Schlagwort: Fritz Bauer

  • Tolle Diskussion in Radevormwald nach einem bewegenden Film im Corso-Kino

    Tolle Diskussion in Radevormwald nach einem bewegenden Film im Corso-Kino

    Von der Polizeipräsenz bis zu Fragen der Gerechtigkeit reichte das Spektrum, auf das Minister Kutschtay und Sven Wolf Antworten gaben. Kutschaty erinnerte daran, dass die Landesregierung in den letzten Jahren mit 2000 Einstellungen soviel neue Kräfte einstelle wie seit 2010 nicht mehr. Zudem unterstützten nun Assistenzkräfte die Polizei in ihrer täglichen Arbeit, um mehr Polizisten auf die Straße zu bringen. Bei der Verteilung werde landesweit auch die Kriminalität betrachtet. Dabei sei zu berücksichtigen, dass das Bergische Land eine der sichersten Regionen in ganz Deutschland sei, so Sven Wolf. Er werde sich aber direkt an den Innenminister wenden und nochmals nach den aktuellen Zahlen fragen. Dabei sei auch wichtig, dass über die Grenzen der Kreispolizeibehörden zusammengearbeitet werde. Wenn in Radevormwald keine Streife erreichbar sei, könne aus Remscheid schnell jemand vor Ort sein.

    Ein Anliegen der Besucher war auch die Gerechtigkeit, etwa bei der Frage von Sammelklagen gegen Konzerne wie VW. Kutschtay berichtete von der Initiative NRWs zur Einführung sogenannter Musterfeststellungsklagen, die er vor wenigen Monaten im Bundesrat eingebracht hatte. Zudem sei es ungerecht, dass Kapitaleinkünfte nur mit 25 %, harte Arbeit eines Handwerkers aber mit 30-40 % besteuert werde. Wolf erinnerte an den massenhaften Betrug an uns allen durch die sogenannten Cum-Ex-Geschäfte, mit denen fingierte Bescheinigungen erschwindelt wurden, um sich Steuererstattungen zu erschleichen.
    Er ergänzte, es könne und dürfe nicht sein, dass etwa Kaffeeketten in Deutschland ihre Gewinne nicht versteuern, weil diese Gewinne durch geschickte Verträge ins Ausland fließen. Dabei wisse er, dass Kutschatys Kollege, der NRW Finanzminister Walter-Borjahns, dies weiter bekämpfe und auf neue Verträge über Steuern in der EU poche.

    Im Anschluss beeindruckte Lars Kraumes Film über den Ermittler, der unermüdlich gegen die ehemaligen NS-Verbrecher kämpft, deren Helfershelfer-Netzwerke bis in die Schlupforte in Argentinien reichen und deren einflussreicher Arm bis zum BND der Nachkriegszeit, die Gäste mit seiner Intensität. Ein brillianter Burghart Klaußner zeigt eine eindringliche Studie des hessischen Generalstaatsanwalts, dem die Vorsicht und das Misstrauen bereits zur zweiten Haut geworden sind,  aus dessen Büro Akten verschwinden, der bespitzelt wird, subtil unter Druck gesetzt wird, dessen Mitstreiter erpresst wird und der oft müde ist des Kämpfens gegen Widerstand und wiedererstarkende Strukturen.

    Ein beeindruckender Film, der Fragen aufwarf, die anschließend im Foyer des Corso-Kinos in kleinen Runden diskutiert wurden, der aber auch auf das Beispiel anderer verwies, die niemals nachgaben – wie etwa der Sozialdemokrat Kurt Schumacher.

     

     

     

  • Politischer Filmabend: „ Der Staat gegen Fritz Bauer“

    Politischer Filmabend: „ Der Staat gegen Fritz Bauer“

    Er ist die zentrale Figur eines Spielfilms, der seiner Arbeit und seinem Privatleben gewidmet ist. Den Film wollen wir gemeinsam im Rahmen eines politischen Filmabend anschauen und anschließend diskutieren. Der Film zeigt, wie die Aufklärung über die Verbrechen der Nazi-Zeit begann und wie sie gegen das Schweigen im Nachkriegsdeutschland mit Hartnäckigkeit und Unerbittlichkeit fortgeführt wurde.

    „Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“ – dieser Satz symbolisiert die Situation, der sich Fritz Bauer gegenüber sieht.

    Regisseur Lars Kraume gelingt es, historische Realität und Fiktion zu einem schlüssigen Bild des unermüdlich ermittelnden Fritz Bauer zusammenzufügen. Ein hervorragendes Schauspieler- Ensemble trägt zur intensiven Wirkung dieses Films bei.

    Zum politischen Filmabend laden wir Interessierte ganz herzlich ein

    am 02. Februar 2017
    um 18.00 Uhr
    in das Corso-Kino,
    Hohenfuhrstraße 11
    42477 Radevormwald

    Einführung:
    Thomas Kutschaty, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen

    Diskussion im Anschluss an die Filmvorführung mit den Gästen und den Landtagsabgeordneten Thomas Kutschaty und Sven Wolf.