Schlagwort: Verwaltungspraktikum

  • Verwaltungspraktikum bei Sven Wolf

    Verwaltungspraktikum bei Sven Wolf

    Im Rahmen des Jurastudiums ist es Pflicht, ein 6-wöchiges Verwaltungspraktikum zu absolvieren. Ich durfte dieses Praktikum bei Sven und seinem Team in Düsseldorf und Remscheid machen.

    Mein Tag begann meist morgens im Landtag. Danielle – die Mitarbeiterin von Sven – hat mir die wichtigsten Informationen für den bevorstehenden Tag mit auf den Weg gegeben. Von dort aus bin ich dann entweder in die inhaltliche Arbeit eingestiegen oder in eine der zahlreichen Sitzungen oder Gespräche gegangen, bei denen ich dabei sein durfte.

    Fotos: Danielle Behmenburg

    Das Team hat es mir ermöglicht, seine Arbeit inhaltlich an vielen Stellen zu begleiten. Für mich interessante Themen waren unter anderem der Länderfinanzausgleich, die Einbringung des Haushaltes für 2024 (mit seinen Einzelbudgets), das System des Bevölkerungsschutzes in NRW usw. Wer als angehender Jurist / als angehende Juristin das Verwaltungspraktikum bei Sven macht, kommt um einen Namen nicht herum: Fritz Bauer (Jurist zur Zeit des NS-Unrechtsstaates und Widerständler). Sven sind die Verfehlungen von Juristen – gerade im NS-Staat – und die damit einhergehende Aufarbeitung sehr wichtig. Eine Diskussion über den Sinn und Zweck der Rechtswissenschaften darf daher nicht fehlen. Gerade daraus habe ich viele Erkenntnisse mitgenommen, die meine Sicht auf das Studienfach erweitert haben.

    Der Alltag der Abgeordneten ist von vielen Terminen geprägt. Alle tagespolitischen Themen müssen von vorne weg aufgearbeitet und diskutiert werden. Dabei absolviert eine Forderung / ein Problem verschiedene Stufen, bis die Öffentlichkeit dann informiert wird. In meinem Fall sind viele rechtspolitische Themen bei Sven gelandet. Nachdem ein Thema aufkommt, beschäftigen sich die Mitarbeitenden der Fraktion und der Abgeordneten damit. Sie leiten ihre Impulse dann zur Diskussion innerhalb der Fraktion weiter. Auch ich durfte bei der Erarbeitung von Inhalten unterstützen. Nachdem dort eine Einigung erzielt wurde, kann sich die Fraktion entweder im Ausschuss berichten lassen oder einen Antrag an das Plenum stellen. Gerade Anträge und Gesetzesentwürfe zeichnen die politischen Leilinien und werden vom Plenum in größerer Öffentlichkeit beraten. Hier habe ich leidenschaftliche Reden erlebt.

    Ein zweiter großer Baustein der Arbeit von Sven ist die Arbeit im Wahlkreis. Es geht dort um die Vermittlung der Landespolitik. Ich habe das Team als sehr engagiert im Hinblick auf das Erklären erlebt. Neben der Beantwortung von schriftlichen Anliegen durfte ich einige Termine im Wahlkreis begleiten. Hier ging es um einzelne speziellere Anliegen oder um repräsentative Termine bei wichtigen lokalen Einrichtungen oder Ausstellungen. Sven kommt hier mit zahlreichen Menschen ins Gespräch.

    Neu für mich war, das Verhältnis vom Alltagsleben und den politischen Debatten zu erleben. Es werden  viele Entscheidungen getroffen, die einen konkreten Einfluss auf das Leben der Einwohnerinnen und  Einwohner in NRW haben.

    Davon einen Eindruck zu gewinnen hat mir sehr viel Freude bereitet.

    Ich danke Sven, Danielle und Metin für die Zeit und die Beantwortung vieler Fragen.

  • Lennard Walker: Mein Verwaltungspraktikum bei Sven Wolf

    Lennard Walker: Mein Verwaltungspraktikum bei Sven Wolf

    Grund für meine Arbeit im Büro des Remscheider Landtagsabgeordneten war das Verwaltungspraktikum, das im Rahmen des Jurastudiums absolviert werden muss.

    Zu meinen Aufgaben zählte unter anderem die Auswertung und Zusammenfassung von Stellungnahmen zu aktuellen Gesetzesentwürfen. Besonders aktuell war in meiner Zeit das Veranstaltungsgesetz, das das Anmelden und Abhalten von größeren Veranstaltungen erleichtern soll und auch die Gemeinden entlasten soll, sowie das neu geplante Polizeigesetz in NRW.

    Sachverständige aus verschiedenen Branchen ließen dem Landtag ihre Einschätzungen, sowohl auf inhaltlicher Ebene, als auch auf juristischer Ebene zukommen. Die oft langen Schreiben mussten dann analysiert werden, so dass klar wird, welche Hauptargumente der Sachverständige für oder gegen einen Gesetzesvorschlag nennt. Dadurch wurde mir bewusst, wie viel kleinteilige Arbeit hinter einem beschlossenen Gesetz steht, das rechtlich und inhaltlich auf sicheren Beinen steht.

    Im Landtag konnte ich Sven Wolf auch mit zu den Ausschüssen begleiten: Hier findet quasi das „Plenum im Kleinen“ statt und die verschiedenen Fraktionen beraten in Fachgremien über Anträge und Gesetzesentwürfe. In den Ausschüssen fanden auch die mündlichen Anhörungen von Sachverständigen statt, so dass offen gebliebene Fragen aus den Stellungnahmen geklärt werden konnten. Außerdem konnte zu einzelnen Sachverhalten die Landesregierung befragt werden und im Anschluss an die Debatten über eine Beschlussempfehlung für das Plenum abgestimmt werden. Passend zu meinem Studium begleitete ich Sven Wolf zum Rechts- und Innenausschuss.

    Einen weiteren großen Teil der Arbeit machten Außentermine aus. So lernte ich Remscheid in meiner Praktikumszeit gut kennen und konnte einige lokalpolitisch, aber auch landespolitisch relevante Veranstaltungen besuchen.

    Zudem kam ich zu Treffen mit der Präsidentin des Sozialgerichtes in Köln, dem Bund Deutscher Kriminalbeamten und der Wasserschutzpolizei mit. Hier erlebte ich die Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf die Verwaltung.

    Daneben lernte ich mehr über die Abläufe und Gepflogenheiten des Landtages und traf immer wieder auf Dinge, die ich so zwar in der Theorie innerhalb des Studiums gelernt habe, praktisch jedoch noch nicht erleben konnte.

    Vielen Dank für die tolle Möglichkeit und die spannenden Impressionen, die ich erhalten konnte.

  • Metin Kaynak: Spannende Einblicke in die Arbeit eines Abgeordneten

    Metin Kaynak: Spannende Einblicke in die Arbeit eines Abgeordneten

    „Während meines Praktikums bei Sven Wolf in seinem Düsseldorfer Landtagsbüro, durfte ich viele spannende Einblicke in die Arbeitsweise von Landtagsabgeordneten sammeln. Meine Tätigkeit war gezeichnet von sehr vielfältigen Aufgaben. An der Tagesordnung waren unter anderem Anhörungen von Experten zu tagesrelevanten Themen, wie zum Beispiel zu Gesetzentwürfen, und auch Ausschuss- und Plenarsitzungen, in denen entweder gemeinschaftlich beraten oder hitzig diskutiert wurde. Das waren alles völlig neue und interessante Erfahrungen für mich, die durchaus Lust auf mehr gemacht haben.

    Besuch in der Justizvollzugsanstalt Lantin in Belgien

    Ein ganz besonderer Eindruck, den ich so schnell nicht vergessen werde, war dabei der Besuch in der JVA Lantin in Belgien mit der Vollzugskommission, an dem ich am 19. September 2016 teilnehmen durfte. Da es mein erster Besuch in einem Gefängnis war, wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Allerdings hatte ichgewisse wage Erwartungen, wie es dort etwa aussehen würde, wie das Essen schmecken und wie die Zellen der Häftlinge eingerichtet sein würden. 

    Sven Wolf und Metin Kaynak in Lantin, Belgien
    Sven Wolf und Metin Kaynak in Lantin, Belgien

    Vor Ort wurden wir von einem sehr freundlichen deutschsprachigen Beschäftigten der JVA empfangen, der uns nachher auch durch die Anstalt geführt hat. Zunächst gab es aber eine Fragerunde mit der Anstaltsleitung, in der wir einige interessante Informationen bezüglich der Bauart, der Kapazitäten, der Arbeitsangebote etc. erhalten haben. Viel spannender war jedoch die darauf folgende Führung. Gemeinsam haben wir die verschiedenen Abteilungen besichtigt, wobei es immer wieder zu Rückfragen und zu informativen Gesprächen kam. Was meine vorherigen Erwartungen betrifft, wurden manche bestätigt, wobei einige sich als nicht ganz zutreffend erwiesen haben. Zunächst waren die Flure heller und bunter, als ich es mir vorgestellt hatte. An den Wänden waren zum Beispiel teilweise Comics angemalt. Auch die Besuchsräume sahenanders aus als gedacht. Neben den gewöhnlichen Besuchsräumen gab es auch besondere Räume für Besuche von Partnern oder Kindern. Der Besuchsraum für Kinder war bunt gestaltet und mit Spielsachen ausgestattet. Die Besichtigung der Häftlingszellen verlief hingegenerwartungsgemäß. Die regulären Zellen waren relativ klein und spartanisch eingerichtet. Ebenso hatte ich die Mahlzeiten der Häftlinge in etwa so erwartet, wie ich es in Lantinvorgefunden habe.

    Durch die Gänge fuhren während unserer Führung zur Mittagszeit Wagen mit verschiedenen, an Eintopf erinnernden, Gerichten für die Häftlinge. Am prägendsten waren für mich die Führungen durch zwei besondere Abteilungen – die für Sträflinge, die unter psychologischer Beobachtung stehen, und die für Sexual- und Disziplinarsträflinge. Die Zellen der Sträflinge unter psychologischer Beobachtung stehen in der Regel offen und haben lediglich ein Gitter als Trennung. Dies dient dazu, dass die Werter und das psychologische Personal schnell Probleme registrieren und darauf reagieren können. Aus diesem Grund hat man dort gelegentlich Geschrei aus den Zellen vernehmen können. Die Abteilung für die Sexual- und Disziplinarsträflinge befand sich auf der höchsten Etage der Anstalt. Ihnen ist der Kontakt mit den anderen Häftlingen untersagt. Dies bedeutet, dass sie den täglichen Hofgang nicht mit den anderen Häftlingen auf dem Hof verbringen können, sondern an einen alternativen Ort ausweichen müssen. Für die Sexual- und Disziplinarsträflinge befanden sich im Stockwerk ihrer Zellen weitere Zellen, die statt einer Außenwand ein Gitter besaßen und somit frische Luft herein ließen. Diese „Freiluftzellen“ waren kaum größer als eine normale Zelle und dienten als Ersatz für den Hofgang. Hier sieht man doch sehr deutlich, wie sehr die Inhaftierten tatsächlich in ihrer Freiheit beschränkt werden, und dass es unter Umständen sogar anstaltsintern zu weiteren Beschränkungen kommen kann.

    metin-und-sven-landtag-mit-buch
    „Zur Erinnerung an das Praktikums gab es für Metin, wie es in meinem Büro gute Tradition ist, ein Buch.“

    Insgesamt war der Besuch in Lantin, sowie das gesamte Praktikum, sehr lehrreich und interessant für mich. Mir wurden Einblicke gewährt, die ich im Normalfall nicht hätte so problemlos erhalten können. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich Student der Rechtswissenschaften bin, bin ich mir sicher, dass sich mir diese Eindrücke in Zukunft als besonders hilfreich erweisen werden.“

    Metin Kaynak wurde 1995 in Remscheid geboren und studiert derzeit Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln.