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  • Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Deutlicher Unterrichtsausfall an Schulen in Remscheid. Bildungspolitik braucht einen Neustart!

    Foto: Pixabay

    Bei den Grundschulen wird der Unterrichtsausfall an den Schulen Adolf-Clarenbach und Steinberg besonders deutlich. 5,3 % und 4,6 % des Unterrichts sind in den Schuljahren 2018/19 und 2019/2020 an der Grundschule Steinberg und 6,1 % bzw. 6,5 % in diesen Jahren an der Grundschule Adolf-Clarenbach ersatzlos ausgefallen. Auch die Freiherr-vom-Stein-Schule und die Grundschule Dörpfeld hatten jeweils ein Schuljahr mit hohem Unterrichtsausfall von 7,4 % und 7,5 %.

    Die Hauptschule Hackenberg macht mir am meisten Sorge. Dort fiel 10,8 % des Unterrichts im Schuljahr 2018/19 aus. Damit lag unsere Hauptschule leider im Schlussfeld von 9 Hauptschulen in NRW, deren Unterrichtsausfall prozentual zweistellig ist. In 2019/20 war es mit 9,2 % kaum besser. Man muss sich das einmal vorstellen: Wenn eine Schülerin oder ein Schüler 30 Stunden Unterricht in der Woche hat, fallen davon im Schnitt immer 3 h aus. Wie sollen da Lernziele erreicht werden?

    Bei den Realschulen sieht es nicht so schlecht aus wie in anderen Städten, aber auch an den Gesamtschulen fiel deutlich zu viel Unterricht aus. Auch hier zeigten die Daten im Schuljahr 2018/19 bei der Albert-Einstein-Schule einen Unterrichtsausfall von 7,7 % in 2018/19 und 8,2 % in 2019/20 und bei der Sophie-Scholl-Schule von 8,1 % in 2018/19 und 5,9 % in 2019/20. Auch an der EMMA und dem Röntgen-Gymnasium liegt der Unterrichtsausfall in beiden Jahren deutlich über 5 %. Die Zahlen in der Antwort des Ministeriums spiegeln die Situation vor der Corona-Pandemie wieder. Denn für die besonders kritische Pandemie-Zeit liegen uns Daten nicht vor.

    Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor. Die Zahlen zeigen aber eins: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.

    Auffällig ist in der Erhebung auch die ungleiche Belastung der Schulformen. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten NRW-weit häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch Schulen in benachteiligten Vierteln seien häufiger von Unterrichtsausfall betroffen. Wir wollen deshalb einen echten schulscharfen Sozialindex. Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden. Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.

    Darüber hinaus macht sich die SPD-Fraktion für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv. Die Regierungsfraktionen in Düsseldorf lehnen den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

    Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort. Dazu gehört neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

    Die komplette Antwort auf unsere Kleine Anfrage gibt es unter diesem Link: Antwort Kleine Anfrage 16117.

    Und unser Leitantrag zum Thema Bildung und Familie lässt sich hier herunterladen: MMD17-13777.

    Schulform Schule Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2018/19

    Unterrichtsausfallquote

    Schuljahr 2019/20

    Grundschulen GG Mannesmann 3,5 % 1,0 %
    GG (Verb.) Dörpfeld 4,6 % 7,5 %
    GG Hasten 0,3 % 0,0 %
    GG Kremenholl 4,2 % 4,3 %
    GG Daniel-Schürmann 2,3 % 2,3 %
    GG am Stadtpark 1,0 % 1,4 %
    GG Freiherr-vom-Stein-Schule 7,4 % 1,6 %
    GG Steinberg 5,3 % 4,6 %
    GG Siepen 2,8 % 1,4 %
    GG Walter-Hartmann-Schule 2,6 % 3,4 %
    GG Eisernstein 1,6 % 2,9 %
    GG Hasenberg 1,4 % 2,7 %
    GG Reinhagen 1,8 % 0,9 %
    GG (Verb.) Adolf-Clarenbach 6,1 % 6,5 %
    KG Franziskus 1,9 % 4,0 %
    KG Menninghausen 3,4 % 2,1 %
    GG Hackenberg 1,8 % 0,3 %
    Hauptschulen GH Hackenberg 10,8 % 9,2 %
    Sekundarschulen SK Nelson-Mandela 1,8 % 1,7 %
    Realschulen RS Alexander-von-Humboldt 2,9 % 2,9 %
    RS Albert-Schweitzer 2,5 % 3,5 %
    Gesamtschulen GE Albert-Einstein Schule 7,7 % 8,2 %
    GE Sophie-Scholl 8,1 % 5,9 %
    Gymnasien Gym Leibniz-Gymnasium 3,8 % 5,1 %
    Gym Gertrud-Bäumer 4,4 % 4,2 %
    Gym Ernst-Moritz-Arndt 6,4 % 5,5 %
    Gym Röntgen 5,5 % 7,1 %
    Förderschulen FÖ Heinrich-Neumann 1,3 % 1,5 %
  • Schule in NRW braucht mutige Entscheidungen

    Schule in NRW braucht mutige Entscheidungen

    Foto: Steven Weirather auf Pixabay

    Schule unter Corona-Bedingungen muss auch nicht einfach nur ein Wechsel zwischen Präsenz und Distanzunterricht sein. Es gibt viele Abstufungen zwischen diesen beiden Extremen. Es gibt kreative Lösungen, die vor Ort gefunden werden können. Das muss gefördert werden. Lehrkräfte und Schulleitungen haben bereits gezeigt, dass sie überzeugende digitale und räumliche Konzepte entwickeln können. Diesen Innovationsgeist muss man finanziell und personell unterstützen, anstatt ihn zu sanktionieren.

    Wir brauchen auch Lernorte für die Kinder, die zuhause keinen Platz zum Lernen haben – in Kleinstgruppen an der Schule oder außerhalb der Schule. Schulen müssen auch neue Räume nutzen dürfen, indem sie zum Beispiel mit Bibliotheken, Museen oder Theatern zusammenarbeiten. Für die Abschlussprüfungen ist Unterstützung nötig, zum Beispiel in Form von Nachschulmöglichkeiten mit Hilfe der Kammern oder der Agentur für Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 und 9 am Gymnasium sollten das Angebot bekommen, freiwillig in G9 umzusteigen.

    Mehr über unsere Vorschläge gibt es kurz und knackig in der Kompaktinfo und etwas ausführlicher in unserem Antrag.

    Kompaktinfo

    Unser Antrag „Neustart! Die Krise im Schulbereich durch mutige Entscheidungen meistern“