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  • Unabhängige Energieversorgung, Klimaschutz und moderne Arbeit – Innovation City Bottrop als Vorbild für NRW nutzen

    Unabhängige Energieversorgung, Klimaschutz und moderne Arbeit – Innovation City Bottrop als Vorbild für NRW nutzen

    Foto: andrea160578 auf pixabay

    Hierzu erklären Thomas Kutschaty, Vorsitzender, und André Stinka, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

    Thomas Kutschaty:
    „Was in Bottrop möglich ist, muss in ganz NRW möglich sein. Deshalb wollen wir Innovation City auf ganz NRW ausrollen. Die Studie des Ruhr-Forschungsinstituts zeigt, dass das eine große Chance ist. Die Ergebnisse sind mehr als ermutigend und überzeugend.

    Binnen 10 Jahren lassen sich nach dem Vorbild von Bottrop mit einer Investitionssumme von 24 Milliarden Euro aus öffentlichen und privaten Mitteln 1.000 Quartiere energetisch sanieren. So können jährlich mindestens 5,7 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Der Innovation-City-Roll-Out bedeutet also, dass Nordrhein-Westfalen auf den richtigen Weg  kommt, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

    Ebenso kann mit einem Roll-Out insgesamt ein Produktionswert von 33 Milliarden Euro und eine Bruttowertschöpfung von 16 Milliarden Euro in zehn Jahren erzielt werden. Und nicht zuletzt können dadurch bis 2031 knapp 23.000 Arbeitsplätze zusätzlich entstehen. Der Innovation-City-Roll-Out ist damit ein umfassendes Konjunktur- und Wachstumsprogramm für Nordrhein-Westfalen.

    Doch mit dem Roll-out schaffen wir nicht nur Klimaschutz und moderne Arbeitsplätze. Wir schaffen es damit, unabhängiger zu werden von fossilen Brennstoffen. In Bottrop gibt es durch Innovation City die größte Dichte an Photovoltaik-Anlagen unter allen Großstädten in NRW. Die Sonne wird in Bottrop so stark genutzt wie in keiner anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Der Roll-out von Innovation City ist also auch ein Beitrag zur Unabhängigkeit unserer Energieversorgung.

    Putins Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt deutlich, wie wichtig diese Unabhängigkeit ist. Dabei liegt die Antwort auf die Frage nach unserer Energiesicherheit nicht in Atomkraft und Kohle – sie liegt in Sonne und Wind.“

    André Stinka:
    „Der Landesregierung ist es in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen, den notwendigen Ausbau von Sonnen- und Windenergie voranzutreiben. Im Gegenteil: Schwarz-Gelb bremst den Ausbau. Nur 16 Prozent seines Stroms bezieht NRW aus Erneuerbaren Energien. Im Bundesschnitt sind es 40 Prozent.

    Weniger als zehn Prozent des Dachflächen-Photovoltaik-Potenzials wird in NRW derzeit genutzt. Der Ausbau der Windkraft in NRW ist eingebrochen. 2018, 2019 und 2020 sind zusammen weniger Windkraftanlagen entstanden als noch 2017. 2017 waren es 323 neue Anlagen. In den drei Folgejahren waren es zusammen nur 243 neue Anlagen. Das liegt auch daran, dass die Landesregierung an widersinnigen pauschalen Abstandsregeln festhält. Wir wollen die Abstandsregel abschaffen, um das Tempo beim Ausbau zu erhöhen.

    Denn eine Landesregierung muss NRW zukunftsfähig aufstellen. Das gilt beim Ausbau der Windkraft. Das gilt bei der Nutzung von Photovoltaik. Und das gilt bei Projekten wie Innovation City. NRW muss Vorreiter bei unabhängiger und klimaneutraler Energieversorgung werden, statt der Entwicklung ständig hinterher zu laufen.

    Doch die Landesregierung hat es verpasst, Bottrop als Vorbild für das ganze Land zu nutzen. Bei notwendigen Veränderungen bremst Schwarz-Gelb lieber und schiebt Verantwortung ab.“

  • #NRWSozialDigital – Zeit für ein Update

    #NRWSozialDigital – Zeit für ein Update

    https://www.facebook.com/spdfraktionnrw/videos/999179793773431/?t=9

  • Artgerecht, individuell, regional und einfach

    Artgerecht, individuell, regional und einfach

    Ein Gespräch mit Melanie Scholz, Existenzgründerin und Inhaberin des Remscheider Unternehmens „frischfüttern“

    Die Geschäftsidee der studierten Biologin, Informatikerin und Geografin lässt sich auf folgende Formel bringen: „Frisches Futter für Hund und Katze, artgerecht, individuell, regional und einfach“. Damit scheint Melanie Scholz einen Nerv getroffen zu haben. „Es lässt sich in vielen Bereichen ein neues Verbrauchverhalten beobachten. Viele Menschen haben genug vom industriellen Einheitsbrei“, erzählte sie mir. Und das nicht ohne Grund: Viele Tiere hätten Probleme mit der Industrienahrung, was zu Verunsicherung führe.

    In engem Kontakt mit den Tierhaltern erstellt sie dann einen individuell auf das Tier angepassten Ernährungsplan ­– stets aus frischen Zutaten, die sie von Kleinbauern aus dem Rheinisch-Bergischen Umland bezieht.

    Doch bis hierhin war es ein langer Weg. „Wenn man nicht gerade reich geerbt hat oder anderweitig über das nötige Kleingeld verfügt, dann ist die Existenzgründung in Deutschland schon sehr schwierig“, berichtete mir Frau Scholz. Oft würde bei der Förderung von Unternehmen zu einseitig auf innovative Start-Ups geachtet. Innovation sei sicherlich wichtig und notwendig, doch dürfe man nicht vergessen, dass in vielen Arbeitsprozessen Maschinen die gute alte, menschliche Handarbeit einfach nicht ersetzen können. Das ist auch aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt: Eine nachhaltige und innovative Entwicklung kann nur gelingen, wenn wir mehr Fachkräfte ausbilden. Dazu gilt es auch, die altbewährten Ausbildungsberufe in Industrie und Handwerk als attraktive Ausbildungsplätze wieder stärker bei den Jugendlichen in Erinnerung zu rufen.

    Auf der anderen Seite werde gerade an den Schulen die Digitalisierung verschlafen, meinte Frau Scholz. „Ich würde Informatikkenntnisse gleichsetzten mit dem Beherrschen einer Sprache. Wir müssen aufpassen, dass nicht analog zur gebildeten Klasse im Mittelalter, die im Gegensatz zum Großteil der Bevölkerung Lesen und Schreiben konnte, in der heutigen Zeit eine digital-gebildete Klasse entsteht“, so Melanie Scholz. Kritisch sehe sie auch, dass in den Schullehrplänen das Thema Wirtschaft nur am Rande vorkomme und das Lebensmodell „Existenzgründer“ so praktisch nicht infrage komme.

    Ich denke, digitales Know-How und Wirtschaftskenntnisse, aber auch das Wissen über unsere Pflichten und Rechte als Verbraucher und als Handelnde im Internet gehören heute in den Unterricht. Aber neben dem theoretischem Wissen sollte auch nicht zu kurz kommen, dass Schülerinnen und Schüler gerade im Rahmen von Praktika in Unternehmen auch viel von den Menschen im Unternehmensalltag lernen können und hier tatkräftige Vorbilder für ihre Berufswahl, aber auch für den Alltag kennenlernen können. Vorbilder wie Melanie Scholz.