Kategorie: Schule

  • Politiker haben keinen Zauberstab

    Politiker haben keinen Zauberstab

    Auch bei den Fragen waren die Schülerinnen und Schüler sehr gut vorbereitet. Sogar über den Bundestag und die Koalitionsverhandlungen waren die Kinder gut informiert. „Wollten Sie denn schon immer Politiker werden“, wollten die Kinder wissen. „Politiker bin ich geworden, weil ich glaube, dass wir als Politikerinnen und Politiker helfen können, die Welt ein bisschen besser zu machen“, erklärte Sven Wolf den Schülerinnen und Schülern. Aber zaubern könnten Politikerrinnen und Politiker nicht, meinte Wolf. „Nicht so wie Harry Potter.“ Den kannten alle und fast alle hatte eine Lieblingsfigur. „Meine ist Professor Dumbledore“, bekannte Sven Wolf.

    „Aber ursprünglich wollte ich werden, was viele Kinder wollen – nämlich Feuerwehrmann!“ Auf die Frage, wer auch mal zur Feuerwehr möchte, hob eines der Mädchen den Arm. „Das finde ich gut! Andere Menschen retten, ist etwas ganz Tolles“, meinte Sven Wolf. „In Remscheid haben wir auch eine Frau als Leiterin der Feuerwehr.“

    Danach wollte er mal Pfarrer werden, weil er gerne redet, erzählt Wolf. „Manchmal darf ich auch jetzt in der Kirche reden – letztens habe ich bei der Konfirmation den Jugendlichen etwas Ermutigendes sagen dürfen“. Und er zitierte aus dem Korintherbrief Kapitel 16 Vers 13: „Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!“

    Und dann war er aber doch Rechtsanwalt geworden, erzählt Sven Wolf. Einer der Schüler fasste dann mal eben aus dem Stehgreif zusammen, was ein Rechtsanwalt macht. „Besser hätte ich es nicht erklären können“, lobte Sven Wolf. Auch zum Politikeralltag und zu den Parteien gab es viele Fragen.

    „Ich hoffe, alle nehmen einen lebendigen Eindruck mit und verstehen ein wenig besser, wofür ein Landesparlament da ist.“

  • Wolf besucht Remscheider Grundschulen zum Vorlesetag

    Wolf besucht Remscheider Grundschulen zum Vorlesetag

    Foto: Metin Kaynak

    „Ich selbst lese gerne und lese unglaublich gerne vor. Lesen regt die Phantasie an und gerade Kinder sind dabei wirklich begeistert.“

    Aber auch die Gespräche am Rande des Vorlesetags sind genauso wichtig wie das Vorlesen selbst. „Der Vorlesetag ist für mich immer wieder ein toller Anlass, um mit den Schulen und den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.“, erklärt der Landtagsabgeordnete. „An der Schule am Steinberg wurde mir dann auch direkt der Schulhof gezeigt, denn der ist etwas trostlos und nur ein großes Klettergerüst steht dort. Die beiden Schülerinnen baten mich, kümmere Dich! Ehrensache, dass ich das mache.

    Denn auch in der Geschichte, die ich vorgelesen habe, ging es um einen Spielplatz. Ein Haus hatte Geld im Kreuzworträtsel gewonnen und nun mussten alle Bewohner gemeinsam diskutieren und entscheiden, was damit gemacht wird. Am Ende der Geschichte überzeugten die Ideen der Kinder und das Geld wurde für einen schönen neuen Spielplatz genutzt.“

    Wolf las aus dem Buch „Was ist eigentlich Demokratie? Toni aus der Orangenkiste“ von Tina Ruthe und Sally Lisa Starken.

  • Sophie-Scholl-Gesamtschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

    Sophie-Scholl-Gesamtschule erhält den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

    Foto: Metin Kaynak

    „Sehr geehrter Herr Pötters,
    sehr geehrter Herr Hoffmann,
    liebe Schülerinnen und Schüler,

    herzlichen Dank für die Einladung zur heutigen Veranstaltung – heute wird der Sophie-Scholl-
    Gesamtschule die Plakette „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.

    Für mich ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis, diese tolle Schule zu besuchen. Denn eine Sache
    fällt mir hier immer wieder auf: die Schülerinnen und Schüler der „Sophie-Scholl“ sind unheimlich
    engagiert. Sei es der SoWi-Kurs, der mich als eine ersten Schülergruppen vor wenigen Wochen nach
    der Corona Unterbrechung wieder im Landtag besuchte. (Lehrer Alexander Schenk und Bence
    Mauritz)

    Das gilt aber auch für den Geschichte-Projektkurs, der dieses großartige Projekt auf den Weg
    gebracht hat – ein Besuch an dieser Schule und ein Austausch mit Euch, den Schülerinnen und
    Schülern ist, für mich immer bereichernd.
    Als der Projektkurs Geschichte von Herrn Hoffmann mich gebeten hat, die Schirmherrschaft für das
    Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu übernehmen, war ich unglaublich stolz.
    Nicht nur darauf, dass die Schülerschaft sich gerade für mich entschieden hat, sondern besonders
    darauf, dass Werte wie Toleranz und Gleichberechtigung auch unseren jungen Mitmenschen sehr am
    Herz liegen.

    Dafür ein herzliches Dankeschön!

    Gerne will ich Euch bei Eurer künftigen Arbeit eine Schule ohne Rassismus und eine Schule mit
    Courage zu werden unterstützen.

    Toleranz, Gleichberechtigung, Courage – das sind Worte, mit denen Sophie Scholl, und alle die mit ihr
    gemeinsam gekämpft haben, bis heute in unser aller Erinnerung weiter lebt.

    Ihren selbstlosen Einsatz gegen das menschenverachtende NS-Regime hat sie letztlich mit ihrem
    jungen Leben bezahlt. Sie hat uns aber fast 80 Jahre nach ihrem Tod etwas wichtiges hinterlassen:
    Mut, den Mut, sich und seine Stimme gegen Ungerechtigkeit, Rassismus und Intoleranz zu erheben!
    In den jungen Jahren unserer heutigen Bundesrepublik gab es diese Wertschätzung und diese
    Achtung gegenüber diesem Mut nicht. Ganz im Gegenteil bis in die 1960er Jahre wurde dieser
    Widerstand von vielen und besonders von alten Nazis, die immer noch in wichtigen Positionen
    unseres Staates saßen, diffamiert.

    Ein unrühmliche Berufsgruppe waren die Juristen in unserem Land. Einen Beruf den ich vor vielen
    Jahrzehnten mit großer Leidenschaft selbst ergriffen habe. Aber erst in den letzten 20 Jahren reden
    wir Jurist*innen immer die Verantwortung unserer Berufskollegen am funktionieren des NS-Regimes.
    Allzu leicht stellten sich Juristen in den Dienst der Nazis oder waren selbst glühenden Anhänger
    dieser menschenverachtenden Ideologie.

    Erst nach Ende des zweiten Weltkriegs begannen Juristen wie der Rechtsphilosoph Gustav Radbruch,
    Grundsätze zu entwickeln und künftigen Generationen mitzugeben, um solche staatliche Willkür und
    staatlich organisierten Massenmord zu verhindern.

    Ein leuchtendes Beispiel ist der jüdische Staatsanwalt Dr. Fritz Bauer, der es sich trotz massiven
    Gegenwinds und Repressionen in den 1960/1970er Jahre zur Aufgabe gemacht hatte, die „Herrschaft
    des Rechts“ nach Ende der NS-Diktatur wieder herzustellen und Täter vor Gerichten zur
    Verantwortung zu ziehen. Mit seinem Namen sind die ersten großen Prozesse über die Verbrechen
    im KZ-Auschwitz und die Ergreifung eines der Hauptorganisators des Holocaust Adolf Eichmann
    untrennbar verbunden.

    Zwar ist diese Schule zu jung, um Zeuge schrecklicher nationalsozialistischer Willkür gewesen zu sein.
    Trotzdem ist hier die Überzeugung, so etwas nie wieder zuzulassen, allgegenwärtig zu spüren.
    Ich bin stolz darauf, dass Sophie Scholl dieser Schule nicht nur ihren Namen weitergegeben hat,
    sondern auch die Werte, für die sie lebte.

    Diese heutige Plakette ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern bringt auch eine Verantwortung mit
    sich.

    Rassismus, Sexismus und Homophobie verbreiten sich immer mehr in unserer eigentlich vielfältigen
    und toleranten Gesellschaft. Davon bleiben die Schulen nicht verschont. Dabei sollten gerade
    Schulen Orte des Miteinanders und des Respekts sein. Ohne Ausgrenzung, ohne Vorurteile, ohne
    Angst. Aber dafür mit Courage und mit Zusammenhalt.

    Um diesen Zusammenhalt weiterhin zu sichern, habt Ihr Euch heute tausenden deutschen Schulen
    angeschlossen und stellt euch nun Seite an Seite gegen Hass und Diskriminierung.

    Ich bin unglaublich glücklich, so viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer aber vor allem auch die
    mutigen Schülerinnen und Schüler zu sehen, die so ein tolles Beispiel für unsere Gesellschaft sind!
    Liebe Schülerinnen und Schüler, bitte behaltet den Willen und den Mut, Eure Stimme gegen
    Ungerechtigkeiten zu erheben, Euer Leben lang. Vergesst niemals die Erinnerung an Eure
    Namenspatronin Sophie Scholl und wofür sie gekämpft hat. Ein größeres Geschenk wird euch diese
    Schule trotz der großartigen Lehre nicht geben können.

    Vielen Dank.“

  • Ab sofort Kinderbücher in ukrainischer Sprache auch in der Stadtbibliothek

    Ab sofort Kinderbücher in ukrainischer Sprache auch in der Stadtbibliothek

    Foto: Metin Kaynak

    Daher habe ich mich heute mit Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrums, in der Stadtbücherei getroffen und ihr eine Bücherspende von Kinderbüchern in ukrainischer Sprache übergeben.

    „Als ich hörte, dass bereits einige Remscheider Vereine Bücher für ukrainische Kinder an die Stadtteilbibliotheken gespendet haben, war ich sehr berührt von dieser Geste unserer Remscheider Willkommenskultur.“, berichtet Wolf.

    „Die Idee fand ich so inspirierend, dass ich gleich bei Frau Grüdl-Jakobs nachgefragt habe, welche ukrainischen Kinderbücher noch benötigt werden“, so der Abgeordnete „Dank dieser Hinweise konnte ich unserer Zentralbibliothek einige interessante Vorlesegeschichten, Wörter- und Bilderbücher spenden.

    Es freut mich, auf diese Weise einen kleinen Beitrag auch für unsere kleinen neuen Mitmenschen leisten zu können, die nach der Flucht aus ihrer Heimat nun hier bei uns in Remscheid Schutz suchen. Ich hoffe, dass meinem Beispiel noch einige Remscheiderinnen und Remscheider folgen werden.“

  • Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Lehrkräftemangel in Nordrhein-Westfalen

    Foto: Pixabay

    Wie aus heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen hervorgeht, gibt es rund 14 Prozent weniger Lehramtsabsolventinnen und -absolventen als vor zehn Jahren. Die Zahl der Absolventinnen und Absolventen liegt laut einer aktuellen Statistik des Landesbetriebs IT-NRW im Jahr 2020 bei 6.794. Im Jahr 2010 waren es noch 7.862 Absolventen gewesen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Statt der versprochenen ‚weltbesten Bildung‘ legt die Landesregierung kurz vor Ende der Legislatur den nächsten Negativ-Rekord im Schulbereich vor. Gute Bildung steht und fällt mit den Lehrkräften. Doch genau die fehlen in NRW. Das zeigt sich beispielsweise auch beim deutlich gestiegenen Unterrichtsausfall.

    Unsere Schulen leiden unter Personalmangel. Der Landesregierung ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, diesem Trend entgegenzuwirken. Im Gegenteil: Zum Ende der Legislatur ist die Bilanz der Landesregierung dramatisch. Bis zum Jahr 2025 werden mindestens 26.000 Absolventinnen und Absolventen allein für das Grundschullehramt fehlen.

    Wir brauchen dringend eine wirksame Personaloffensive, um der drohenden Bildungskatastrophe abzuwenden. Es wäre ein erster wichtiger Schritt, wenn die Landesregierung endlich die versprochene Angleichung der Bezahlung der Lehrkräfte umsetzen würde: Alle Lehrkräfte haben unabhängig von der Schulform eine Bezahlung von A13 verdient. Bislang verdient eine Grundschullehrerin etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist schlichtweg ungerecht. Wir müssen außerdem den Seiteneinstieg über alle Schulformen hinweg erleichtern und attraktiver machen. Um mehr Absolventinnen und Absolventen zu bekommen, müssen auch mehr Ausbildungsplätze angeboten werden. Deshalb sollten die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in die erste Phase der Ausbildung von neuen Lehrkräften eingebunden werden.“

  • Sofia Rodriguez Eckwert: „Mein Praktikum bei Sven Wolf“

    Sofia Rodriguez Eckwert: „Mein Praktikum bei Sven Wolf“

    Foto: Danielle Schäfer, von li nach re: Iman Boumlal, Sven Wolf Sofia Rodriguez Eckwert

    Mein Praktikum bei Sven Wolf

    Mein Name ist Sofia, ich bin 16 Jahre alt und ich habe im Zeitraum vom 24. Januar 2022 bis zum 4. Februar 2022 ein Praktikum im Wahlkreisbüro des Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf absolviert. In dieser Zeit konnte ich sowohl hier in Remscheid als auch in Düsseldorf einige Tätigkeiten innerhalb des Büros kennenlernen. Ich bedanke mich bei allen, die mich in diesem Praktikum begleitet haben. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und viele Dinge mitnehmen, welche mich in meinem Leben weiterbringen werden und mir Vorteile verschaffen.

    Woche 1

    Am Montag, den 24. Januar, kam ich um 9:30 ins Büro. Dort wurde ich von Jeremias Düring, der zum Beispiel für die Bürgeranliegen aus Radevormwald und die Social-Media-Arbeit verantwortlich ist, sehr nett empfangen. Wir sprachen über meinen Praktikumsplan und klärten ab, was ich in den nächsten zwei Wochen zu erledigen habe. Danach erfolgte eine Einführung in die Büroabläufe und ein kurzes Kennenlernen mit den  Mitarbeiter*innen aus den benachbarten Büros der Ratsfraktion und Partei. Ebenfalls schauten wir uns die Social-Media-Plattformen an und zu welchen Themen in der nächsten Zeit etwas gepostet werden muss. Wir machten uns Gedanken über Posts, die angefertigt werden könnten. Wir suchten nach einer Projektarbeit für mich und entschieden uns für eine Präsentation über die Kooperation des Abgeordnetenbüros mit Ratsfraktion und Partei hier in Remscheid. Ich machte mir Gedanken über mögliche Fragen und die Gliederung.

    Am Dienstag, den 25. Januar, habe ich mit Metin Kaynak, der für rechtliche Recherchen und Bürgeranliegen zuständig ist, zusammen Briefe geschrieben und Bürgeranliegen bearbeitet.

    Ein langer Tag im Landtag

    Mittwoch, der 26. Januar, war mein erster Tag im Landtag. Ich machte mich morgens um 7:25 Uhr auf den Weg zum Bahnhof und setzte mich kurze Zeit später in den Zug Richtung Solingen. Am Hauptbahnhof in Solingen stieg ich um und kurze Zeit später erreichte ich den Landtag. Ich ging hinein zur Anmeldung und bekam die Nachricht, dass mein Impfstatus aufgrund der neuen Bestimmungen zum Genesenennachweis hinfällig sei. Also machte ich mich auf den Weg zum nächsten Testzentrum. Da ich nicht wusste, wo ein Testzentrum aufzufinden ist, fragte ich zwei Polizisten, welche mir sehr nett den Weg zum Testzentrum schilderten. Leider lag es erst in der Altstadt und bis dorthin lag ein langer Weg vor mir. Ich hatte jedoch Glück und wurde von den zwei Polizisten mitgenommen bis zum Testzentrum. Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich war, dass ich von diesen Polizisten mitgenommen wurde. Sie haben mir wirklich geholfen, denn ohne sie wäre ich noch viel später im Landtag angekommen, als ich es ohnehin schon war.
    Nach dieser ganzen Aufregung kam ich mit einer halben Stunde Verspätung im Landtag an und wurde nach der Sicherheitskontrolle von Danielle Schäfer, der Büroleiterin von Sven Wolf, sehr freundlich empfangen und ging mit ihr zusammen in ihr Büro. Dort erwartete mich schon eine andere Praktikantin namens Iman. Sie war total lieb und wir verstanden uns auf Anhieb. Wir unterhielten uns kurz und schauten dann die Plenarsitzung und die Reden der Fraktionsvorsitzenden über den PC.
    Danach schrieben wir uns Ideen und Fragen für ein Interview mit Sven Wolf auf und schauten, welche Interviewformate am besten wären. Iman und ich gingen zum Mittagsessen in ein kleines Restaurant am Medienhafen und aßen Pommes. Dabei tauschten wir uns über politische Meinungen und Geschehnisse in der Welt aus, welche uns beeinflussen und worüber wir uns Sorgen machen.
    Als wir wieder im Landtag ankamen, trafen wir Sven Wolf und tauschten uns darüber aus, welche Interviewformate am besten seien und wie er unsere Ideen fand. Als wir die Interviews fertiggestellt hatten, begaben wir uns auf den Rückweg ins Büro von Danielle Schäfer und nahmen uns aus dem Pressebüro die aktuellen Presseartikel mit. Diese schauten wir mit dem Ziel durch, herauszufinden, ob wir interessante Artikel für Sven Wolf fanden, welche er lesen sollte.
    Im Anschluss haben wir eine Hausführung durch den Landtag gemacht und konnten einen kurzen Blick in den Plenarsaal wagen. Als wir wieder in Svens Büro zurückgekehrt waren, sprachen wir mit Sven Wolf über die Corona-Situation in den Schulen und über NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, welche parallel im Plenarsaal Fragen zu den neuen Regeln in den Schulen beantwortete. Um 17 Uhr gingen wir vor den Plenarsaal, um gemeinsame Fotos mit Sven zu machen und uns zu verabschieden.

    Am Donnerstag, den 27. Januar, durfte ich einen  halben Tag bei der Remscheider SPD-Ratsfraktion verbringen und konnte dort die Abläufe näher kennenlernen. Gemeinsam mit Malte Baumgarten, Mitarbeiter der SPD-Ratsfraktion, analysierte ich die Social-Media-Performance der einzelnen Kanäle und ich durfte neue Ideen für zukünftige Posts sammeln. Gegen Mittag erstellte ich gemeinsam mit Simon Geiß, der hauptverantwortlich für die Organisation des Remscheider Wahlkreisbüros ist, die Wochenmappe für Sven Wolf, worin sich alle wichtigen Unterlagen für die nächste Woche befinden. Wir haben Termine eingetragen und Unterlagen in die Wochenmappe einsortiert. Im Anschluss erstellten wir eine Präsentation für die anstehende Landtagswahl, zu welcher am Freitag ein Treffen stattfinden sollte. Zum Abschluss beantworteten wir verschiedene Bürgeranliegen in Briefen und E-Mails und führten verschiedene Telefonate.

    Am Freitag, den 28. Januar, schaute ich mir zunächst verschiedene Akten zu unterschiedlichen Themen an und machte Überlegungen zu Projekten, welche in nächster Zeit anstehen könnten. Danach durfte ich über mein Erlebnis im Landtag reden und nahm am Team-Meeting mit Sven Wolf und seinen Mitarbeiter*innen. Es wurden verschiedene Themen bearbeitet, wie beispielsweise aktuelle Probleme und Anliegen oder das neue Testverfahren in den Grundschulen sowie unklare Quarantäneregeln, welche für eine allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung sorgen. Gegen Ende unterhielten wir uns über Terminangelegenheiten in der nächsten Woche. Am Abend durfte ich ebenfalls an einer Videokonferenz zum Wahlkampf teilnehmen und meine Ideen sinnvoll einbringen.

    Ich hatte bereits in der ersten Woche einige spannende Erlebnisse und konnte dabei sinnvolle Fähigkeiten erlernen.

    Woche 2

    Montag, der 31. Januar, war mein Tag im Home-Office. Dort habe ich den ganzen Tag an meiner Präsentation gearbeitet und meinen Praktikumsbericht verfasst. Gegen Mittag hatte ich ein kurzes Telefonat mit Jeremias Düring, in welchem wir über Fragen und Probleme beim Erstellen meiner Präsentation sprachen.

    Am Dienstag, den 1. Februar, bin ich wie gewohnt um 9:30 Uhr im Wahlkreisbüro von Sven Wolf angekommen und habe gemeinsam mit Metin Kaynak Akten angelegt und Unterlagen in der Wiedervorlage-Mappe platziert. Im Anschluss daran durfte ich die Mappe, welche Sven für die Bundesversammlung, bei der er den Bundespräsidenten wählte, benötigt, erstellen. Dabei musste ich darauf achten, dass alle Unterlagen in der richtigen Reihenfolge sind. Zwischendurch konnte ich viele Gespräche mit Sven Wolf führen und mehr über die Vorgänge im Büro erfahren. Als dies erledigt war, wendeten wir uns diversen Aufgaben zu. Wir bearbeiteten Briefe und E-Mails und schauten, ob diese noch relevant sind oder neue Akten angelegt werden müssen. Die Dinge, die keine Relevanz mehr hatten, legten wir ab, wohingegen wir die anderen einhefteten und neue Akten anlegten.

    Mittwoch, der 2. Februar, war mein halber Tag im Parteibüro, wo ich zuerst über allgemeine Aufgaben eines Parteibüros informiert wurde, und gemeinsam mit der Mitarbeiterin Ulla Wilberg über ihre Erfahrungen und Aufgaben sprach. Danach baute ich gemeinsam mit dem Remscheider Juso-Vorsitzenden Daniel Pilz eine Ausstellung zum Thema „Demokratie stärken. Rechtsextremismus schwächen“ auf und fotografierte diese, um eine Präsentation zu erstellen und an die Schulen zu schicken. Ich fand die Ausstellung äußerst spannend, da es immer noch ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft ist, da viele Menschen leider eine rechte Einstellung haben.
    Im Anschluss aßen wir zu Mittag und räumten den Juso-Raum auf, da Platz für die Materialien der anstehenden Landtagswahl benötigt wurde. Als ich damit fertig war, durfte ich gemeinsam mit Simon Geiß Briefe falten und mit Coffee-Bags in einen Umschlag packen, Briefmarkten aufkleben und schon hatten wir eine Aufgabe weniger zu erledigen.
    Am Abend hatte ich gemeinsam mit Simon Geiß, Jeremias Düring und Metin Kaynak eine Besprechung zu verschiedenen Themen wie beispielweise dem Landtagswahlkampf und den dafür geplanten Aktionen.

    Am Donnerstag, den 3. Februar, verbrachte ich meinen zweiten Tag im Landtag. Ich nahm um 7:38 Uhr den Zug in Richtung Solingen und fuhr ab Remscheid-Güldenwerth gemeinsam mit Sven Wolf zum Landtag. Auf dem Weg sprachen wir über die Abläufe des heutigen Tages.
    Als wir im Landtag angekommen waren, stellten wir kurz unsere Sachen im Büro ab und machten uns auf den Weg zu einem Innenpolitischen Frühstück, bei dem das Thema Datenschutz diskutiert wurde. Wir unterhielten uns über Datenschutz sowie neue Plattformen, welche gerade ausprobiert werden.
    Kurze Zeit später gingen wir zu einer kurzen Vorbesprechung in das Büro von Sven Wolf, um über den Antrag der SPD zur heutigen Anhörung zum Thema „Sicherheit an Bahnhöfen“ zu sprechen.
    Da die Abläufe im Landtag oft sehr eng geplant waren, gingen wir direkt zur offiziellen Anhörung. Dort wurden jeweils Fragen von den einzelnen Fraktionen gestellt und im Anschluss von Experten beantwortet. Als die Anhörung endete, gab es eine kurze Pause, bevor der Innenausschuss begann. Im Innenausschuss, wurden verschiedene Punkte und Anträge bearbeitet und Diskussionen über Themen wie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen geführt. In meinen Augen war es teilweise sehr erschreckend, welche Meinung die Abgeordneten anderer Parteien haben und wie sie diese äußerten.
    Als der Innenausschuss zu Ende war, führte Sven Wolf noch einige Gespräche mit anderen Politikern und tauschte sich über Punkte auf der Tagesordnung aus. Am Nachmittag saßen wir noch gemeinsam in Sven Wolfs Büro und sprachen über den heutigen Tag. Ich stellte ihm Fragen über seine Meinung zu verschiedenen Themen, wie beispielweise der Cannabis-Legalisierung.

    Am Freitag, den 4. Februar, war leider auch schon mein letzter Tag im Wahlkreisbüro Remscheid. Ich brachte allen Kolleg*innen etwas Süßes mit und bedankte mich herzlich. Gemeinsam mit Jeremias Düring arbeitete ich an Presseartikeln und erhielt einen Einblick in die Suchmaschinen-Optimierung (SEO) für Sven Wolfs Homepage. An diesem Tag durfte ich zum Abschluss noch viel lernen und mir wurde sehr viel zugetraut. Ich stellte Jeremias meine Präsentation vor und wir überlegten gemeinsam, wo wir noch Dinge verbessern könnten. Gegen 14 Uhr führten wir ein Zoom-Gespräch mit einer ehemaligen Anwohnerin aus Radevormwald, dessen Vermieter ihr und anderen Mieter*innen viele Probleme bereitete. Wir unterhielten uns über neue Geschehnisse und Möglichkeiten für das weitere Vorgehen. Um 15 Uhr hatte ich dann mein Abschlussgespräch mit Sven Wolf. Er resümierte die vergangenen zwei Wochen. Zum Abschluss schenkte er mir ein Buch und verabschiedete mich sehr nett gemeinsam mit Jeremias Düring.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich in den letzten zwei Wochen sehr viel erlebt und gelernt habe. Vielen Dank an alle, die mich begleitet haben und mir einen Einblick in die unterschiedlichen Tätigkeiten im Abgeordnetenbüro von Sven Wolf gegeben haben.

     

     

  • Der Ärger ist gerade an den Grundschulen unbeschreiblich groß

    Der Ärger ist gerade an den Grundschulen unbeschreiblich groß

    Foto: Pixabay

    Die Befürchtung, dass Schulministerin Yvonne Gebauer zunehmend überfordert ist, hat sich nun bestätigt. Trotzdem wird weiterhin auf Sicht gefahren. Und das auf Kosten der Schülerinnen und Schüler sowie der engagierten Lehrkräfte und Eltern.

    Auch vor Ort bei uns in Remscheid wurden von Vielen Sorgen und Bedenken an mich herangetragen, zuletzt in guten und ausführlichen Gesprächen mit der Stadtschülervertretung und der Stadtelternvertretung. Dabei wurde deutlich, dass gerade an den Grundschulen der Ärger unbeschreiblich groß ist. Herr Neldner von der Stadtelternvertretung berichtete mir, dass manche Eltern fragten, warum das Verfahren für die Einzeltests wie an den weiterführenden Schulen nicht auch auf die Grundschulen ausgeweitet werde.

    Eltern und Schüler fühlen sich ohnmächtig. Auch an den Remscheider Grundschulen sah man an verschiedenen Standorten weiße Fahnen aus den Fenstern hängen. Die Schulleitungen kapitulieren vor der derzeitigen Situation. Nicht weil es an Einsatz mangelt, sondern an Unterstützung und rechtzeitiger Information seitens des Ministeriums. Das Chaos ist perfekt.

    Ende letzter Woche erreichte mich auch ein offener Brief der GEW in Remscheid. Darin wurde nochmal eindrücklich der erhebliche Zeitaufwand und die Belastung für das Lehrpersonal und die Schülerschaft beschrieben, die aus der derzeitigen Testsituation entstehen. Ich appelliere an die Schulministerin, dass schnell und klug auf die berechtigten Sorgen von Schülern, Eltern und Lehrern eingegangen wird. Eine pragmatische Lösung vor Ort könnte es beispielsweise sein, mobile Teststationen auf den Schulhöfen einzusetzen, wie es die GEW in ihrem Schreiben fordert.

  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    Bei den Grundschulen wird der Unterrichtsausfall an den Schulen Adolf-Clarenbach und Steinberg besonders deutlich. 5,3 % und 4,6 % des Unterrichts sind in den Schuljahren 2018/19 und 2019/2020 an der Grundschule Steinberg und 6,1 % bzw. 6,5 % in diesen Jahren an der Grundschule Adolf-Clarenbach ersatzlos ausgefallen. Auch die Freiherr-vom-Stein-Schule und die Grundschule Dörpfeld hatten jeweils ein Schuljahr mit hohem Unterrichtsausfall von 7,4 % und 7,5 %.

    Die Hauptschule Hackenberg macht mir am meisten Sorge. Dort fiel 10,8 % des Unterrichts im Schuljahr 2018/19 aus. Damit lag unsere Hauptschule leider im Schlussfeld von 9 Hauptschulen in NRW, deren Unterrichtsausfall prozentual zweistellig ist. In 2019/20 war es mit 9,2 % kaum besser. Man muss sich das einmal vorstellen: Wenn eine Schülerin oder ein Schüler 30 Stunden Unterricht in der Woche hat, fallen davon im Schnitt immer 3 h aus. Wie sollen da Lernziele erreicht werden?

    Bei den Realschulen sieht es nicht so schlecht aus wie in anderen Städten, aber auch an den Gesamtschulen fiel deutlich zu viel Unterricht aus. Auch hier zeigten die Daten im Schuljahr 2018/19 bei der Albert-Einstein-Schule einen Unterrichtsausfall von 7,7 % in 2018/19 und 8,2 % in 2019/20 und bei der Sophie-Scholl-Schule von 8,1 % in 2018/19 und 5,9 % in 2019/20. Auch an der EMMA und dem Röntgen-Gymnasium liegt der Unterrichtsausfall in beiden Jahren deutlich über 5 %. Die Zahlen in der Antwort des Ministeriums spiegeln die Situation vor der Corona-Pandemie wieder. Denn für die besonders kritische Pandemie-Zeit liegen uns Daten nicht vor.

    Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor. Die Zahlen zeigen aber eins: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Auffällig ist in der Erhebung auch die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten NRW-weit häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch Schulen in benachteiligten Vierteln seien häufiger von Unterrichtsausfall betroffen. Wir wollen deshalb einen echten schulscharfen Sozialindex. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die komplette Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen GG Mannesmann 3,5 % 1,0 %
    GG (Verb.) Dörpfeld 4,6 % 7,5 %
    GG Hasten 0,3 % 0,0 %
    GG Kremenholl 4,2 % 4,3 %
    GG Daniel-Schürmann 2,3 % 2,3 %
    GG am Stadtpark 1,0 % 1,4 %
    GG Freiherr-vom-Stein-Schule 7,4 % 1,6 %
    GG Steinberg 5,3 % 4,6 %
    GG Siepen 2,8 % 1,4 %
    GG Walter-Hartmann-Schule 2,6 % 3,4 %
    GG Eisernstein 1,6 % 2,9 %
    GG Hasenberg 1,4 % 2,7 %
    GG Reinhagen 1,8 % 0,9 %
    GG (Verb.) Adolf-Clarenbach 6,1 % 6,5 %
    KG Franziskus 1,9 % 4,0 %
    KG Menninghausen 3,4 % 2,1 %
    GG Hackenberg 1,8 % 0,3 %
    Hauptschulen GH Hackenberg 10,8 % 9,2 %
    Sekundarschulen SK Nelson-Mandela 1,8 % 1,7 %
    Realschulen RS Alexander-von-Humboldt 2,9 % 2,9 %
    RS Albert-Schweitzer 2,5 % 3,5 %
    Gesamtschulen GE Albert-Einstein Schule 7,7 % 8,2 %
    GE Sophie-Scholl 8,1 % 5,9 %
    Gymnasien Gym Leibniz-Gymnasium 3,8 % 5,1 %
    Gym Gertrud-Bäumer 4,4 % 4,2 %
    Gym Ernst-Moritz-Arndt 6,4 % 5,5 %
    Gym Röntgen 5,5 % 7,1 %
    Förderschulen FÖ Heinrich-Neumann 1,3 % 1,5 %
  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Radevormwald. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    An der Grundschule Stadt sind im Schuljahr 2018/19 demnach beispielsweise 3,4 Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen. An der Sekundarschule Radevormwald waren es 5,7 Prozent im Schuljahr 2018/19, die auch im Schuljahr 2019/20 nur leicht auf 5,5 Prozent zurückgegangen sind. Am Theodor-Heuss-Gymnasium lag die Unterrichtsausfallquote mit 5,1 Prozent im Schuljahr 2018/19 ebenfalls hoch. Hier verbesserte sich die Ausfallquote im Gegensatz zur Sekundarschule jedoch deutlich auf 3,7 Prozent im Schuljahr 2019/2020. Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

    Die Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Besonders auffällig ist in der Erhebung die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen. Dies bestätigen auch die Zahlen für Radevormwald. Für mich ist die Erhebung daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass NRW umgehend einen echten schulscharfen Sozialindex benötigt. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört  neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die vollständige Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen KG Lindenbaum 3,6 % 2,5 %
    GG (Verb,) Berghof 1,3 % 0,2 %
    GG Stadt 3,4 % 2,8 %
    Hauptschulen GH Geschwister-Scholl-Schule 4,3 %
    Sekundarschulen SK Hermannstraße 5,7 % 5,5 %
    Realschulen RS Hermannstr. 4,3 % 3,8 %
    Gymnasien Gym Theodor-Heuss 5,1 % 3,7 %
  • Personalgewinnung für unsere Schulen – wir müssen jetzt neue Wege gehen

    Personalgewinnung für unsere Schulen – wir müssen jetzt neue Wege gehen

    Foto: Stefan-Meller-auf-Pixabay

    Der Lehrermangel als drängendstes Problem der Bildungspolitik ist immer noch ungelöst. Die bisherigen Maßnahmen der Landesregierung greifen hier sichtlich zu kurz. Um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen beantragt die SPD-Fraktion in der Plenarsitzung am Mittwoch (16.06.2021) eine Personaloffensive für Schulen in Nordrhein-Westfalen. Hierzu erklärt Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Der Lehrermangel ist nicht erst seit der Corona-Pandemie eine große Herausforderung für die Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Bemühungen der Landesregierungen sind bislang nicht erfolgreich gewesen. Bis zum Jahre 2025 werden mindestens 26.300 Absolventinnen und Absolventen für das Grundschullehramt fehlen. Aktuelle Berechnungen zeigen zudem, dass wir bis zum Jahr 2030 einen Zuwachs von circa 320.000 Schülerinnen und Schüler zu erwarten haben.

    Die steigenden Zahlen von Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite und schulformspezifischer Lehrermangel auf der anderen Seite müssen stärker in den Blick genommen werden. Deswegen müssen wir jetzt neue Wege bei der Personalgewinnung gehen. Vor allem bei den MINT-Fächern fehlen uns jedoch die Fachkräfte. Die bisherigen Maßnahmen von Ministerin Gebauer haben nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Ihren großen Versprechungen sind keine großen Taten gefolgt.

    Mit unserem Antrag für eine Personaloffensive legen wir nun einen umfangreichen Plan von der Lehrerausbildung bis zum Langzeitarbeitskonto vor. Innovative Anreize für den Lehrberuf sind nötig, um dem Personalmangel kurz- und mittelfristig entgegenzuwirken. Die Besoldung aller Lehrkräfte unabhängig von der Schulform auf A13 anzupassen wird einen solchen Anreiz schaffen. Außerdem müssen alle Lehrkräften die Möglichkeit haben, beruflich aufsteigen zu können. Ein Mangelfach kann zudem attraktiver werden, wenn man die Verbeamtung für eine bestimmte Zeit auf das 45. Lebensjahr hochsetzt. So können wir die dringend benötigten Lehrkräfte für den MINT-Bereich gewinnen.“

    Antrag: NRW braucht eine Personaloffensive für mehr Bildungsgerechtigkeit