte ab – umso wichtiger ist es, auch in Zukunft gute Azubis und Mitarbeiter zu finden.

    FREUND CIE

    Maurerfreund

     

  • Hoher Besuch aus Remscheid und aus Berlin an einem Tag

    Hoher Besuch aus Remscheid und aus Berlin an einem Tag

    Ein wenig aufgehalten wurde das Programm der Besuchsgruppe, denn an diesem Tag wurde außerdem hoher Staatsbesuch empfangen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte das Land Nordrhein-Westfalen und den Landtagspräsidenten. Die entgangene Viertelstunde wurde aber zur Diskussion hinzugefügt und war auch nötig, um die vielen engagierten Beiträge der Remscheiderinnen zu Wort kommen zu lassen.

    „Ich freue mich über das Interesse und vor allem über die kritischen Anmerkungen und Nachfragen. Ich nehme auch Anliegen – wie die Kritik am Spielplatzangebot im Viertel – mit in die weitern Besprechungen mit der Ratsfraktion in Remscheid.

    Auch wenn die Stadt bei der Planung zu dem Schluss gekommen ist, dass die vorhandenen Spiel-Möglichkeiten in einem Quartier ausreichen, muss man sich darum kümmern, dass die vorhandenen Spielplätze auch in ordentlichem Zustand sind. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass sie mit ihren Kindern oder Enkelkindern dort nicht mehr gefahrlos hingehen können, müssen wir das sehr ernst nehmen.“

    Hier zeigte sich, dass die Besucherinnen vieles bereits selbst in die Hand genommen hatten oder die Stadt informiert hatten – vom Fehlen einer Schraube bei der Schaukel bis zur Suche nach den Armen des Clowns.

    „Schöne Spielplätze entstehen besonders dann, wenn Kinder und Angehörige an der Planung der Ausstattung mit Spielgeräten beteiligt werden“, meint Sven Wolf. „Denn natürlich wissen Kinder am besten, wie man wirklich gut spielen kann. Hier wollen wir auch in Zukunft mehr Beteiligung unterstützen.“