Schlagwort: Finanzminister

  • Die Städte müssen bei Gewerbesteuerverlust auch wirklich entlastet werden

    Die Städte müssen bei Gewerbesteuerverlust auch wirklich entlastet werden

    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Im zweiten Quartal sanken beispielsweise die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Remscheid um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Das ist ein enormer Einbruch.

    Auch in Folge der derzeitigen Kontaktbeschränkungen im November ist zu erwarten, dass die Zahlen des letzten Quartals nicht im Mindesten mit denen des Vorjahrs vergleichbar sein werden. Es wäre wesentlich sinnvoller, die Zahlen von 2020 für das letzte Quartal als Vergleich heranzuziehen und mit Berücksichtigung gewichteter Faktoren aus den Vorjahren auf das Quartal umzurechnen. Eine adäquate Berechnungsmethode hat die SPD-Landtagsfraktion im gestrigen Plenum in einem gemeinsam mit der Fraktion Bündnis 90/die Grünen eingereichten Änderungsantrag zum Gesetzentwurf vorgeschlagen.

    Ob der angesetzte Gesamtbetrag tatsächlich die Einnahmeausfälle vollständig kompensieren kann, ist unklar. Insofern muss man in dem Gesetzentwurf von einem Mindestbeitrag sprechen, der bei einer möglichen Überschreitung durch den tatsächlichen Ausgleichsbedarf angepasst werden muss. Hier muss das Land NRW notfalls aus dem Corona-Sondervermögen weitere Mittel beisteuern. Auch das haben wir in unseren Änderungsantrag aufgenommen.

    Dass die Kommunen in Nordrhein-Westfalen bei der Gewerbesteuer ihre Einnahmeausfälle für das Jahr 2020 kompensiert bekommen sollen, ist ein hilfreicher und wichtiger Schritt. Zum Glück hat sich hier Olaf Scholz mit seinem Vorschlag durchgesetzt. Die Landesregierung hat jedoch vom Bundesfinanzminister zum Jagen getragen werden müssen.

    Leider ist die Landesregierung unseren Vorschlägen nicht gefolgt. Wichtig ist aber vor allem, dass die Gelder noch in diesem Jahr kommen, wie es der Bund gefordert hat. Daher haben wir uns bei der gestrigen Abstimmung enthalten.

  • Helmut Schmidt. Wir verneigen uns in Trauer und Dankbarkeit.

    Helmut Schmidt. Wir verneigen uns in Trauer und Dankbarkeit.

    Der Tod kann einen Menschen überraschen, auch wenn er im Alter von über 90 Jahren kommt. Überrascht hat viele Menschen in unserem Land der Tod unseres ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt trotz seines gesegneten Alters von 96 Jahren, weil sich viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht mit dem Gedanken anfreunden wollten, auf das Gesicht und die Stimme Helmut Schmidts in der politischen Öffentlichkeit verzichten zu müssen.

    Helmut Schmidt war der fünfte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. 1974 übernahm er die Staffel von Willy Brandt und wurde bei den Bundestagswahlen 1976 und 1980 im Amt bestätigt. Der Koalitionswechsel der FDP kostete ihn 1982 das Amt. Helmut Schmidt gehört zweifellos zu den am meisten respektierten Staatsmännern weltweit. In seine Amtszeit fielen die Folgen der ersten Ölpreiskrise 1973/74 und die zweite Ölpreiskrise 1979, die gemeistert werden mussten.

    Seinen Ruf als Krisenmanager verdankte er seiner Rolle bei der großen Flutkatastrophe in Hamburg im Jahre 1962, bei der er als Hamburger Innensenator die Rettungsmaßnahmen koordinierte. Im sogenannten „Deutschen Herbst“ im Jahre 1977, wo Terroristen der „Rote Armee Fraktion“ im Verbund mit palästinensischen Gesinnungsgenossen den Staat durch Entführungen und Mordanschläge herausforderten, bewies er große Führungskraft.

    Zum Video: Helmut Schmidt 2011 auf dem SPD-Parteitag in Berlin


    Am Dienstag dieser Woche ist der Weg von Helmut Schmidt zu Ende gegangen. Die Remscheider SPD verneigt sich in tiefer Demut und noch größerer Dankbarkeit vor den Leistungen des Politikers, des Publizisten und des Menschen Helmut Schmidt. Mit ihm verliert Deutschland – verlieren wir alle einen brillanten Staatsmann, der Zeit seines politisches Lebens hoch geachtet und in den letzten Jahrzehnten seinen publizistischen Unruhe-Standes immer mehr verehrt wurde.

    Ab Donnerstag, 12.11. wird ein Kondolenzbuch in der SPD-Geschäftsstelle ausliegen.

    Die Remscheider SPD wird ab Donnerstag, 12.11. in ihrer Geschäftsstelle in der Elberfelder Straße 39 (IV. Etage) ein Kondolenzbuch auslegen, das der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Geschäftsstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Friedrich-Ebert-Platzes. Die Geschäftsstelle ist montags bis donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr und freitags bis 15:00 Uhr geöffnet.