Schlagwort: Kultur

  • Den Landtag bei Nacht erleben!

    Den Landtag bei Nacht erleben!

    Foto: Daniel Behmenburg

    Sie können nicht nur den Landtag in lockerer Atmosphäre besichtigen, sondern von 17 bis 23 Uhr gibt es viel Spannendes im kulturellem Rahmenprogramm, zum Beispiel Poetry Slams und Talkrunden, Ausstellungen und Fotowände.

    Wir leben Demokratie und öffnen unser Haus für Sie! Sprechen Sie mit uns, fragen Sie und informieren Sie sich, was wir Abgeordneten tun, an welchen Themen wir arbeiten und was wir erreichen wollen. Schauen Sie, wie und wo auch Sie in der Politik mitmischen können!

    Mit dabei im Rahmenprogramm: Sängerin BB Thomaz, die Indiepop-Band Hannes Weyland, Künstlerinnen und Künstler des Apollo-Varietés und der Zauberkünstler Yuta Maruyama. Junge Poetry-Künstler messen sich beim Poetry Slam „Poetry for future“ in der Bibliothek. In den Talkrunden geht es um aktuelle politische Fragen, aber auch z.B. mit dem Düsseldorfer Künstler und Wagenbauer Jacques Tilly um das Verhältnis von Politik und Satire.

  • Sonderfonds des Bundes gibt Hoffnung für Kulturveranstaltende

    Sonderfonds des Bundes gibt Hoffnung für Kulturveranstaltende

    Foto: Pixabay

    Im Verlauf der Corona-Pandemie war ich mit Kulturschaffenden und Veranstaltern von Remscheid bis Köln in Kontakt, für die mit den Schließungen mit einem Mal Stillstand herrschte. Damit brachen von jetzt auf gleich die Einnahmen weg. Das konnte bei vielen auch nur zu einem Teil durch Corona-Hilfen und erste Programme des Bundes aufgefangen werden.

    Es ist gut, dass der Bund nun mit einem Programm auch neue Perspektiven biete und den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen, den die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern konzipiert hat, an den Start bringt.

    Die sinkenden Inzidenzzahlen machen erste Öffnungsschritte möglich. Aber es bestehen für kulturelle Veranstaltungen auf absehbare Zeit noch Hygieneauflagen. Besucherzahlen sind noch beschränkt. Bei vielen Kulturveranstaltern sind die Mittel knapp. Sie müssen aber jetzt planen und investieren für die die Zeit der Wiedereröffnung und zukünftige kulturelle Angebote. Da setzt der Fonds an.

    Der Sonderfonds unterstütze dies mit zwei zentralen Bausteinen: einer Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Veranstaltungen unter Corona-bedingten Einschränkungen durch Bezuschussung der Einnahmen aus Ticketverkäufen und eine Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen. Anträge könnten beim Kulturministerien des Landes gestellt werden.

    Dabei muss die Veranstaltung zunächst registriert werden. Die Beantragung und Bewilligung erfolgt nach der Veranstaltung. Die Registrierung von Veranstaltungen ist ab dem 15. Juni 2021 über die Webseite www.sonderfonds-kulturveranstaltungen.de möglich. Dort gibt es auch weitere Informationen, welche Veranstaltungen förderfähig sind. Außerdem wurde eine Beratungshotline für Antragstellende eingerichtet unter 0800 6648430. Ich hoffe, dass auch viele unserer lokalen Kulturveranstalter von den Fördermöglichkeiten profitieren können.

    Die zwei zentralen Bausteine:

    1. Einer Wirtschaftlichkeitshilfe für kleinere Veranstaltungen, die bei Beachtung Corona-bedingter Hygienebestimmungen mit reduziertem Publikum stattfinden. Sie steht für Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen ab dem 1. Juli 2021 und für Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Personen ab dem 1. August 2021 zur Verfügung.
    2. Einer Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen, die für die Zeit ab dem 1. September 2021 geplant werden. Sie betrifft Konzerte und Festivals mit über 2.000 Personen, die einen langen Planungsvorlauf benötigen.

     

     

     

  • Wenn wir Kultur erhalten wollen…müssen wir mehr tun

    Wenn wir Kultur erhalten wollen…müssen wir mehr tun

    Foto: Rudy and Peter Skitterians (Pixabay)

    Corona zeigt uns, wie wichtig Kultur ist‘ betitelt Karl Heinz Humpert (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung sein Fazit zur Situation der Kultur in pandemischen Zeiten in einem Interview mit dem Remscheider General Anzeiger und gibt sein Fazit zur aktuellen Lage der Kulturszene in Remscheid auch in der BM.

     

    Volker Leitzbach, Mitglied der SPD im Kulturausschuss: „Wenn dem so ist, dann müssen wir der Kultur das aber auch deutlich machen und entschieden mehr und vor allem das Richtige für ihren Erhalt tun!

    Die Situation der lokalen Kulturszene stellt sich weitaus dramatischer dar, als seitens der CDU beschrieben und erneut wird kein Licht auf viele Bereiche dessen geworfen, was und wen wir zur freien Kulturszene Remscheids zählen. Thematisiert wird nur, wie es aktuell um die großen Institutionen der sogenannten freien Kultur Szene bestellt ist. Diese müssen aber gar nicht so sehr dank vielseitiger finanzieller Unterstützung und regionaler, wie überregionaler (Projekt-) Förderung um ihre Existenzen bangen. Humperts Ansinnen, Solo Kulturschaffenden, Vereinen oder freien Veranstaltern Gelder wegzunehmen, um die finanziell bereits unterstützten oder seitens der Inhaber bereits finanziell den Umständen entsprechend gut aufgestellt in die Zukunft blickenden Einrichtungen weiter zu fördern, sind der Gipfel mangelnden Weitblicks, Verständnisses und Kenntnis der Situation in der freien Kulturszene sowie Einfühlungsvermögens der als Personen und ihren Familien an der Klippe zum Verlust ihrer Existenzen stehenden Kulturschaffenden.

    Dank der genialen Initiative von Kulturverwaltung und des Teams des Teo Otto Theaters, eine verkleinerte, den aktuellen Anforderungen für einen genehmigten Spielbetrieb mit bis zu 100 Besuchern angepasste Bühne der freien Szene zur Verfügung zu stellen und die Einnahmen den Veranstaltern zugutekommen zu lassen, werden diese (zumindest bis Ende der geplanten Spielzeit) auf einen guten Überlebensweg durch die Krise gebracht.

    Das Teo Otto Theater und auch die Spielorte der freien Szene sind dank der engagierten Begleitung der Kulturverwaltung den Umständen entsprechend gut aufgestellt und Kürzungen oder nicht Auszahlungen zugesagter finanzieller Mittel wird es nicht geben.

    Völlig anders sieht es jedoch für den Teil der freien Szene aus, über den im Interview nicht ein Wort verloren wird, nennen wir sie mal die andere Seite, das freie Herzstück der lokalen Szene, die freien Kulturschaffenden.

    Es sind die zahlreichen Solokünstler, vom Zauberer, Maler, Fotografen, Puppenspieler, Filmemacher, Comedian, Slammer, Tänzer, Autor, Musiker, bildenden und darstellenden Künstler oder DJ, bis hin zum Veranstaltungstechniker, veranstaltenden Gastronom sowie Event Manager. Die Liste beinhaltet mit Gewissheit auch immer die weibliche Form des jeweiligen künstlerischen Berufes, jedoch sicher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ihre Situation wird in Humperts ‚Sachstandsbericht‘ ausgespart. Ein kommunaler Kulturfonds kann hier genauso wenig helfen, wie die Aussage, ‚sich Gedanken über eine Hilfe für diese Künstler machen zu müssen‘.“

    Sven Wolf, SPD-Landtagsabgeordneter ergänzend: „Die erforderliche Hilfe wird den Betroffenen seitens der CDU geführten Landesregierung verweigert. Nach dem Schüren existenzieller Ängste durch unklare und zu knapp bemessene Soforthilfen und der daraufhin folgenden Verweigerung finanzieller Hilfen, die über die dreimonatige Frist bis einschließlich Ende Mai hinausreichen. Selbst der vereinfachte Zugang zur Beantragung von Hartz 4 brachte Irritationen und Leistungsempfänger um weitere Künstlerhilfen“

    Volker Leitzbach weiter: „Remscheider Kunstschaffende haben Familien, die sie ernähren müssen, manche werden vor 2021 nicht wieder auf nationaler oder internationaler Ebene arbeiten können.

    Wollen wir, dass die Kunst nach der Krise nicht schweigt, dann dürfen wir nicht lamentieren, sondern Land und Bund müssen den Kunstschaffenden das Leben retten! Künstler wollen aber nicht bloße Almosen, sie wollen arbeiten.

    Deshalb müssen wir vorbereitet sein, wenn die nächsten Lockerungen auch der Kulturszene wieder etwas Luft verschaffen kann.

    Wir haben mit der Bühne im Stadtpark eine adäquate Bühne mit bestuhlter und erweiterbarer Sitz-Fläche, sowie einer weitläufigen Wiesen-Freifläche. Veranstaltungen für Kinder und Familien wären dort unter Wahrung erforderlicher Distanzen zu veranstalten.

    Hinzu kommt, dass wir eine Urlaubs-Hochzeit verbringen werden, in denen die Bürgerinnen und Bürger über jedes kulturelle Angebot erfreut sein werden. Hierzu eignen sich insbesondere unsere Open-Air Bühnen.  Und veranstalten müssen wir selbst, damit Gagen und Honorare in die Hände der Remscheider Szene gelangen und nicht irgendwelcher kommerzieller Anbieter. Wir müssen seitens Verwaltung und Politik die Etats freigeben, die für kulturelle Veranstaltungen unter städtischer Regie oder mit kommunalen und freien Fördermitteln für lokale Veranstaltungen vorgesehen waren.

    Vereine spielen eine große Rolle im Konzept für kulturellen Bildung. Sie spielen diese Rolle aber nicht in voller Güte, wenn wir sie im Teo Otto Theater veranstalten lassen, sie erfüllen diese Aufgaben in ihren Quartieren. Damit dies erfolgen kann, müssen wir nicht nur Sportvereine stützen, wir müssen auch diejenigen Vereine handlungsfähig halten, die eine wichtige Säule in unserem kulturellen Gefüge ausmachen.“

  • Wir brauchen jetzt einen NRW-Kulturgipfel

    Wir brauchen jetzt einen NRW-Kulturgipfel

    Foto: Rudy and Peter Skitterians (Pixabay) 

    Hierzu erklärt Andreas Bialas, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    „Wenn wir nicht aufpassen, droht der Kultur in NRW und Deutschland der Kollaps. Nach wie vor sind zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie kulturelle Einrichtungen in ihrer Existenz bedroht. Kurzfristige Programme, die allein auf Soforthilfen setzen, reichen bei Weitem nicht aus. Ministerin Pfeiffer-Poensgen ist jetzt dringend gefordert, alle Betroffenen an einen Tisch zu holen und im Dialog mit der gesamten Kulturlandschaft Lösungen zu erarbeiten. Das ist allein schon deshalb dringend erforderlich, weil die Kultur mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert ist, die sich nicht über einen Kamm scheren lassen. Theater beispielsweise haben mit geringeren Zuschauerzahlen zu kämpfen. Im Tanz wiederum kann zurzeit so gut wie gar nichts stattfinden. Umso wichtiger ist es, dass alle Kulturbereiche gleichermaßen gehört und berücksichtigt werden. Zu diesem Zweck sollte Ministerin Pfeiffer-Poensgen jetzt zu einem NRW-Kulturgipfel einladen. Vor allem mit Blick auf mögliche Förderprogramme von Bundesseite ist es wichtig, dass die Landesregierung hier mit einer starken Stimme für die Kultur in NRW sprechen kann.

    Für die kommende Sitzung des Kulturausschusses haben wir als SPD-Fraktion den Vorsitzenden des Kulturrats NRW, Gerhart Baum, und seinen Stellvertreter, Reinhard Knoll, zum Gespräch über mögliche Lösungen für die Kultur in Nordrhein-Westfalen eingeladen. Es wäre mehr als wünschenswert, wenn von diesem Termin das Signal ausgeht, dass die Landesregierung schon bald zu einem Kulturgipfel einlädt.“ 

     

  • Soforthilfe im Bereich Kultur und gemeinwohlorientierter Weiterbildung

    Soforthilfe im Bereich Kultur und gemeinwohlorientierter Weiterbildung

    Initiativen, Einrichtungen und Freiberufliche in der Kultur sowie im Bereich der Weiterbildung sollen unterstützt werden. Um den Betroffenen unverzüglich zu helfen, gibt es eine Soforthilfe.

    Mit einer Soforthilfe in Höhe von zunächst fünf Millionen Euro werden freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in einen finanziellen Engpass geraten sind, unterstützt. Es gibt eine existenzsichernde Einmalzahlung von bis zu 2.000 Euro, die mit einfachem Formular bei der Bezirksregierung beantragt werden kann und später nicht zurückgezahlt werden muss.

    Zudem gibt es Ausnahmeregelungen für Veranstalter und Einrichtungen, die Fördermittel beziehen.

    Weitere Informationen und ein Antragsformular finden Sie hier: https://www.mkw.nrw/Informationen_Corona-Virus.

    Bei der gemeinwohlorientierten Weiterbildung und politischen Bildung sollen bereits bewilligte gesetzliche Fördermittel in Höhe von rund 120 Millionen Euro fortlaufend und beschleunigt ausgezahlt werden, auch wenn Bildungsveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie zur Zeit nicht durchgeführt werden können. An einem Hilfsprogramm für die Einrichtungen, um vor allem die fehlenden Einnahmen durch den Wegfall von Kursgebühren oder Teilnehmerbeiträgen auszugleichen, wird gearbeitet. Zur konkreten Ausgestaltung der weiteren finanziellen Unterstützung für die Weiterbildungslandschaft befindet sich das Ministerium für Kultur und Wissenschaft derzeit in Gesprächen innerhalb der Landesregierung und mit den Bezirksregierungen.

  • Verein „Insblaue“ mit neuen Projekten – „human dialogs“ startet am 07. Mai

    Verein „Insblaue“ mit neuen Projekten – „human dialogs“ startet am 07. Mai

    Dem Verein geht es darum, durch eine gezielte Ansprache der Anwohner vor Ort präsent zu sein und so Kontinuität zu bieten. So erschöpft sich seine Tätigkeit nicht in „einem Kunstprojekt“. Vielmehr soll ein „Labor“, ein Experimentierfeld, nach den Ideen einer Graswurzelbewegung im Viertel entstehen und verankert werden und Platz bieten für vielfältige Initiativen mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. Dazu gehörte auch ein Ferienangebot in den Osterferien mit der Kunstschule zum Thema „Heimat“.

    Eine Förderung über „Initiative ergreifen“ passt da zur Struktur. Aber auch Kooperationen mit Stiftungen werden angestrebt. Jetzt ist der Verein bemüht, viele Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk entstehen zu lassen.

    Es wäre schön, wenn der Honsberg langfristig ein Kulturviertel werden würde. Das ist ein langer Weg und bedarf der Unterstützung von vielen Seiten. Die gute  Zusammenarbeit mit dem Stadtteil e.V. ist schon einmal eine Basis, auf der sich aufbauen lässt. Je größer das Netzwerk an Unterstützern wird, desto eher lässt sich diese Vision verwirklichen. Gerne trage ich dazu bei, Menschen für den Honsberg und für die Vision eines Kulturviertels zu begeistern.

    Die deutsch/polnische Wanderausstellung, Human Dialogs, macht Station in Remscheid in der Insblaue Art Gallery.

     

  • Zusätzliche Förderung vom Land für die Bergischen Symphoniker

    „Damit hat das Land NRW seine Zuschüsse an die Bergischen Symphoniker von 152.000 Euro um rund 50 % auf 236.000 Euro erhöht.“, erklärte der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf. „Diese Unterstützung kommt zur rechten Zeit.“
    „Im Ergebnis bleibt es allerdings dabei, dass Remscheid auch weiterhin trotz angespannter Haushaltslage einen Zuschuss von rund 2,5 Millionen zu leisten hat. Der zusätzliche Landeszuschuss verschafft uns Zeit, die laufenden Gespräche zu dem Ergebnis des Actori-Gutachtens in größerer Ruhe abzuwarten. In der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Remscheid hat die Oberbürgermeisterin noch einmal deutlich gemacht, dass es derzeit noch keine Zwischenentscheidung gibt und weitere Gespräche mit dem Land und den drei Oberbürgermeistern geben wird.“

  • Besuch bei der Alevitischen Gemeinde in Remscheid

    Besuch bei der Alevitischen Gemeinde in Remscheid

    CEM-Veranstaltung des Alevitischen Kulturvereins Remscheid
    Sven Wolf MdL spricht bei der CEM-Veranstaltung des Alevitischen Kulturvereins Remscheid

    Sehr geehrter Herr Arslanoglu,
    liebe Mitglieder der Alevitischen Gemeinde,
    meine sehr verehrten Damen und Herren,

    vielen Dank für die Einladung zu Ihrer heutigen Feier.

    Ich bin gerne zu Ihnen gekommen, kann ich doch damit meine Wertschätzung gegenüber der sehr guten Arbeit der Alevitischen Gemeinde in unserer Stadt und in Nordrhein-Westfalen ausdrücken.

    Remscheid ist eine Stadt der Vielfalt. Heute leben hier Menschen aus mehr als 100 Nationen. Dieses Zusammenleben kann nur gelingen, wenn sich die verschiedenen Kulturen und Religionen offen austauschen und miteinander ins Gespräch kommen. Schließlich hängt von einem positiven Dialog viel für unsere gemeinsame Zukunft ab. Toleranz, gegenseitige Achtung und Zusammenarbeit sind dabei wesentliche Elemente unseres Zusammenlebens.

    Liebe Gäste,

    ich bin fest davon überzeugt, dass die Religionsgemeinschaften eine besondere Rolle einnehmen können, wenn es darum geht, dass viele Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen friedlich zusammen leben. Alle Bemühungen der Integration können nicht fruchten, wenn die Menschen zu wenig voneinander wissen und zu wenig miteinander sprechen, auch und vor allem über ihr Glaubensleben, das sie ja wesentlich prägt. Das bedeutet, nur, wenn Vereine entstehen, die sich für die Bedürfnisse ihrer Mitglieder einsetzen, können diese sich mit ihrer eigenen Kultur und Tradition auseinandersetzen. Dies wiederum ist Voraussetzung dafür, dass sich die Angehörigen dieser Gemeinden mit der hiesigen Kultur vertraut machen und somit Gemeinsamkeiten erkennen können.

    Es gilt: nur wer weiß, woher er kommt, weiß, wohin er geht.

    Die alevitische Gemeinde kann in Remscheid auf 17 Jahre äußerst erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Die gute Vernetzung mit mehr als 30 weiteren Vereinen – allein in NRW – zeigt im übrigen wie ich meine sehr gut, dass die alevitischen Vereine sich ihrem Auftrag verpflichtet fühlen, den sie gemeinschaftlich und solidarisch erfüllen wollen.

    Meine Damen und Herren,

    kulturelle Vielfalt ist ein gesellschaftliches Gut und als Bereicherung anzuerkennen.
    Und ich bin mir sicher, dass durch engagiertes Zusammenarbeiten die unterschiedlichen Glaubensrichtungen als Ausdruck und selbstverständlicher Bestandteil einer pluralistischen, interkulturell geprägten Gesellschaft akzeptiert werden.

    Selbstverständlich nur insofern, dass jede Form von Extremismus abgelehnt und gegen sie vorgegangen wird. Aus diesem Grund hoffe ich auch in Zukunft auf Ihr Engagement und Ihr Zusammenwirken, liebe Mitglieder und Freunde der Alevitischen Gemeinde. Sie stehen im Geiste des Sufi Hadschi Baktāsch Wali, der vor sieben Jahrhunderten sagte:

    „Glücklich ist, wer die Gedankenfinsternis erhellt“

    CEM-Veranstaltung des Alevitischen Kulturvereins Remscheid (2)
    CEM-Veranstaltung des Alevitischen Kulturvereins Remscheid

    Meine Damen und Herren,

    ich habe gestern auf Einladung der Evangelischen Stadtkirchengemeinde die 21. Bürgerpredigt gehalten, in deren Mittelpunkt das Salomonische Urteil stand. Weisheit und Gerechtigkeit waren dabei die Hauptthemen meiner Predigt. Ich sprach in diesem Zusammenhang von der „Sonne der Gerechtigkeit“, die in unserer Welt einziehen möge, um die Dunkelheit aus den Herzen der Menschen zu vertreiben. Das ist eine der vielen Brücken, die die großen Weltreligionen zusammenführen. Es ist das gemeinsame Streben nach Wahrheit, Weisheit und Gerechtigkeit. Ich denke, das kann man nicht häufig genug wiederholen. Gerade in einer Zeit, die geprägt ist von der Radikalisierung des Glaubens wider jede Vernunft und wider des Willens Gottes.

    Sven Wolf MdL beim Anzünden der Kerzen.
    Sven Wolf MdL beim Anzünden der Kerzen.

    Liebe alevitische Vereine,

    die Beteiligung religiöser Gemeinschaften an jeglicher Form von Gesellschaftsarbeit kann dashelb sehr viel dazu beitragen, eine gemeinsame Grundlage von gegenseitigem Verständnis, Vertrauen und einem konstruktiven Miteinander aufzubauen. Wir wollen Brücken bauen, Menschen zusammenführen. Gemeinsam wollen wir das Licht der Erkenntnis, der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung und der Liebe in unsere Welt tragen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Als ihr Landtagsabgeordneter möchte ich dazu einen Beitrag leisten und würde mich freuen, die Mitglieder ihres Vereins alsbald als Besuchergruppe im Landtag willkommen heißen zu dürfen.

    In diesem Sinne wünsche ich unserer Alevitischen Gemeinde in Remscheid alles Gute für die Zukunft!